"Landfrauen erkunden Milchwirtschaft am Niederrhein, neue Eindrücke und Erkenntnisse, Foto privat"
16. Oktober 2026 Von NN-Online · Goch

Auf den Spuren der Milchwirtschaft am Niederrhein

Asperdener Landfrauen gingen auf Entdeckungstour

ASPERDEN. Der Kreis Kleve ist bekannt für seine große Zahl an Rindern und seine lange Tradition in der Milchwirtschaft. Grund genug für die Asperdener Landfrauen, sich auf eine spannende Spurensuche zu begeben und mehr über die Geschichte und die heutige Verarbeitung der Milch am Niederrhein zu erfahren. Erste Station war Gut Hogefeld in Rindern, wo die Teilnehmerinnen tief in die Geschichte der regionalen Käseherstellung eintauchten. Vor rund 200 Jahren war Theodor Reymer als Deichgraf in Rindern tätig. Damals musste Schnittkäse teuer aus den Niederlanden importiert werden, denn die Holländer hüteten ihr Wissen über die Käseherstellung streng. Reymer wollte jedoch nicht glauben, dass sich nur die Milch holländischer Kühe zur Käseherstellung eignete. Kurzerhand schickte er seine Tochter Maria „undercover“ ins niederländische Etten, um das Handwerk zu erlernen. Ein Jahr später kehrte Maria mit dem nötigen Wissen zurück und gründete auf Gut Hogefeld die erste Hofkäserei am Niederrhein. Am 11. Mai 1825 begann dort die Herstellung niederrheinischen Schnittkäses nach holländischer Art. Vater und Tochter gaben ihre Kenntnisse bereitwillig weiter. So entstanden nach und nach zahlreiche Hofkäsereien und später Molkereien. In der Blütezeit zählte der Kreis Kleve sage und schreibe 25 Molkereien. Heute gibt es zwar weiterhin viele Milchviehbetriebe in der Region, doch wird deren Milch überwiegend in großen Molkereien außerhalb des Kreises verarbeitet. Nur noch wenige kleinere Betriebe setzen auf eigene Verarbeitung und regionale Vermarktung. Auf dem Speetenhof in Kranenburg- Mehr wurden die Landfrauen herzlich empfangen. Hier konnten sie hautnah erleben, wie moderne Landwirtschaft, Tierhaltung und handwerkliche Milchverarbeitung zusammengehören. Für einen ganz besonderen Moment sorgte die Natur selbst: Die Frauen wurden Zeuginnen der Geburt eines Kälbchens – ein Erlebnis, das sicherlich noch lange in Erinnerung bleiben wird. Mit vielen neuen Eindrücken und interessanten Erkenntnissen über die Milchwirtschaft am Niederrhein verabschiedeten sich die Landfrauen. Den gelungenen und lehrreichen Ausflug ließen die Teilnehmerinnen bei einem gemütlichen Kaffeetrinken ausklingen.

Die Landfrauen nahmen viele neue Eindrücken und interessanten Erkenntnisse über die Milchwirtschaft am Niederrhein mit. Foto: privat

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