"Landfrauen auf Führung bei Gut Kalbeck, historische Architektur, ländliche Kultur"
17. August 2026 Von NN-Online · Goch

Asperdener Landfrauen zu Besuch auf Gut Kalbeck

Einblicke in nachhaltige Anbaumethoden und Marktdynamiken

ASPERDEN. Auf ihrer Feierabend-Radtour besuchten die Asperdener Landfrauen kürzlich den landwirtschaftlichen Betrieb Gut Kalbeck der Familie von Elverfeldt- Ulm. Dort wurden sie von Andreas Mesch empfangen, der den Betrieb seit 18 Jahren als Verwalter führt. Zur Begrüßung gab es leckeres, selbstgebackenes Brot aus Dinkel- und Emmermehl – und damit war das erste Gesprächsthema bereits gefunden. Denn Gut Kalbeck gehört zu den wenigen landwirtschaftlichen Betrieben, die für die Kamp- Lintforter Bäckerei Büsch die Urgetreidesorten Emmer und Dinkel anbauen. „Das machen wir aus Überzeugung“, erklärte Andreas Mesch, obwohl der Anbau dieser alten Getreidesorten deutlich weniger ertragreich ist, als der von herkömmlichem Weizen. Gut Kalbeck ist heute ein reiner Ackerbaubetrieb. Tiere gibt es auf dem Hof nicht. Deshalb wurde Anfang der 2000er-Jahre neben der historischen Hofanlage ein neuer Betriebshof mit zwei großen Hallen und einem Büro errichtet. Die alten Stallungen und Scheunen boten für den modernen und umfangreichen Maschinenpark nicht mehr genügend Platz und sind inzwischen an einen Pferdehalter verpachtet. Auf rund 350 Hektar werden heute unterschiedlichste Kulturen angebaut. Neben Emmer, Dinkel und Sommerroggen wachsen dort unter anderem Kartoffeln, Möhren, Bohnen, Zuckerrüben, Mais und Ackergras. Diese Vielfalt sorgt für eine gesunde Fruchtfolge und trägt dazu bei, die Böden nachhaltig zu bewirtschaften. Auch bei der Bodenbearbeitung geht Gut Kalbeck moderne Wege. Der Pflug kommt nur noch selten zum Einsatz. Stattdessen werden die Saaten überwiegend in Direktsaat mit einer Scheibensämaschine ausgebracht. Dieses Verfahren schützt den Boden vor Erosion und hilft dabei, die natürliche Bodenfeuchtigkeit zu bewahren. Gleichzeitig lassen sich Arbeit, Zeit und Energie einsparen – Erfahrungen der vergangenen Jahre zeigen, dass damit dennoch gute Ernten möglich sind. Wie stark der Erfolg eines landwirtschaftlichen Betriebes neben dem Wetter auch von den Märkten abhängt, erläuterte Mesch am Beispiel der Kartoffel. Eine sorgfältige Aussaat, fruchtbare Böden und gute Wachstumsbedingungen seien wichtige Voraussetzungen für eine erfolgreiche Ernte. Doch auch die globale Marktlage spiele eine entscheidende Rolle. Da in diesem Sommer nicht nur in Europa große Trockenheit herrscht und mit Ernteausfällen gerechnet wird, sind die Kartoffelpreise derzeit hoch. Auf Gut Kalbeck wird deshalb die Möglichkeit der Feldbewässerung genutzt, um die Erträge zu sichern und von der aktuellen Marktsituation zu profitieren. Dass Gut Kalbeck schon seit Jahren aktiv über Landwirtschaft informiert, war überhaupt der Anlass für den Besuch der Landfrauen. An den Feldern stehen Schilder, die darüber informieren, welche Kultur dort gerade wächst und wofür sie verwendet wird. Auch die radelnden Asperdener Landfrauen waren dadurch auf den Betrieb aufmerksam geworden und hatten sich eine Besichtigung gewünscht. Für die Landfrauen sind solche Einblicke besonders wertvoll, denn viele Frauen haben heute nur noch wenig direkten Bezug zur Landwirtschaft. Umso größer ist das Interesse, wenn Landwirtschaft unmittelbar vor der eigenen Haustür erlebbar wird und Fragen offen gestellt werden können. Zum Abschluss dieser interessanten Betriebsbesichtigung gab es ein Quiz: Dazu wurden alle Landfrauen gebeten sich gemeinsam auf die Fahrzeugwaage auf dem Hof zu begeben und dann das Gesamtgewicht der Gruppe zu schätzen. Mit vielen neuen Eindrücken und einem besseren Verständnis für moderne Landwirtschaft bedankte sich die Gruppe bei Andreas Mesch für seine anschaulichen und verständlichen Erklärungen sowie für seine Geduld bei den zahlreichen Fragen. Die Asperdener Landfrauen wünschten der Familie von Elverfeldt-Ulm und ihrem engagierten Verwalter weiterhin viel Freude und Erfolg bei ihrer Arbeit auf Gut Kalbeck.

Die Landfrauen erlebten eine interessantes Führung auf Gut Kalbeck. Foto: privat

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