Armut sichtbar machen: Caritas lädt zum Gespräch auf dem Wochenmarkt in Emmerich und Kleve
Was bedeutet Armut? Wer ist davon betroffen? Und welche Chancen haben Menschen, ihre Lebenssituation zu verändern? Die Caritas Kleve lädt im Rahmen der Armutswochen 2026 unter dem Motto „Junge Armut!? Gemeinsam für Generationengerechtigkeit“ zum Gespräch auf die Wochenmärkte in Emmerich und Kleve ein.
EMMERICH/KLEVE. Armut ist nicht immer auf den ersten Blick sichtbar. Besonders Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene sind von Armut und ihren Folgen betroffen. Das kann sich auf Bildung, Gesundheit, Wohnen und gesellschaftliche Teilhabe auswirken. Unter dem Motto „Junge Armut!? Gemeinsam für Generationengerechtigkeit“ machen die diesjährigen Armutswochen vom 17. Oktober bis 15. November bundesweit auf die Lebenslagen junger Menschen und ihre Benachteiligungen aufmerksam.
Auch die Caritas Kleve beteiligt sich an der Aktion. So sind Mitarbeitende aus den Fachdiensten „Gemeindecaritas und Ehrenamtskoordination“, „Sozial-, Schuldner- und Insolvenzberatung“ sowie der „Wohnhilfen“ am Mittwoch, 21. Oktober, von 9 bis 12 Uhr auf dem Emmericher Wochenmarkt am Neumarkt und am Freitag, 6. November, von 9 bis 12 Uhr auf dem Markt im Eingangsbereich der Fußgängerzone Herzogstraße in Kleve und anzutreffen.
Im Mittelpunkt steht der persönliche Austausch mit den Marktbesuchern. Dafür haben die Caritas-Mitarbeiterinnen „Karten zur Selbstreflexion“ vorbereitet. Die Besucher können sich dabei mit verschiedenen Aussagen und Fragen auseinandersetzen.
„Wir möchten dafür sensibilisieren, dass Armut ganz unterschiedliche Gesichter hat. Es geht unter anderem um unterschiedliche Startbedingungen und was das für die Chancengleichheit bedeutet“, erklärt Anne-Kathrin Lehmann, Fachdienstleiterin „Gemeindecaritas und Ehrenamtskoordination“. Die Marktbesucher sieht sie dabei als Multiplikatorn: „Wir wollen mit Menschen ins Gespräch kommen, die das Thema mitnehmen und in ihrem eigenen Umfeld weitertragen können.“
Auch Jasmin Peil von der Schuldner- und Insolvenzberatung ist es wichtig, dass die Aktion nicht nur informiert, sondern zum Nachdenken und Handeln anregt. „Wir haben uns bewusst für diese Zielgruppe entschieden. Wir wollen Menschen erreichen, die tätig werden können.“
Denn junge Menschen können für ihre eigene Armut nichts. Ihre Lebens- und Entwicklungschancen hängen vielfach von den finanziellen Möglichkeiten ihrer Familien ab. Darauf weisen Caritas, SkF und SKM, die jährlich zu den Armutswochen ausrufen, hin.
Die bundesweite Aktion startet am 16. Oktober. Am 17. Oktober folgt der Internationale Tag für die Beseitigung der Armut. Bis zum 15. November sind die Ortsvereine von Caritas, SkF und SKM aufgerufen, mit öffentlichkeitswirksamen Aktionen auf die Situation junger armutsbetroffener Menschen aufmerksam zu machen.
Die Caritas Kleve lädt deshalb alle Interessierten ein, am 21. Oktober in Emmerich und am 6. November in Kleve auf dem Wochenmarkt vorbeizukommen. „Es geht nicht darum, fertige Antworten zu geben, sondern miteinander ins Gespräch zu kommen und die eigene Sicht auf Armut zu hinterfragen“, sagt Anne-Kathrin Lehmann.