Am Boeckelter Weg in Geldern trafen sich wieder Freunde alter Autos
Zum zwöften Mal kamen Oldtimerfans bei Familie Dr. Thämmig zusammen
GELDERN. Es ist schon Tradition, dass sich auf Einladung der Familie Dr. Rainer Thämmig Freunde alter Autos in nachbarschaftlicher Atmosphäre einmal im Jahr am Boeckelter Weg in Geldern treffen. Am vergangenen Samstag war es bereits das zwölfte Mal.
Gezeigt wurden sogenannte Youngtimer (mehr als 20 Jahre alte Autos) und Oldtimer (älter als 30 Jahre). Darunter viele, die jeder aus dem damaligen Straßenbild kennt und womöglich auch selbst gefahren hat. Da wurden bei dem einen oder anderen unweigerlich Erinnerungen wieder wach. Eine typische Reaktion unter den Gästen: „So ein Auto hatte ich auch mal, damit war ich sogar in Italien!“
Als Hobby widmen sich die Thämmigs seit vielen Jahren alten Autos. Im Laufe der Zeit stellte sich heraus, dass sie mit ihrem Steckenpferd in ihrer Umgebung bei weitem nicht alleine waren. Gleichgesinnte fanden sich sogar in der unmittelbaren Nachbarschaft. Deren Oldtimer standen aber gut konserviert meist in der Garage und traten deshalb in der Öffentlichkeit kaum in Erscheinung.
Um dem abzuhelfen, entstand die Idee der regelmäßigen Treffen. Der Personenkreis wuchs bald über die engere Nachbarschaft hinaus. Inzwischen sind es gerne 60 Teilnehmer mit 30 bis 40 alten Autos, so auch bei schönstem Wetter am vergangenen Samstag. Vorgefahren waren Fahrzeuge der unterschiedlichsten Kategorien, die sich von der Isetta bis zum Ferrari erstreckten. Beileibe nicht jeder Oldtimerfan versteht sich aber als sachkundiger Handwerker. Oft sind es Automobil-Liebhaber, die sich auch ohne handwerklichen Ehrgeiz an den alten Autos erfreuen und sie behüten.
Was macht aber den tatkräftigen Hobbywerker aus?
Bei der Restaurierung und Pflege des „kraftfahrzeugtechnischen Kulturgutes“, wie es verwaltungsdeutsch heißt, handelt es sich um Arbeiten auf den verschiedensten handwerklichen Gebieten. Mit seinen persönlichen Fähigkeiten kann er sie kaum vollständig abdecken. Seine Aufgabe besteht deshalb zu einem gewissen Teil darin, Profis zu finden, die bereit sind, für bestimmte Arbeiten (zum Beispiel Schweißen, Lackieren, Sattlern usw.) eine besondere Hinwendung aufzubringen, dabei aber nicht zu teuer sind. Doch vieles lässt sich auch ohne große technische Fertigkeiten eigenhändig bewerkstelligen, es reicht ja oft schon das Reinigen und Gangbarmachen von Bauteilen. Schmutzige Hände müssen dabei allerdings in Kauf genommen werden!
Bei Ersatzteilen, die schwer zu beschaffen sind, hat der Hobby-Restaurator jedoch besondere Fähigkeiten unter Beweis zu stellen. Um die passenden Teile zu finden, muss er das Teilebuch seines Projekts lesen und verstehen können und Geduld bei der Suche aufbringen. Sehr hilfreich kann es sein, die einschlägigen Netzwerke im Internet zu Rate zu ziehen.
Trotz des über die Jahre gestiegenen Interesses haben die Oldtimer-Treffen bei Thämmigs ihren familiären Charakter bewahrt. Sie sind keine Effektschau, sondern schlicht eine Begegnung im Gespräch. Zunehmend beteiligt sich auch die junge Generation, aus ihrem Kreis sollen ja auch einmal die künftigen Oldtimer-Enthusiasten hervorgehen.