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Der neue Vorstand des Aktionsbündnis‘ Niederrheinappell. Foto: AN
5. Juli 2025 Von NN-Online · Niederrhein

Aktionsbündnis Niederrheinappell: Protest gegen den ungezügelten Kiesabbau geht weiter

Der neue Vorstand des Aktionsbündnis‘ Niederrheinappell bleibt hartnäckig

KREIS WESEL. Das Aktionsbündnis Niederrheinappell e.V. hat einen neuen Vorstand gewählt und geht mit frischem Elan in die kommenden Monate. Klaus Leonhards, Peter Schiffler und Martin Schnapp übernehmen die Leitung des Bündnisses und folgen auf Simone Spiegels, Hannah Bollig und Andreas Köhler, die sich aus beruflichen und privaten Gründen zurückziehen. „Wir stehen geschlossen hinter dem Ziel, den ungezügelten Kiesabbau am Niederrhein zu stoppen und die politischen Versprechen endlich einzufordern“, betont der neue Vorstand. Die Mitgliederversammlung war geprägt von großer Einigkeit und Produktivität. Eine Roadmap für die nächsten Schritte wurde verabschiedet, Arbeitsgruppen zur Vorbereitung weiterer Protestmaßnahmen wurden gebildet.

Neben den lokalen Entwicklungen im Kreis Wesel richtet das Bündnis den Blick auf die Landesebene. „Wir erwarten, dass der Landesentwicklungsplan (LEP) endlich eine konkrete Reduzierung im Kiesabbau in NRW einleitet“, so der Vorstand. Der Koalitionsvertrag der schwarz-grünen Landesregierung sieht einen langfristigen Ausstieg aus dem Kiesabbau in besonders betroffenen Regionen vor – doch bislang fehlt es an Umsetzung.

Trotz jahrelanger Widerstände gegen den ungezügelten Kiesabbau und einer grünen Ministerin im zuständigen Wirtschaftsministerium gibt es keine Entwarnung. Im Gegenteil: Aktuell geraten neue Flächen in den Fokus der Kiesindustrie. Im Kreis Wesel laufen bereits Genehmigungsverfahren für Abgrabungen in Neukirchen-Vluyn (60 Hektar), Rheinberg-Millingen (60 Hektar) und Alpen-Drüpt (35 Hektar). Auch in Kamp-Lintfort-Saalhoff wurden Probebohrungen beobachtet. „Es ist zu befürchten, dass drei neue Kieswerke entstehen – und vielleicht eines geschlossen wird. Wie das mit einem Degressionspfad vereinbar sein soll, ist völlig unklar“, kritisiert Klaus Leonhards.

Die Arbeit geht weiter. Die Initiativen IG Saalhoff, Schwalmtal for Future, Wickrather Feld, Eden e.V. und die Bürgerinitiative Mitgestalten Neukirchen-Vluyn unterstreichen, dass sie mit der Wahl des neuen Vorstands und neuem Schwung dafür eintreten, dass die Versprechen aus Kommunal- und Landtagswahlkampf sowie dem Koalitionsvertrag eingehalten werden. Mit Blick auf die bevorstehende Kommunalwahl im September ruft das Bündnis die Bürger dazu auf, genau hinzuschauen, wer seine Versprechen hält und wer nicht. „Es bleibt viel zu tun“, so der Vorstand, „damit nachfolgende Generationen von uns keinen Niederrhein erben, der aufgrund von kurzfristigen Gewinnmaximierungsinteressen einem Flickenteppich mit eingezäunten Wasserlöchern gleicht.“

Der neue Vorstand des Aktionsbündnis‘ Niederrheinappell. Foto: AN

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