Aikido Dojo Alpen feiert sein 20-jähriges Bestehen
Aus einer Idee wurde ein Treffpunkt für Aikidofreunde aus aller Welt
ALPEN. Eingebettet in ein internationales dreitägiges Aikidoseminar mit der Schweiz-Japanerin Mitchy Ogata, feierte der Verein Aikido Dojo Alpen e.V. kürzlich sein 20-jähriges Bestehen. Zahlreiche Gäste aus dem In- und Ausland waren gekommen, um mitzutrainieren und mitzufeiern.
Auch Alpens Bürgermeister Ludger Staymann ließ es sich nicht nehmen, persönlich am Samstagnachmittag zur Aikidovorführung vorbeizukommen und zu gratulieren. Dabei würdigte er die Leistung des Vereins und hob das jahrzehntelange ehrenamtliche Engagement der Verantwortlichen hervor.
Auch der Präsident des NRW Aikido-Verbandes, Volker Marczona, war angereist, überreichte eine Urkunde und dankte für die 20-jährige Mitgliedschaft im Verband. Denn was vor 20 Jahren mit der Vereinsgründung am Gartentisch begann, wuchs zu einem der größten und aktivsten Aikidovereine in NRW heran. „Dass ein Verein über so viele Jahre lebendig bleibt, ist keine Selbstverständlichkeit. Dafür braucht es Herzblut und Hingabe der beiden Vereinsvorsitzenden“, so Marczona.
Es folgte eine beeindruckende Aikidovorführung. Angefangen bei den vier- und fünfjährigen Kindern bis zu den Erwachsenen und den angereisten Gästen, präsentierte man gemeinschaftlich die Vielfalt des Aikido. Neben den Techniken sorgte die Fallschule von einigen Aikidokas mit spektakulären Flugrollen über drei bis fünf liegende Personen. Den Abschluss der Vorführung bildete ein gemeinsames „Jiyu-Waza“ (beliebige Techniken auf beliebige Angriffe), bei dem alle Aktiven gemeinsam, zur Taiko-Trommelbegleitung von Silke Hanzens frei improvisiertes Aikido demonstrierten.
Denn längst reicht das Netzwerk des Alpener Dojos weit über NRW hinaus. Freundschaften und regelmäßiger Austausch verbinden den Verein mit Dojos aus der ganzen Welt: Schweiz, Niederlande, England, Frankreich, Italien, Belgien, Israel, USA und Japan. Zahlreiche Lehrer prägten den Weg der beiden Dojoleiter: Marijan Tole, Emiel Thon, Volker Marczona, Miles Kessler und Patrick Cassidy und bei Seminaren kamen weitere internationale bekannte Aikidolehrer hinzu. Aus dem Arnheimer Partnerverein war Rinske Gotik angereist und überreichte als Vertreterin ihres Dojos ein Geschenk. Aber auch aus Utrecht, Dortmund, Duisburg, Euskirchen und Belgien kamen Besucher, die die Arbeit des Vereins in Alpen würdigten.
Seit 2006, also seit zwei Jahrzehnten, haben die beiden Dojoleiter Josef Jürgens und Heidrun Hoffmann den Verein mit großem Einsatz aufgebaut.
„Es gab viele Höhen und Tiefen“, so Jürgens, „aber die schönen Momente überwiegen eindeutig und ich würde es heute genauso wieder machen. Dieser Verein ist eine große Bereicherung für unser Leben.“
Das Engagement des Vereins zeigt sich nicht nur im regelmäßigen Trainingsbetrieb, sondern auch in einer außergewöhnlich aktiven Kinder- und Jugendarbeit des Vereins. Internationale Euregio-Kinderfeste, Nikolausseminare, Fahrten nach Belgien oder in die Schweiz. Zahlreiche nationale und internationale Lehrgänge haben Generationen von Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen geprägt.
Bevor der Verein die Möglichkeit hatte, vor einigen Jahren eigene Räume zu beziehen, die nun zum Mittelpunkt des Vereinslebens geworden sind, trainierte man zwölf Jahre lang in der Alpener Grundschulturnhalle. Das bedeutete, vor jedem Training 120 Quadratmeter Mattenfläche auf- und danach wieder abbauen.
Trotz der nun eigenen Räume - „Für Seminare mit Kindern und Erwachsenen und Festen wie heute, ist unser Vereinsraum viel zu klein und wir sind wir der Gemeinde Alpen sehr dankbar, dass wir die Grundschulturnhalle nach wie vor nutzen dürfen. Ohne diese Möglichkeit, wären solche Veranstaltungen wie heute für uns nicht machbar“, so Hoffmann.
Ein gelungener Tag und weit mehr als nur ein Vereinsfest. „Das größte Geschenk sind die Menschen, die wir durch Aikido kennenlernen durften und dürfen“, so Hoffmann. Seit 2013 orientiert sich das Aikido Dojo Alpen an der Lehre von Patrick Cassidy (7. Dan Aikido, Schweiz), der das Dojo jedes Jahr besucht. „Aikido ist eine wunderbare große, internationale Familie und die Botschaft des Gründers des Aikido, Morihei Ueshiba, ist in der heutigen Zeit so bedeutender denn je: Das Einzige, was es zu bekämpfen gibt, ist der nach Kampf strebende Geist in uns. Im Aikido beginnt die Kunst des Friedens bei dir.“
Aikido verbindet Bewegung, Gesundheit und persönliche Entwicklung mit einem respektvollen, gewaltfreien Miteinander.
Für die Zukunft hat sich der Verein bereits ein neues Ziel gesetzt. Mit einem Augenzwinkern sagt Jürgens: „Die 100 Mitglieder haben wir noch nie geknackt, wir waren immer zwischen 80 - 95 Mitglieder – das wäre doch ein schönes Ziel für die nächste Zeit.“
Wer das Aikido Dojo Alpen e.V. kennenlernen möchte, ist jederzeit willkommen und kann bis zu drei kostenlose Trainingseinheiten besuchen. Informationen gibt es per Mail an heidrun@gmx.net, auf der Homepage www.aikido-alpen.de oder unter Telefon 02802/704966
Neben dem Aikido engagiert sich der Verein auch kulturell: Regelmäßig finden im Dojo Konzerte statt. Das nächste Dojokonzert wird am 21. November mit der Pianistin Irina Gerassimez aus Hamburg veranstaltet.
Luca Bytyqi zeigt eine Flugrolle über fünf liegende Personen. Foto: Ronald Brede