70 Jahre im Kolpingchor Goch
Sänger Hans Rouenhoff wird bei der Jahresschlussfeier für dieses seltene Jubiläum geehrt
GOCH. Seit unglaublichen 70 Jahren ist Basssänger Hans Rouenhoff nun schon im Kolpingchor 1890 Goch aktiv.
Für dieses doch recht seltene Sängerjubiläum ehren ihn anlässlich der Jahresschlussfeier des Kolpingchores am kommenden Freitag, 13. Dezember, der Dirigent Paul Verheyen und der 1. Vorsitzende des Chores, Norbert Rauenhoff. Mit Ehrennadel und Urkunde des Sängerkreises Moers und natürlich auch einem obligatorischen Blumenstrauß wird Hans Rouenhoff dann ausgezeichnet.
Wie aber wurde Hans Rouenhoff Sänger des Kolpingchores 1890 Goch? Nach langer Kriegsgefangenschaft seines Vaters versammelte sich 1953 die gesamte Rouenhoff-Familie als Dank für dessen Heimkehr und anlässlich des 50. Geburtstag des Vaters in der Klosterkapelle beziehungsweise Krankenhauskapelle zu einem Gottesdienst. In diesem Gottesdienst gestaltete der Kolpingchor gesanglich die Messe. Das gefiel Hans Rouenhoff außerordentlich gut, war er doch schon als Kind und Schüler ein guter Sänger und dem Chorgesang zugetan. So ergab sich in diesem Jahr ein Kontakt zum Kolpingchor und da er 18 Jahre alt war, durfte er dem Chor beitreten. Seinerzeitige harte Bedingungen, so Hans Rouenhoff „Drei Mal fehlen bei den Chorproben = Rausschmiss.“ Seither singt Hans Rouenhoff mit seiner außerordentlich tiefen Bassstimme im Kolpingchor. In den 70 Jahren Chormitgliedschaft hat er zehn Chorleiter erlebt. Er kann sie allesamt in chronologischer Reihenfolge und mit deren Dirigentenzeiten aufzählen. Als Landwirt war er bis zu seinem 54. Lebensjahr selbstständig, danach arbeitete er in Laarbruch und war für Instandhaltungen auf dem riesigen Gelände verantwortlich.
Seine drei Söhne waren alle „sehr gut in der Schule“ und sind demzufolge auch in ihren Berufen sehr erfolgreich. Sein jüngster Sohn Stefan Rouenhoff ist seit vielen Jahren Politiker und wurde nach jahrelanger Tätigkeit in Brüssel sogar Bundestagsabgeordneter – natürlich mit einem besonderen Augenmerk für die Interessen seines Heimatkreises. „Auf meine Söhne bin ich sehr stolz“, sagt Hans Rouenhoff. Mit jetzt 89 Jahren ist er immer noch als Sänger im Kolpingchor aktiv. Wenn das Wetter es zulässt, fährt er mit „de Fietz“ zu den Chorproben. Und so ist er Beispiel und Beleg dafür, dass Sänger im Chor in der Regel alt werden und dabei aktiv bleiben.
Und damit zum Schluss der Aufruf an alle sangesinteressierten Männer: „Kommt zum Kolpingchor 1890 Goch, denn singen ist gesund und schön, im Chor aber am schönsten“. Die Chorproben finden immer freitags im Kolpinghaus Goch, Mühlenstraße 36, statt und beginnen um 20 Uhr. Ansprechpartner ist jeder Sänger.