50 Jahre Kegelclub „Die Plattfahrer“
Seit 1974 schieben die Kegelbrüder mehr als nur eine ruhige Kugel
SCHAEPHUYSEN. Am 29. September 1974 gründeten zunächst elf, bis Jahresende zwölf Jugendliche in Schaephuysen den Kegelclub „Die Plattfahrer“ in der Gaststätte Winters. Der Name musste erst mühsam gefunden werden, den Ausschlag gaben dann besonders unerwünschte Leistungen, die offenbar gar nicht so selten waren: als Plattfahrer bezeichnet man einen Kegelbruder, der in einer Partie einen Fehlwurf tätigt oder sogar einen Vorteil für den Gegner erspielt.
Die Kegelbahn musste insgesamt dreimal gewechselt werden, zunächst von Winters zu Haever, dann noch einmal zurück, und heute fühlen sich die Männer bei Richard Koeters auf der „Domplatte“ wohl – also wieder in der Gaststätte „Zur Linde“. Unverändert blieb bis heute die Struktur ohne Vorsitzende und andere Ämter, sieht man einmal von Arne Weißenfels als Kassierer ab. Alle Aufgaben werden jährlich dem Alphabet folgend an jeweils zwei Kegelbrüder übertragen. In den ersten Jahren herrschte noch eine rege Fluktuation: Beruf, Studium, Wehrdienst und andere Einflüsse bedingten Aus- und Eintritte. Nachwuchssorgen gab es dabei nie. Aber bis Anfang/Mitte der 1980er Jahre hatte sich der harte Kern herausgebildet, der heute noch die Gemeinschaft trägt. Leider verstarben auch einige aktive Clubmitglieder: Norbert Peschers, Karl Werner Minuth und Hans-Jakob Wormann. Ein ehrendes Angedenken bewahren die Plattfahrer auch den verstorbenen Ehemaligen: Heinrich Beelen, Karl-Heinz van den Berg, Erhard Finger und Jürgen Nitsch.
Die Aktivitäten der Plattfahrer gingen immer weit über die monatlichen Kegelabende und Kegeltouren hinaus. Viele Jahre wurden gemeinsame Feste mit den Ehefrauen und Kindern – speziell an Silvester oder Karneval – gefeiert. Ein besonderes Ereignis in jedem Jahr ist das Sommerfest, das noch immer mit Lagerfeuer und Übernachtung im Zelt ausgerichtet wird. Anstrengend, aber traditionell unverzichtbar ist die jährliche Pokalübergabe im Herbst; die Saison reicht immer von Oktober bis September, Deadline ist die Schaephuysener Kirmes, spätestens dann steht der Jahreskönig fest.
Fast alle Kegelbrüder haben sich in der Gemeinde oder Kirchengemeinde sowie in zahlreichen Vereinen in Schaephuysen und Rheurdt engagiert oder tun dies noch heute.