5-Punkte-Plan für Umgang mit den „Belgierhäusern“
Bürgermeisterkandidat Dietmar Stalder hatte zur Diskussion eingeladen
GOCH. Wie es mit der Schrottimmobilie „Belgierhäuser“ weitergehen soll, war Thema des Diskussionsabends, zu dem der parteilose Bürgermeisterkandidat Dietmar Stalder kürzlich ins Gocher Kolpinghaus eingeladen hatte.
Fachlich unterstützt wurde er von Sarah Philipp (MdL, SPD), die Mitglied des Ausschusses für Bauen, Wohnen und Digitalisierung im Landtag NRW ist. „In Goch ist Wohnraum knapp. Daher sind neue Wohnungen in verschiedenen Größen mit bezahlbaren Mieten dringend notwendig. Umso mehr ist es bedauerlich und ärgerlich, dass die drei ,Belgierhäuser‘ unbewohnbar auf einer innenstadtnahen Fläche stehen und dort verfallen“, so der Einstieg von Dietmar Stalder in das Thema. Wie wichtig das Thema bezahlbares Wohnen sei, habe er in vielen Gesprächen an Infoständen und bei Austauschterminen erfahren; quer durch alle Altersgruppen, Alleinstehende, Paare und besonders Familien mit Kindern seien hiervon betroffen. Zum Thema Schrottimmobilien hatte Dietmar Stalder bereits ein längeres Telefonat mit Sören Link (Oberbürgermeister von Duisburg) geführt. Zusammen mit einer AG wurden die Informationen zu den Immobilien in Goch zusammengetragen und ausgewertet. Sofern Stalder bei den Kommunalwahlen als Gocher Bürgermeister gewählt werde, würden die ,Belgierhäuser‘ und die damit verbundenen Aufgaben eines seiner wichtigsten Kernthemen. Dazu will Stalder folgendermaßen vorgehen: Erwerb der letzten Wohnungen und Lösung der festgefahrenen Verhandlungen; Abbruch und Räumung des Geländes; Ziele klären: Erstellung von bezahlbarem Wohnraum mit verschiedenen Zuschnitten sowie Aufwertung des Umfeldes; Planungsverfahren einleiten, eventuelle Änderungen des Bebauungsplans, Investorensuche und Fördermittel klären; neue Bebauung. Sarah Philipp ging im Anschluss darauf ein, dass dieses Problem nicht nur in Goch bestehe, viele Städte in NRW kämpfen mit ähnlichen Problemen. Das Land hat dazu einen Leitfaden für den Umgang mit Schrottimmobilien veröffentlicht, der den Kommunen Hinweise zur Umsetzung und Lösung dieser Probleme bieten soll. Einer der dort beschriebenen Punkte ist eine Sanierungssatzung, die auch Grundlage für verschiedene Fördermöglichkeiten ist. In der anschließenden Diskussion wurde aus dem Publikum gefragt, warum die Besitzer der letzten beiden Wohnungen nicht einfach enteignet würden. Diese und auch andere Fragen konnten jedoch nicht abschließend geklärt werden, da die Verhandlungen dazu nicht öffentlich geführt werden.
Klar habe sich aber an dem Abend gezeigt, wie groß das Interesse der Gocher an einer Lösung des Problems rund um die „Belgierhäuser“ sei, und dass Dietmar Stalder es zu einer Chefsache machen will, sofern er die Bürgermeisterwahl gewinnt.