NIEDERRHEIN. Auch 2022 hat die Pandemie den 17. „Tag der Ausbildung“ fest im Griff. Daher verlegen die Kooperationspartner rund um das Berufskolleg Geldern des Kreises Kleve die Veranstaltung am Samstag, 29. Januar, erneut in die digitale Welt. „Die digitale Form ist die zweitbeste Lösung, aber dass es überhaupt ein Angebot gibt, ist ein wichtiges Signal“, sagt Schulleiter Andreas Boland. Auch wenn der Tag eigentlich von der persönlichen Begegnung lebt, sollen Kontakte auch dieses Jahr wieder geknüpft werden. Unternehmen haben die Möglichkeit, den interessierten Jugendlichen auf persönliche Weise sich selbst und ein Angebot zu präsentieren und dabei die Vorteile der Ausbildung und vor allem des Handwerks zu vermitteln.

Die Meinung, das Studium sei der vermeintlich beste Weg, ist weiterhin weit verbreitet. Dass das aber so nicht richtig ist, zeigen die sehr vielen Vorzüge der Ausbildung: zahlreiche spannende Beschäftigungsfelder, gute Verdienstmöglichkeiten, eine solide Basis für die eigene Weiterbildung (auch für ein Studium) und eine sichere Zukunft – auch ohne Abitur. Davon können sich Jugendliche am „Tag der Ausbildung“ seit vielen Jahren persönlich überzeugen.

Veraltete Vorstellung von den Berufen

Oft ist auch das Bild der einzelnen Berufe veraltet: „Die Leute wissen wenig über die technische Innovationskraft in den Berufen. Die Technisierung wird immer präsenter und spannender“, erläutert Lucas van Stephoudt, Wirtschaftsförderer in Geldern. Kreis-Wirtschaftsförderer Hans-Josef Kuypers führt die Vorteile weiter aus: „Im Handwerk ist eine schnelle Karriere möglich.“ Hier habe man die Gelegenheit, selbst unternehmerisch tätig zu werden, etwa in der Nachfolge der Geschäftsleitung. Und mit guten Aussichten bieten sich eben nicht nur Azubis Vorteile, sondern in Folge auch der gesamten Region, wenn die jungen Menschen hier ihre Zukunft aufbauen. Stichwort: Fachkräftemangel.

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Für Unternehmen ist der „Tag der Ausbildung“ eine niedrigschwellige Chance, mit potenziellen Bewerbern in Kontakt zu kommen. „Die Betriebe verspüren Handlungsdruck. Es geht um Existenzen und sie müssen um Azubis kämpfen“, sagt Boland.

Individuelle Angebote

Am Veranstaltungstag selbst finden Interessenten auf einen Blick unter tagderausbildung.berufskolleg-geldern.de viele in Kategorien unterteilte Ausbildungsberufe beziehungsweise Unternehmen, Behörden und Bildungseinrichtungen. Neben einem kurzen und informativen Profiltext führt ein Link auf die eigene Internetpräsenz. So entsteht ein direkter Kontakt zu den potenziellen Ausbildern und die angehenden Azubis können das individuelle, von den Firmen erstellte Angebot nutzen. Betriebe haben zum Beispiel die Möglichkeit, ihre Tore für einen Besuch zu öffnen. Da sie in den Vorjahren sehr beliebt waren, wird es an den Sonntagen zuvor außerdem Radiointerviews mit den Akteuren der Veranstaltung geben.

Seit 2006 existiert der „Tag der Ausbildung“ bereits, seit 2016 stieg die Zahl der Kooperationspartner. Zu ihnen gehören neben dem Berufskolleg Geldern des Kreises Kleve die Wirtschaftsförderung der Stadt Geldern sowie des Kreises Kleve, der Verein Agrobusiness Niederrhein, die AOK Rheinland und die Kreishandwerkerschaft Kleve.TL