GOCH. Lange hat das Prinzenpaar in spe von der 1. Großen Gocher Karnevalsgesellschaft Rot-Weiß 1956 – Prinz Achim I. Verrieth und Prinzessin Svenja II. Lange – diesen Augenblick herbeigesehnt: Am vergangenen Freitagabend stand im Kas­tell die offizielle Vorstellung auf dem Programm. Zwar im kleineren Rahmen als sonst, unter streng kontrollierter 2G-Regel und mit geladenen Gästen, aber „endlich sind wieder die Farben der Gocher Karnevalsvereine zu sehen“, brachte es der GGK-Vorsitzende Jörg Lang auf den Punkt, „Goch ist auch Miteinander-Karneval.“

Moderiert von WDR2-Radiofrau und Queeken-Vorsitzender Steffi Neu – „ich bin hier als Betriebshelferin aus Keppeln“ – wurde der Vorstellabend ausgiebig zelebriert. Das Begrüßungs-Ständchen des Gocher Musikvereins, der die rot-weiße Prinzengarde in der Session begleiten wird, pustete das Trommelfell ordentlich durch – schnell waren die Ohren wieder an karnevalis­tische Klänge gewöhnt. „Ist das schön, wieder solche Musik zu hören“, freute sich auch Steffi Neu mit dem Publikum.

“Verrücktes Huhn”

Aus Köln war das „verrückte Huhn“ Julie Voyage angereist, um mit kölschem Liedgut und lockeren Sprüchen für Stimmung zu sorgen. Mit Klassikern wie „Blootwoosch, Kölsch und e lecker Mädche“ gab es die ers­ten Schunkelwellen im Saal. In den Programmpausen, die Zeit zum Klönen boten, übernahm dann DJ Mitch die musikalische Begleitung.

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Videos

Eine Prinzengestellung hat immer viele Beteiligte und die stellten sich im Laufe des Abends in kurzweiligen Videos vor. Gardefrauen, Tanzgarden, Gardisten, die Adjutanten des Prinzenpaares und schließlich das Prinzenpaar selbst tauchten auf der großen Leinwand auf. Ein roter Faden zog sich durch alle Filme: Beinahe hätten sie den Vorstellabend verpasst – aber eben nur beinahe, denn in letzter Sekunde gab es eine Erinnerung an das große Ereignis. Sogar Höhner-Frontmann Henning Krautmacher wünschte den Rot-Weißen und allen Gochern eine tolle Session.

Livestream

Schließlich rückte der große Augenblick immer näher: Unter dem Applaus des Publikums traten Prinz Achim I. und Prinzessin Svenja II. aus dem Voßtor heraus und genossen das erste „Bad in der Menge“. Dort, wo das Voßtor einst stand, befindet sich heute das Vereinslokal der 1. GGK Rot-Weiß, das „Poorte Jäntje“. Per Livestream konnten die Gäste dort den Vorstellabend verfolgen. Ob nun im Saal oder im Vereinslokal: Die Jecken erlebten ein künftiges Prinzenpaar, das vom herzlichen Empfang erst einmal völlig überwältigt war; „Tüttefell“ und eine vorübergehende Sprachlosigkeit inklusive. „Es ist einfach toll, dass ihr den Tag heute mit uns feiert“, so Prinzessin Svenja II., „endlich starten wir in die rot-weiße Session, vielen Dank, dass ihr alle da seid!“ Das konnte Prinz Achim I. nur unterstreichen. Besonders freuten sich die beiden, dass mit Ladis Derer ein Gründungsmitglied der 1.GGK Rot-Weiß dabei war: „Das ist für uns ein Traum“, bedankte sich Prinz Achim I.

„Wej sin all blos Menze: Lachen, Tanzen, Singen, Scherzen – Gocher Karneval berührt die Herzen“ – dieses Motto stand schon lange vor der ungewollten Corona-Ehrenrunde fest. „Keiner ist mehr, keiner ist weniger; wir wollen alle mitnehmen“, machte das Prinzenpaar sein Anliegen deutlich. Mit herzlichen Worten stellten sie ihre Adjutanten Lothar Roeloefs, Frank Lange (übrigens der Vater der Prinzessin) und den Reisemarschall Chris­tian Pennekamp vor. Und: „Die Garde ist ein riesengroßer Rückhalt für uns; für dieses Brauchtum ist man nie zu alt“; betonte Achim II.

“Tüttefell”

Die Grüße der Stadt Goch überbrachte die zweite stellvertretende Bürgermeisterin Katharina Pleines: „Wir freuen uns, dass ihr unsere Stadt präsentiert.“ Frank Bömler, 1. Vorsitzender des Festkomitees Gocher Karneval (RZK) hatte für die Tollitäten in spe eine „Cash Injectio“ im Gepäck, sprich eine Finanzspritze. Geschenke gab es auch vom scheidenden Prinzenpaar, Johannes V. Knops und Julia I. Giesen: Ein Futteral für die Prinzenfedern, ein Nackenhörnchen, das beim Nickerchen im Gardebus die Prinzessinnen-Frisur schont und ein leeres Album für die „vielen tollen Erinnerungen.“
„Tüttefell“ war beim künftigen Prinzenpaar dann noch einmal angsagt, als Chris Koch, Sänger der Band „de Boore“ als Überraschungsgast auf der Bühne stand. Er besang das rot-weiße Lebensgefühl, zündete mit dem Publikum „Bierlichter“ an und heimste eins ums andere Mal Zugabe-Rufe ein. So endete der offizielle Teil des Abends, der nach langer Wartezeit die Session in der Weberstadt und die Prinzengestellung der 1. GGK Rot-Weiß einläutete.