UEDEM. „Hold the Line“ – in Verbindung bleiben, den Kontakt nicht abreißen lassen – niemals war das wichtiger, als in den vielen Pandemie-Monaten. Renate Wischinski suchte einen Weg aus der lähmenden – künstlerischen – Isolation und fand ihn im Online-Austausch mit einer befreundeten Künstlerin. In dieser Zeit entstanden neue Arbeiten und Malereien, die sie nun im Rahmen ihrer 7. Hausausstellung im Atelier am Tönishang 10 präsentiert.

2017 hat sie zum letzten Mal ihre Türen für kunstinteressierte Besucher geöffnet und sie freut sich, dass nach den vielen Corona-Einschränkungen wieder eine Hausausstellung möglich ist. Gemeinsam mit der Freundin hat sie täglich gearbeitet und sich intensiv mit ihr über den künstlerischen Ansatz ausgetauscht: „Wir sind tief in die Arbeiten gegangen und haben uns gegenseitig Feedback gegeben“, berichtet Renate Wischinski, „man ist oft nicht weit genug von den eigenen Arbeiten weg, da braucht es eine andere Sichtweise.“ Bei den Gesprächen ist auch der Titel der Ausstellung „Hold the Line“ entstanden. „Das trifft es und du kannst es vielfältig einsetzen“, so die Einschätzung ihrer Freundin.„Eine Linie gibt Halt, gibt die Richtung an; Linien verstärken und sind universell einsetzbar“, beschreibt Renate Wischinski die Bedeutung dieses Stilmittels. So finden sich Linien in allen ihren Bildern, die sich – ob abstrakt oder gegenständlich – stets mit dem Figürlichen, der menschlichen Figur beschäftigen. „Der Mensch und seine Geschichten interessieren mich einfach, dafür schlägt immer noch mein Herz.“

Während der langen Lockdown-Monate war Renate Wischinski nicht untätig. In dieser Zeit entstanden unter anderem auch ihre „Corona-Figuren“: Die Erntehelferin, die viel umjubelte Krankenschwester und der „Trotzdem“-Flieger.

Deshalb genießt Renate Wischins­ki die Gespräche mit den Besuchern ihrer Hausausstellung: „Es ist so schön, wenn die Leute kommen, ihre Beob­achtungen und Empfindungen schildern; jeder ,liest‘ die Bilder eben anders.“ So wie bei einem ihrer Malkurse: Eine Teilnehmerin trug zunächst nur Farbe auf die Leinwand auf und die beiden Frauen entdeckten in den Formen immer wieder neue Engel. Etwas, was die Anderen so gar nicht sahen. „Man trägt Erlebtes mit sich“, erklärt Renate Wischinski die Unterschiede in der Wahrnehmung.

-Anzeige-

Interpretationen

Gelegenheit zur Interpretation haben Besucher am morgigen Sonntag, 24. Oktober, am Samstag, 30. Oktober, und Montag, 1. November (Allerheiligen). In einem Teil des Wohnbereiches und im frisch renovierten Kellergeschoss warten viele Werke darauf, entdeckt zu werden. An Sichtachsen entlang wird der Betrachter von Raum zu Raum geführt und kann die Bilder auf sich wirken lassen. Außerdem wird die Ausstellung mit Keramik von Carmen Bienemann aus Kleve ergänzt.

In den Räumen gibt es vieles zu entdecken.

„,Hold the Line‘, das war auch eine Warteschleife für die Leute, die sich für meine Kunst interessieren und in Verbindung bleiben wollten“, sagt Renate Wischinski, die froh war, in der Pandemie über Computer und Co Kontakt halten zu können. Ein neues Erlebnis, das „fantastisch geklappt“ hat, waren Online-Malkurse, die sie gegeben hat; man sei quasi in anderen Räumen und Ateliers zu Gast gewesen und das habe viel Spaß gemacht. Ein neuer VHS-Malkurs startet übrigens im November. Informationen dazu gibt es unter www.vhs-goch.de. Schon seit vielen Jahren ist sie in der Erwachsenenbildung bei der VHS Goch und der Familienbildungsstätte Kamp-Lintfort tätig. Ihr Art Atelier hat sie 2005 gegründet.

Parallel: Ausstellung in
 der Hohen Mühle

Parallel zur Hausausstellung wird am morgigen Sonntag, 24. Oktober, 14.30 bis 17 Uhr, die Ausstellung des Heimat- und Verkehrsvereins Uedem „Wenn Träume wieder Wirklichkeit werden“ mit Bildern von Renate Wischinski in der Hohen Mühle eröffnet. Diese Ausstellung ist dann bis Dezember jeweils sonntags, von 14.30 bis 17 Uhr, zu sehen.

Öffnungszeiten
Die Hausausstellung im Atelier am Tönishang 10 in Uedem findet unter Berücksichtigung der 3G-Regel (geimpft, getestet, genesen – mit Nachweis) und Maskenpflicht statt.
Sonntag, 24. Oktober, 11 bis 18 Uhr
; Samstag, 30. Oktober, 14 bis 18 Uhr
; Montag, 1. November (Allerheiligen), 11 bis 18 Uhr