Niederrhein Filmfestival geht in die vierte Runde

Jury entscheidet am Samstag, 2. Oktober, welche Kurzfilme mit der „Silbernen Kopfweide“ ausgezeichnet werden

Monika Stallknecht (l.), Karin Nienhaus und Stephan Hanf fiebern dem vierten Niederrhein Filmfestival im Scala Kulturspielhaus Wesel entgegen. NN-Foto: Michael Scholten

NIEDERRHEIN. Mehr als 1.300 Beiträge wurden eingereicht, 16 haben es in die beiden Wettbewerbe geschafft. Am Samstag, 2. Oktober, entscheidet nun eine Jury aus Vorjahressiegern, welche Kurzfilme die „Silberne Kopfweide“ erhalten. Auch die Zuschauer im Scala Kulturspielhaus Wesel küren wieder ihren Favoriten beim vierten Niederrhein Filmfestival. Jeder der drei Preise ist mit 500 Euro dotiert.

Wer den bewährten Mix aus Kurzfilmen aller Genres und kurzweiligen Interviews mit den Regisseuren und Produzenten erleben will, sollte sich sputen: Corona limitiert das Publikum auf maximal 100 Zuschauer. Tickets gibt es auf der Internetseite www.niederrheinfilm.de, der Besuch der Wettbewerbe „Niederlande“ (ab 14.30 Uhr) und „Deutschland“ (ab 17.30 Uhr) sowie zur Abschlussveranstaltung mit Preisverleihung (ab 20.15 Uhr) kosten jeweils 6,50 Euro. Die Tageskarte ist für 15 Euro zu haben. Es gilt die 3G-Regelung.

Kein Film dauer
länger als 20 Minuten

Festivalleiter Stephan Hanf stellt einen Mix aus Dokumentationen, dramaturgischen Handlungen und bunten Animationsfilmen in Aussicht. „Nur zwei Filme streifen ganz leicht das Thema Corona“, verspricht Hanf. Vielmehr geht es um die letzten Hafenarbeiter Europas, das Schicksal niederländischer Frauen, die im Zweiten Weltkrieg deutsche Männer liebten oder um das ökologische Gleichgewicht der Welt. Das kürzeste Werk dauert zwei Minuten und 19 Sekunden. Kein Film im Wettbewerb ist länger als 20 Minuten.

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„Filmkultur am Niederrhein“

„Wir wollen weiterhin Kurzfilme etablieren und den Menschen schmackhaft machen“, formuliert Monika Stallknecht vom gemeinnützigen Verein „Filmkultur am Niederrhein“ ein Ziel des grenzüberschreitenden Festivals. „Außerdem wollen wir die Menschen aus ihren Wohnungen rausholen, weg von den Fernsehern und PCs und zurück in die Gemeinschaft.“ Ergänzend zum Niederrhein Filmfestival wird es bis in den November hinein ein „Pop-Up-Kino“ unter dem Motto „Stücksken Kino“ geben: An ungewöhnlichen Orten wie dem LVR-Niederrheinmuseum oder dem Schloss Ringenberg werden jeweils sieben bis zehn Kurzfilme gezeigt, meist in Anwesenheit der Filmemacher. Auch dazu stehen Infos auf der Internetseite www.niederrheinfilm.de. „Die Zuschauer sollen die Filmemacher kennenlernen, aber auch die Gedanken hinter deren Filmen“, sagt Festivalleiter Stephan Hanf.

Hommage an
Charles Bukowski

Besonders gespannt ist er auf die Reaktionen, die Lars Böhnke mit seinem neuen Film „Eine finstere Stadt“ ernten wird. Der Weseler Regisseur gewann das erste Niederrhein Filmfestival im Jahr 2018 und steuerte danach beachtliche Tier- und Reisedokumentationen bei. Jetzt wandelt er auf den Spuren von Kultregisseur David Lynch und stellt am 2. Oktober bei der Abschlussveranstaltung, außer Konkurrenz, seine Hommage an den Schriftsteller Charles Bukowski vor, die unter anderem im Scala Kulturspielhaus, im Xantener Hotel van Bebber und am Weseler Rheinufer gedreht wurde. „Es ist ein sehr außergewöhnlicher Film, der vielleicht auch für Kontroversen sorgen wird“, sagt Stephan Hanf und merkt amüsiert an: „Ein Jury-Mitglied hat bei der Sichtung dieses Films Nasenbluten bekommen.“