RHEINBERG. Filmfans müssen nicht mehr lange warten: In Rheinberg fällt am Dienstag, 20. Juli, der Startschuss für die „Filmschauplätze NRW“. Bis zum 17. August locken dann 19 Open-Air-Filmvorführungen Menschen in ebenso viele Kommunen. Ausgerichtet wird die Reihe von der Film- und Medienstiftung NRW. Neben der Hauptattraktion gibt es in Rheinberg eine Reihe interessanter Angebote, bei der man die Stadt besser kennenlernen kann.

Schon in den Vorbereitungen kam schnell die Idee auf, die nunmehr dritte Filmvorführung in den Stadtpark zu verlegen. „Es müssen immer neue Orte sein, auch in wiederholt teilnehmenden Städten“, erzählt Hans-Theo Mennicken, 1. Vorsitzender des Trägerverein Altes Rathaus. Aufgrund der besseren Möglichkeiten für Corona-Kontrollen entschied man sich für die Filmvorführung für den östlichen Teil des Underberg-Freibades, welches selbst unter Denkmalschutz steht.

Ab circa 21.30 Uhr flimmert „Zu weit weg“ von Sarah Winkenstette über die 30 Quadratmeter große Leinwand. „Es ist ein Film für die ganze Familie“, erklärt Norbert Nienhaus, 2. Vorsitzender des Trägervereins. Die Geschichte dreht sich um zwei Jungen, die in einer neuen Heimat zunächst in Konkurrenz zueinander stehen, bald jedoch eine Freundschaft fürs Leben entwickeln.

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Dabei haben alle Filme etwas gemeinsam: Sie harmonieren oder stehen mit den Schauplätzen in Verbindung. Im Falle von Rheinberg ist es der Drehort. Der Film wurde nämlich ebenfalls am Rhein, genauer gesagt in Düren gedreht.

Buntes Rahmenprogramm

Direkt mit Rheinberg verknüpft ist wiederum das Rahmenprogramm von 17 bis 19 Uhr. Am Einzelbaudenkmal „Spanischer Vallan“ zum Beispiel gibt es mehrere Angebote, organisiert von Renan Cengiz und Manu Bechert. Den Anfang macht eine Gedichtlesung rund um das Denkmal. Dem schließt sich die Siegerehrung des Stadtradelns an, ehe die Live-Musik beginnt. Unter Mitwirkung der Rheinberger Jazzsängerin Yulia Tarasova bekommen die Anwesenden Filmmusik auf die Ohren. „Sie improvisiert zudem gerne“, sagt Bechert. Mit den Menschen zusammen wandert auch die Musik später in Richtung Freibad. So soll sie dann auf der Terrasse weitergehen.

Noch am Vallan folgt jedoch auf die Live-Musik eine szenische Lesung, „die sich mit der Historie des Vallans beschäftigt“, sagt Cengiz. Eine Besonderheit gibt es für die jungen Bürger zwischen 17 und 19 Uhr: Aus dem Nachlass des Bildhauers Leo Feltes bekamen Cengiz und Bechert drei Motive gestellt. „Entweder den Vallan, den Pulverturm oder das alte Rathaus können die Kinder dann selbst gießen“, sagt Cengiz. Dies geschieht anhand dreier Negativ-Platten und einer lufttrocknenden Modelliermasse. „So kann man den Kindern ein wenig Rheinberger Historie nahebringen.“

Ab 17 Uhr gibt es auch eine Ausstellung am Vallan. Gezeigt werden Ansichten des Denkmals: historische Fotos, aber auch Zeichnungen. Dafür habe man sich mit lokalen Künstlern in Verbindung gesetzt, wie Bechert erzählt.

Führung durch den Park

Mehr zur Stadtgeschichte erfahren jene, die sich ab 17 Uhr vorm Eingang des Freibads versammeln. Dann führen Edeltraud Hackstein und Christa Hoppe durch den Park. Wie Nien­haus erzählt, seien viele Besucher der letzten Jahre oft von der Schönheit der Stadt überrascht gewesen. Auch die Geschäftsleitung der ausführenden Stiftung lobte Rheinberg unter anderem für seine Pünktlichkeit bei der Bürokratie. „Das war wohl einer der Gründe, weshalb wir Eröffnungsstadt wurden“, sagt Nienhaus.

Überhaupt bezeichnet er das Heft zur Veranstaltungsreihe Filmschauplätze NRW als „Minireiseführer. Es lohnt sich, auch andere Filmvorführungen zu besuchen“, sagt er aus eigener Erfahrung. Das Heft gibt es in Rheinberger Geschäften, Banken und im Bürgerbüro. Außerdem wird es am Veranstaltungstag ausliegen.

Die Organisatoren zeigen sich zuversichtlich, dass die aktuell niedrigste Inzidenzstufe bis zur Veranstaltung beibehalten wird. Demnach würden derzeit auch Listen zur Kontaktnachverfolgung entfallen. Bei der Filmvorführung gelten aber nach wie vor die drei G’s: geimpft, getestet oder genesen.

Der Eintritt ist frei. 100 Sitzgelegenheiten sind frei verfügbar. Besucher sind jedoch aufgerufen, alles mitzubringen, was sie für den Abend brauchen: Vom Campingstuhl bis zu den Snacks. Verpflegung gibt es zwar vor Ort, eine Pflicht zum Kauf gibt es aber nicht.
Ist der Parkplatz vor dem Bad entsprechend voll, wird der Weg rechtzeitig gesperrt und die Fahrer werden auf Alternativen aufmerksam gemacht. Mennicken kann auch die Stadtmitte empfehlen. „Dabei kann man die Stadt auf dem Weg noch ein wenig kennenlernen.“

Gut möglich ist, dass Rheinberg auch in Zukunft wieder Schauplatz der Open-Air-Reihe wird. „Aber man muss sich immer neu bewerben“, sagt Mennicken. Und dementsprechend setzen Wiederholungstäter auch mal ein Jahr aus.

Unterstützer der Filmnacht in Rheinberg sind die Kulturstiftung der Sparkasse Rheinberg, die Stadt selbst, das Kulturbüro sowie die Wirtschaftsförderung.