MEHR. Das Mahnmal in Rees-Mehr an der Heresbachstraße bekommt bald eine Verschönerung spendiert. Nicht nur soll es vom Ballast der vergangenen Jahrzehnte befreit werden. Der Ortsausschuss der Pfarrgemeinde St. Irmgardis möchte damit am 12. September am Tag des offenen Denkmals teilnehmen. Veranstaltet wird er von der Stiftung Denkmalschutz.

Längst nicht alle wissen mehr, was es mit dem Mahnmal auf sich hat. Das gilt für manche Bewohner, aber erst recht für die vorbeikommenden Radfahrer, die an diesem zentral gelegenen Platz in der Dorfmitte gerne einen Halt einlegen. Einen Hinweis gibt der Schriftzug: „Helft deichen.“

Mahnmal Rees-Mehr
Künstler Dieter von Levetzow kam nach Mehr, um für die anstehende Reinigung zu beraten.

Geschaffen hat das aus Muschelkalk bestehende Mahnmal der 95-jährige, in Nütterden lebende Künstler Dieter von Levetzow. Es zeigt den Heiligen Christophorus und erinnert seit 1964 an die Gefahren durch Hochwasser, die früher große Zerstörungen im Dorf hinterließen. Genauso zeugt es jedoch vom Zusammenhalt der Mehrer Bürger, die beim Bau des Deiches halfen.

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Erhalten hatte von Levetzow – damals noch Emmericher – den Auftrag von der Familie Baumann. „Man hat mir freies Spiel gelassen“, erinnert sich der Künstler. Damaliger Bürgermeister und Deichgräf war Theodor Baumann. Dessen Töchter Maria Derksen und Klara Feldhaus sowie Schwiegertochter Resi Baumann sind als Teil des Ortsausschusses der Pfarrgemeinde St. Irmgardis an den aktuellen Geschehnissen aktiv beteiligt. Die Mahnmalreinigung soll außerdem eine Spende der Familie Baumann werden.

Kein Umzug

Vom Tag des offenen Denkmals erfuhr Baumann in der Zeitung. Nach einem Gespräch mit Beatrix Kruse für eine mögliche Teilnahme stellte man fest: Das Mahnmal ist gar nicht als Denkmal registriert. Trotz fehlendem Status bekam Kruse nach einem Austausch mit der Stiftung Denkmalschutz grünes Licht für die Teilnahme.

Dabei wollten einige Stimmen aus dem Dorf das Mahnmal bereits zum neuen Deich verlegen, „das ist aber nicht erlaubt“, sagt Feldhaus. Wieder andere wollten es ganz abschaffen. „Das kann nicht sein. Darauf sitzen seit Generationen die Kinder“, sagt Kruse. Auch für sie ist es ein Teil der Kindheit. Als Mittelpunkt des Dorfs möchte sie den bestehenden Charakter erhalten.

Für die Durchführung der Reinigung erklärte sich mit Bernd Block ein lokaler Malermeister bereit. „Aber er war sich unsicher, wie er die Figur behandeln darf“, sagt Baumann. So entstand der Kontakt zu von Levetzow, der für eine Beratung auf einen Besuch nach Mehr kam. Sein Vorschlag ist denkbar simpel: ein Hochdruckreiniger. „Einfach auf mittlerer Stufe alles abspritzen. Dann kann man immer noch nachhelfen.“ Aus seinem reichen Schaffen ist dieses Werk das einzige Mahnmal für einen Deich. Die Größe der Figur war auch der Grund, weshalb von Levetzow damals zeitweise von seinen Arbeitsräumen auf eine Wiese in Hüthum wechseln musste. „Die Skizzen von damals könnte es auch noch geben“, sagt von Levetzow.

Was den Platz beim Mahnmal in Rees-Mehr angeht, stehen weitere Veränderungen an. Wie Kruse verrät, soll hier bald ein Pavillon für die Jugend des Dorfes entstehen, wo sie sich ungezwungen auch bei Regen treffen kann. Auf weitere Bänke hofft sie ebenfalls, auch wenn die Pläne dafür noch nicht feststehen.