GOCH. Sie haben es wieder einmal geschafft: Fast ausschließlich in Eigenregie, mit viel Fleiß und einem Gespür für wichtige Themen haben sich Schüler des Städtischen Gymnasiums Goch mit ihrer Zeitung „Grenzgänger“ eine weitere Auszeichnung verdient. Beim Schülerzeitungswettbewerb des Rheinischen Sparkassen- und Giroverbandes erreichten sie dieses Jahr den mit 1.000 Euro dotierten dritten Platz im Hauptwettbewerb (Klassen 5 bis 13).

Die Jury lobte neben den innerschulischen auch die (über)regionalen und digitalen Themen. Über verschiedene Ressorts hinweg informieren die Redakteure über Themen wie das eigene Schulleben, Politik, Reisen oder virtuelle Welten. „Digital“ war dieses Mal das übergeordnete Thema. Ursprünglich sollte „unter Druck“ den thematischen roten Faden vorgeben, „aber wir dachten, wir brauchen ein aktuelleres Thema“, sagt Marti Mlodzian (Q1). Gemeinsam mit Jette Bömler (Q1) bildet er die Chefredaktion.

Highlights gibt es wie gewohnt einige: Etwa das Interview mit Rektor Dr. Christoph Peters, der unter anderem über Digitalisierung und Modernisierung spricht und dabei zurückblickt: Schließlich feiert er sein 10. Jubiläum an der Schule. Das Fazit: „Herr Peters ist stolz auf die Veränderungen, möchte aber noch weiter vorankommen. Vor allem bei der Digitalisierung“, sagt Judith van Berlo.

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Der überregionale Bericht zu den vergangenen Kommunalwahlen kam besonders bei der Jury gut an, wie Mlodzian sagt. Im Bereich „Grenzgänger“ wiederum gibt das Portrait von Anna May Wong – einer chinesisch-amerikanischen Schauspielerin im Hollywood der 1920er bis 60er – einen ungewöhnlichen, aber gerade deshalb spannend-interessanten Einblick in das Thema Rassismus. „Sie hatte wegen ihrer Wurzeln stark zu kämpfen“, sagt Aurelie Nguyen. Als eine der ersten chinesischen Schauspielerinnen habe sie eine besondere Rolle gespielt. „Hier geht es um eine andere Zeit, aber es ist noch immer eine aktuelle Debatte. In der Kategorie ‚Grenzgänger‘ wollen wir Menschen vorstellen, die vielleicht nicht bekannt sind, aber Wichtiges geleistet haben.“

Ein paar Schwierigkeiten

Wegen der Pandemie war sich die Redaktion anfangs unsicher, ob sie überhaupt die 17. Ausgabe herausbringen sollte. Die Bedenken räumten sie zwar schnell beiseite, Corona zwang die 16 Redakteure jedoch zu einer neuen Herangehensweise. „Die Ausgabe entstand anders als zuvor. Aber es hat alles gut funktioniert, auch wenn die Koordination etwas schwieriger war“, sagt Mlodzian. Anfangs habe man sich noch persönlich treffen können, ab November hieß es dann jedoch: ab ins Homeoffice. Besprechungen tätigten die Schüler über Videokonferenzen.

Vereinzelte und kurzfristige Schwierigkeiten brachte die Akquise der Anzeigen mit sich, um die sich die Schüler ebenfalls selbst kümmerten. Coronabedingt konnten nicht alle Kunden die geplante Anzeige mit ihrem Budget vereinbaren. „Aber die Banken haben uns weiterhin Anzeigen zukommen lassen. Auch Universitäten konnten wir gewinnen“, erklärt Mlodzian.

Ärgerlich für die Beteiligten war auch der schwierigere Verkauf. „Sonst haben wir Möglichkeiten am Tag der offenen Tür oder an Elternsprechtagen“, sagt Bömler. Stattdessen ging man den digitalen Weg über Email und Instagram. „Die Zeitung haben wir dann meist vorbeigebracht.“ Wegen der Umstände ist auch die Auflage ein wenig heruntergefahren worden, auf 150 Exemplare. Ein paar Zeitungen sind übrigens noch zu kaufen: per Mail an gogy.grenzgaenger@gym-goch.schulen.org oder über Instagram @gogy.grenzgaenger.

Keine 2. “Grenzgänger”-Ausgabe 2021

Normalerweise erscheint „Grenzgänger“ zwei Mal im Jahr, die nächste Ausgabe folgt jedoch erst 2022 – ein weiteres Zugeständnis an die Lage. Aber trotz der Herausforderungen hatten die Redakteure wieder viel Spaß. Viele von ihnen können sich eine Zukunft bei der Zeitung oder anderen Medien vorstellen. Auch Sodabe Habibi: „Ich mag es, zu schreiben und darüber mit Menschen in Kontakt zu kommen.“ Dafür eigne sich der Journalismus besonders gut.

Aber was sind nun die Pläne für das Preisgeld? „Davon finanzieren wir die nächste Ausgabe“, sagt Bömler. „Wir brauchen aber auch Kekse für die Redaktionssitzungen“, ergänzt Mlodzian mit einem Augenzwinkern.