Tom-Sawyer-Wettbewerb: Allerhöchste Eisenbahn

REES. Erstens kommt es anders und zweitens als man denkt. Im Frühjahr startete die Stadt Rees zum 9. Mal den bundesweiten Tom-Sawyer-Schreibwettbewerb für Schüler der Klassen fünf bis 13. Einsendeschluss für die Geschichten zum Thema „Rollentausch“ war der 21. Juni. Dann kam der Lockdown.

Einsendeschluss verlängert

Sigrid Mölleken, Leiterin des Kulturamts der Stadt Rees und erstmals auch Mitglied der Jury: „Man hätte ja damit rechnen können, dass die Zahl der Teilnehmer steigt.“ Das Gegenteil war der Fall. Zum ursprünglichen Einsendeschluss gab es kaum eingereichte Beiträge. Mölleken: „Wir hatten dann zwei Möglichkeiten. Entweder den Wettbewerb in diesem Jahr absagen oder erst einmal den Einsendeschluss verlängern.“ Natürlich entschieden sich die Reeser für die zweite Möglichkeit. Klar, denkt man. Spricht ja nichts dagegen. Mölleken: „Der gesamte Wettbewerb muss ja in bestimmten Zeitfenstern durchgeführt werden. Nachdem wir die Geschichten bekommen haben, ist der nächste Schritt, dass sie an die Juroren weiter geleitet werden.“

Vier Altersgruppen

Für jede der vier Altersgruppen gibt es ein Jurorenduo. Mölleken: „Das jeweilige Duo liest alle Geschichten der entsprechenden Altersgruppe und einigt sich auf die besten zehn Geschichten. Im nächsten Schritt lesen alle Juroren die 40 besten Geschichten und ermitteln danach mittels eines Punktesystems die Gewinner.“ Hier kommen die Zeitfenster ins Spiel. Mölleken: „Am Ende erscheinen ja die 40 besten Geschichten auch in einem Buch und die Produktion eines Buches braucht natürlich Vorlauf. Dieser Vorlauf hat sich jetzt durch die Verlegung des Einsendeschlusses vom 21. Juni auf Ende Juli um etwas mehr als einen Monat nach hinten verschoben.“ Zur Preisverleihung am 29. November um 11 Uhr im Reeser Bürgerhaus muss das Buch fertig sein. Mölleken: „Das ist für die ‚edition anderswo‘, die von Anfang an für die jeweiligen Wettbewerbsbücher verantwortlich ist, natürlich auch eine Herausforderung.“ Dazu kommt in diesem Jahr die Tatsache, dass es im Jurorenteam drei Neubesetzungen gibt. Mölleken: „Neu dabei sind diesmal Carla Gottwein aus Rees, Erwin Kohl aus Alpen und meine Wenigkeit.“

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Drei Neue

Erwin Kohl hat in der Reeser Stadtbücherei mittlerweile mehrere Workshops für kreatives Schreiben mit Jugendlichen geleitet, Carla Gottwein hat sich vor allem als Kuratorin und Filmemacherin einen Namen gemacht. Sigrid Mölleken: „Ich freue mich sehr auf die Tätigkeit in der Jury und bin gespannt auf die Beiträge.“
Bis zum Einsendeschluss am 31. Juli dürften es um die 100 werden. Mölleken: „Ich würde ja den Jugendlichen empfehlen, über eine Teilnahme nachzudenken, denn die Chancen, am Ende zu den Preisträgern oder den Buchautoren zu gehören, sind sehr gut.“ Als Grund für die geringe Teilnahme sieht Mölleken vor allem den Lockdown an den Schulen. „Uns haben die Lehrer als Multiplikatoren gefehlt. Da bin ich ziemlich sicher.“

Hervorragende Chancen

Also: Noch ist Zeit, am Wettbewerb teilzunehmen. Wer mitmachen möchte, schreibt eine Geschichte zum Thema „Rollentausch“. Insgesamt gibt es 20 Preise zu gewinnen. Pro Gruppe werden 5 Preise verliehen, die mit Geld- und Sachpreisen dotiert sind. Die Gruppensieger erhalten je 300 Euro in bar, die Gruppenzweiten je 200 Euro in bar, die anderen Sieger je 100 Euro in bar.
Die Namen der Gewinner werden im Oktober bekannt gegeben. Alle Preisträger werden zur Preisverleihung am 29. November 2020 nach Rees eingeladen. Zum Wettbewerb erscheint im Oktober 2020 ein Buch, in dem die Preisträgergeschichten sowie 20 weitere Beiträge veröffentlicht werden.

Die Teilnahmebedingungen

Teilnehmen dürfen Schülerinnen und Schüler aus Deutschland (Jahrgangsstufen fünf bis 13). Die Beiträge müssen selbst ausgedacht und geschrieben werden und dürfen höchstens zwei DIN-A4-Seiten umfassen (Schriftgrad 12 sowie einfacher Zeilenabstand). Es können nur mit dem Computer geschriebene Beiträge eingereicht werden. Zu lange Texte werden vom Wettbewerb ausgeschlossen. Es werden nur Texte in deutscher Sprache bewertet. Der Beitrag darf bisher weder veröffentlicht noch zu anderen Wettbewerben eingereicht worden sein.