Landratskandidat Peter Driessen (2.v.r.) mit seinem Team. NN-Foto: SP

KREIS KLEVE. In den vergangenen Wochen war Peter Driessen viel im Kreis Kleve unterwegs – allerdings weniger öffentlich, sondern vielmehr privat. „Ich habe mit meiner Frau den Kreis Kleve erkundet. Wir haben uns etwa den Eltener Berg in Emmerich-Elten und den nördlichen Rundweg in Wachtendonk angesehen. Der Kreis Kleve hat wirklich sehr schöne Ecken, die ich kennenlernen möchte“, sagt Driessen. Einen „stillen Wahlkampf“ nennt der amtierende Bürgermeister der Gemeinde Bedburg-Hau dieses Vorhaben. Bei den Kommunalwahlen im September stellt sich Driessen als möglicher Landrat im Kreis Kleve zur Wahl. Unterstützt wird er dabei von der SPD, FDP, Bündnis 90/Die Grünen und der Vereinigung der Wählergemeinschaften im Kreis Kleve.

In dieser Woche läutete Driessen offiziell den Start seines Wahlkampfes ein. Hilfe hat er sich dabei nicht nur von den Parteien, sondern auch von der Design- und Kommunikations-Agentur Lohmann & Friends aus Krefeld geholt. Sie haben unter anderem seinen Online-Auftritt (www.peter-verbindet.de) erstellt. Dort zeigt sich Driessen so, wie er auch als Landrat agieren möchte: Bürgernah und überparteilich.

„Ich möchte ein Landrat sein, mit dem man sprechen und dem man Fragen stellen kann. Dazu gehört für mich auch, dass ich ein Schützenfest in Emmerich, eine Kirmes in Geldern oder eine Sportveranstaltung in Kranenburg besuche. Es steht ja nirgendwo geschrieben, dass das verboten ist“, sagt Driessen mit einem Augenzwinkern auf den amtierenden Landrat Wolfgang Spreen (CDU), der sich nach Meinung Driessens und seinen Unterstützern in seiner Amtszeit zu rar gemacht habe.

Driessen möchte dagegen bürgernähe zelebrieren, ein Ansprechpartner für alle sein sowie die verschiedenen Parteien im Kreistag und letztlich den ganzen Kreis Kleve näher zusammenbringen. Dafür steht auch die rechteckige Klammer, die als Wahllogo bereits seine Homepage ziert und auch als Aufsteller seinen Wahlkampf durch den Kreis Kleve begleiten soll.

Parteiübergreifende Zusammenarbeit

Sie symbolisiere eine gemeinsame, parteiübergreifende Zusammenarbeit innerhalb des Kreistages, den der Landrat auch als verbindendes Glied zu den 16 Kommunen im Kreis Kleve mit ihren jeweiligen Bürgermeistern führe. „Ich sehe den Landrat als verbindendes Element, das für jeden da ist. Bereits als Bürgermeister der Gemeinde Bedburg-Hau sehe ich es als großen Vorteil an, dass ich parteilos arbeite. Ich möchte so auch im Kreistag in vollem Umfang eine Transparenz schaffen“, sagt Driessen. Ein demokratisches Miteinander stehe dabei stehts an erster Stelle.

Die Zusammenarbeit zwischen der SPD, FDP, Bündnis 90/Die Grünen und der Vereinigung der Wählergemeinschaften im Kreis Kleve anlässlich seiner Kandidatur habe bereits gezeigt, dass diese verschiedenen Parteien durchaus auf einer guten demokratischen Ebene miteinander zusammenarbeiten können. „Es ist aber keine Koalition. Wir haben auch keinen Koalitionsvertrag. Wir sagen ganz klar, dass wir Peter Driessen als Kandidat unterstützen möchten“, machte Daniel Rütter von der FDP jedoch deutlich.

Auf seiner Agenda hat Peter Driessen einige Themenfelder stehen, die er als Landrat des Kreises Kleve angehen möchte. Dazu gehören wirtschaftliche Themen genauso wie umweltpolitische. Unter anderem wolle er den öffentlichen Nahverkehr im Kreis Kleve gerne mit einer innovativen Idee stärken. Dazu habe er sich bereits ein „Bus-On-Demand-System“ (zu Deutsch: auf Abruf) angesehen. Bei diesem könnten Bürger einen Bus zu einem persönlichen Abholort bestellen und zu einem vorab festgelegten Betrag für eine Fahrt ihrer Wahl buchen. Die Busse würden zudem mit Wasserstoff betrieben und damit umweltschonend fahren.

Digitalisierung voranbringen

Driessen möchte den Kreis Kleve aber nicht nur auf der Straße, sondern auch digital vernetzen. „Wir brauchen dringend im ganzen Kreis Kleve Highspeed-Internet. Das hat gerade wieder die Coronavirus-Pandemie und das damit verbundene Homeschooling gezeigt. Es reicht nicht, wenn Schüler in der Schule gut ausgestattet werden, aber dann zuhause die digitale Technik nicht nutzen können, weil die notwendige Internetleistung sie nicht erreicht“, sagt Driessen. Zum Bereich Digitalisierung gehöre für ihn außerdem, dass Bürger möglichst viel von zuhause aus erledigen und sich damit viele Behördengänge sparen können.

Zum Flughafen Weeze hat Driessen außerdem eine ganz klare Meinung: „Eine Subvention des Flughafens wird es unter mir nicht mehr geben“, sagt Driessen. Vielmehr wolle er genau unter die Lupe nehmen, inwieweit der Flughafen schwarze Zahlen schreibe und woher diese stammen – „ob aus dem reinen Flughafengeschäft oder durch Vermietung des Areals“.

Die Kommunalwahlen im Kreis Kleve finden am 13. September statt. Neben Driessen kandidieren ebenso Silke Gorißen (CDU) und Guido Winkmann (parteilos).