Freude über den ersten Spatenstich (vl): Kai Verhülsdonk (Bauleiter), Paul Siebers, Gero Guntlisbergen, Nicky Siebers, Wolfgang Jansen und Bürgermeister Urlich Knickrehm. NN-Foto: CDS

GOCH. „Wer in Goch aufgewachsen ist, der weiß, dass es schon vor 50 Jahren hieß ,wo ist der Rest vom Ring?“, erinnert sich Bürgermeister Ulrich Knickrehm zurück. Das „halbe Jahrhundertwerk“ hat nun Fahrt aufgenommen. Zusammen mit Wolfgang Jansen und Gero Guntlisbergen von der Stadtentwicklungesellschaft Go! stellte das Stadtoberhaupt die Pläne vor. „Die Gocher warten seit Jahrzehnten darauf, dass ,ihr‘ Ring endlich geschlossen wird“, bekräftigt Ulrich Knickrehm. Ausführende Firma ist das Tiefbauunternehmen Siebers aus Goch.

Vom Ostring aus über die Pfalzdorfer Straße wird ab sofort am Ringschluss mit der Innenstadtanbindung am Kreisverkehr Nordring/Klever Straße gearbeitet. In einem ersten Schritt entstehen dazu im Stadtteil Neu-See-Land, auf dem Gelände der ehemaligen Reichswaldkaserne, 250 Meter Straße, die von einem Kreisverkehr abzweigen werden, der an der „Kreuzung“ Ost­ring/Pfalzdorfer Straße gebaut wird. Im Wohngebiet trifft die Straße auf einen zweiten Kreisverkehr. Beide Kreisverkehre werden etwas größer als der am Gocher Bahnhof sein. Ebenfalls geplant sind zwei Bus­haltestellen, die Neu-See-Land an den ÖPNV anschließen. Auf beiden Seiten der Straße werden später zudem Fuß- und Radwege angelegt. Der Awo-Kindergarten „Niers­piraten“ und das Jugenzentrum Astra, die an der neuen Straße liegen, bekommen auf einer Länge von 83 Metern eine Lärmschutzwand mit 3,30 Meter Höhe. Überlegungen zur ansprechenden Gestaltung würden bereits angestellt, so Wolfgang Jansen: „Die Kinder sollen ja nicht eingeschlossen sein.“ Denkbar seien zum Beispiel Elemente wie Gabionen, Holz oder Natursteine. Gegenüber von Kindergarten und Astra wird Aldi eine Filiale errichten.

In der Ferne ist der Stadtwerketurm zu erkennen; ist der ist der Ringschluss vollzogen, führt die Straße bis zum Nordring. 2025 könnte es soweit sein. NN-Foto:CDS

Mit den Arbeiten werden gleichzeitig auch die Baugebiete innerhalb der Bebauungspläne Nr. 24 auf dem ehemaligen Gelände des Autohauses Röchling und Nr. 47 (Teil C, dritter Bauabschnitt) in Neu-See-Land erschlossen. In Teil A und B sind bereits 80 Prozent der Grundstücke verkauft. Bevor aber auf Teil C gebaut werden kann, müssen zunächst 7.500 Kubikmeter Oberboden abgetragen werden und der Kampfmittelräumdienst muss das Gelände sondieren. Ist alles in Ordnung, werden Versorgungsleitungen gelegt und eine Baustraße angelegt. Mit der Vermarktung der Grundstücke durch die Stadtentwicklungsgesellschaft Go! kann im Herbst begonnen werden. Die neue Straße wird aber vorerst nur für den Baustellenverkehr des dritten Bauabschnitts freigegeben. „Das machen wir im Interesse der neu Zugezogenen“, so Jansen, „wir wollen eine Sitaution mit möglichst wenig Straßenverkehr schaffen.“

„Das wird eine drastische Umwälzung, nicht nur die Verkehrsführung betreffend, sondern auch im Hinblick auf die Optik“, so der Bürgermeister. Wenn alles nach Plan läuft, dann soll schließlich 2025 die Durchfahrt bis zum Nord­ring möglich sein. Diese Einschätzung hält Wolfgang Jansen unter den gegebenen Unständen für realistisch. Von der Maßnahme versprechen sich Verwaltung und Go! eine deutliche Entlas­tung der Verkehrssituation in der Innenstadt. Bis zum Sommer dieses Jahres soll der erste Ausbauschritt abgeschlossen sein. Die geplanten Kos­ten betragen 850.000 Euro. Davon übernimmt das Land Nordrhein-Westfalen 60 bis 70 Prozent. Für den weiteren Ausbau sollen ebenfalls wieder Fördermittel des Landes beantragt werden. Apropos Kalkarer Straße: Der geplante Ringschluss werde unter der Bahnlinie hindurchführen, so Jansen. Gespräche dazu mit Bund und Deutscher Bahn würden kontinuierlich geführt: „Das ist ein Gemeinschaftsprojekt.“