Zwei Niederrhein-Projekte gewinnen Architekturpreis
Für die Marienschule Kapellen und das Feuerwehrgerätehaus Wachtendonk
NIEDERRHEIN. Zwei Projekte aus der Region sind mit dem Iconic Award 2025 geehrt worden: das Feuerwehrgerätehaus in Wachtendonk und die Erweiterung der Marienschule Kapellen. Beide stammen aus der Feder des Straelener Architekturbüros Michael van Ooyen|Freie Architekten.
Der Iconic Award wird jährlich vom Rat für Formgebung (German Design Council) vergeben und zählt zu den renommiertesten Auszeichnungen in der internationalen Architekturwelt. Aus über 560 Einreichungen aus mehr als 40 Ländern wählte die Jury die Preisträger aus, die mit innovativen, funktionalen und nachhaltigen Lösungen überzeugen konnten.
Marienschule Kapellen
Bei der Marienschule Kapellen würdigte die Jury insbesondere die sensible Einbindung des Erweiterungsbaus in das bestehende Schulensemble. Die neuen Räume schaffen Helligkeit, Offenheit und flexible Nutzungsmöglichkeiten – ein architektonisches Konzept, welches den pädagogischen Anspruch der Schule unterstützt. Zugleich setzt der Bau auf Ressourcenschonung und eine deutliche Reduktion von Betriebskosten.
Feuerwehrgerätehaus
Das neue Feuerwehrgerätehaus in Wachtendonk punktet durch eine robuste und damit langlebige Bauweise sowie eine klare, funktionale Gliederung. „So viel Technik wie nötig, so wenig wie möglich“, lautete hier das Motto. Kurze Wege zwischen Umkleiden, Werkstätten und Einsatzbereichen sorgen für effiziente Abläufe. Die Ziegelfassade greift die ortstypische Architektur auf und verleiht dem Gebäude am südlichen Ortseingang eine markante, aber dennoch zurückhaltende Präsenz.
Mensch im Mittelpunkt
Für Architekt Oliver Droop, Partner im Architekturbüro, steht bei allen Projekten der Mensch im Mittelpunkt: „Wenn Kinder sich in ihrer Schule wohlfühlen oder die Feuerwehrkameradinnen und -kameraden in einem modernen, funktionalen Gebäude arbeiten können, dann ist das der eigentliche Erfolg. Architektur kann Wertschätzung ausdrücken und das Miteinander in einer Gemeinde stärken.“
Gerade öffentliche Bauten wie Schulen oder Feuerwehrhäuser geraten häufig in die Kritik – zu teuer, zu groß, zu langsam gebaut. „Diesen Vorurteilen begegnen wir mit einem hohen Anspruch an Wirtschaftlichkeit, Funktionalität und Gestaltungsqualität“, betont Droop.
Für die Region bedeutet die doppelte Auszeichnung nicht nur Anerkennung für gute Planung, sondern auch Werbung für den Niederrhein. „Architekturpreise zeigen, dass hier am Niederrhein Orte entstehen, die Lebensqualität schaffen und Identität stiften.“
Die Marienschule in Kapellen.
Das Feuerwehrgerätehaus in Wachtendonk.Fotos: Architekturbüros Michael van Ooyen/Freie Architekten