Matthias Ueberfeld setzt auf viele Teilnehmer beim Imkertag. NN-Foto: vs
16. Mai 2025 · Niederrhein

„Zehn Imker, 20 Meinungen!“

Jetzt anmelden: Der Imkerverband lädt am 21. Juni zum 2. Kreis Klever Imkertag ein

NIEDERRHEIN. Es summt und brummt ganz ordentlich im Garten von St. Bernardin, gelegen auf der Ortsgrenze zwischen Kapellen und Hamb. Aber kein Grund zur Panik! Die hier lebenden Bienen sind echte Fleißarbeiter und ausgesprochen sanftmütig. Das lässt sich durch entsprechende Zucht nämlich einrichten. „Jedes Bienenvolk hat seinen eigenen Charakter“, erklärt Imker Matthias Ueberfeld, der hier einige seiner Bienenstöcke aufgestellt hat und das freundliche Wesen seiner überwiegend weiblichen Mitarbeiterinnen im Blick behält. Heute macht er Werbung. Und dass nicht etwa für Honig, sondern für den 2. Kreis Klever Imkertag, der am 21. Juni auf dem Gelände der Wohnanlage stattfindet. Ausrichter ist der Kreisimkerverband, dem aktuell 13 Vereine aus dem Kreisgebiet angeschlossen sind.

An dem Samstag geht es ums Fachsimpeln, ums Netzwerken und den Austausch. „Das gemeinsame Interesse verbindet“, sagt Ueberfeld und betont, dass natürlich auch diejenigen willkommen sind, die nicht in einem Verein aktiv sind und sich einfach mal schlau machen wollen. Rein fachlich hat der Imkertag nämlich einiges zu bieten. Es gibt drei Vorträge in zwei Blöcken, für jeweils zwei kann man sich als Teilnehmer anmelden. Zum einen geht es um neueste Erkenntnisse zur Varroaresistenzzucht. Dafür konnte der Verband Roy Bielert von der Zuchtgruppe VSH Amsteland (Niederlande) gewinnen. „Im Kern geht es darum, mit gezielter Zucht auf den Einsatz von Medikamenten verzichten zu können“, sagt Ueberfeld. Die Varroamilbe gilt als Hauptursache des seit einigen Jahren immer wieder auftretenden Bienensterbens und rottet ganze Völker aus. Die niederländischen Bienenzüchter forschen seit fünf Jahren zur Varroabelastung. Ein Thema, das sicher viele Imker interessiert. Der zweite Vortrag heißt „Nachhaltig imkern mit gesunden Honigbienen. Aus der Vergangenheit und Gegenwart für die Zukunft lernen“. Referentin Sigrun Mittl (Hermsdorf) hat sich intensiv mit (historischer und zeitgenössischer) Fachliteratur beschäftigt und erklärt, was eine gesunde Biene auszeichnet und was sie an Hilfestellung benötigt. Beim dritten Vortrag geht‘s auf einen kleinen Ausflug. Melanie van de Flierdt führt in Weeze durch einen mehrfach prämierten Naturgarten und zeigt, wie viel Leben in so einem Bienen- und Insekten-freundlichen Garten stecken kann. Im Anschluss an die Vorträge gibt es jeweils die Möglichkeit, mit den Referenten ins Gespräch zu kommen und Fragen zu stellen. Die Vorträge finden von 14 bis 15.30 und von 16.15 bis 18 Uhr statt. Gemütlich ausklingen wird der Tag dann von 18 bis 21 Uhr mit einem gemeinsamen Grillen.

Matthias Ueberfeld ist guter Dinge und freut sich auf die zweite Auflage des Fachtags. Die Resonanz bei der Premiere in 2023 sei ausgesprochen positiv gewesen, „es waren auch viele Imker aus den angrenzenden Kreisen und aus den Niederlanden vor Ort“, hofft Ueberfeld auch in diesem Jahr auf reges Interesse. Und gute Gespräche. „Die Imkerei ist durchaus eine Philosophie für sich“, weiß der Gelderner und ergänzt noch ein: „Zehn Imker, 20 Meinungen!“ Er selbst befasst sich damit schon seit fast 40 Jahren – und sagt, dass er immer noch dazulernt. Angefangen hat er auf Profi-Ebene (er hat bei der Landwirtschaftskammer Westfalen-Lippe eine Ausbildung zum Tierwirt mit Fachrichtung Bienenhaltung absolviert), heute ist er ein Hobby-Imker im Zuerwerb. Um die 50 Völker nennt er sein eigen. Mit ihnen produziert er Honig, außerdem züchtet er Königinnen und bildet Interessierte zum Imker aus. „Wir Imker sind gute Naturbeobachter und müssen das auch sein“, sagt Ueberfeld. Klimawandel, Schädlinge, Nahrungsmangel. Es gibt viele Umstände, die Bienen – und Imkern – das Leben schwer machen. Trotzdem: Für Matthias Ueberfeld ist die Imkerei ein tolles Hobby. „Das hat auch etwas Therapeutisches“, findet er. Und der Aufwand? Hält sich in Grenzen. „Man muss sich nicht jeden Tag um die Bienen kümmern und kann auch mal Urlaub machen“, sagt Ueberfeld, der auch einfach gern an der frischen Luft ist und die Gesellschaft der Honigbienen schätzt.

Wer beim 2. Kreis Klever Imkertag dabei sein möchte, kann sich bis zum 8. Juni anmelden. Die Teilnahme kostet 15 Euro. Für Anmeldung und weitere Informationen sollte man sich per Mail an georgkersten@nexgo.de wenden. Georg Kersten ist Vorsitzender des Kreisverbands und hält auch Infos zur Zahlung bereit.

Matthias Ueberfeld setzt auf viele Teilnehmer beim Imkertag. NN-Foto: vs