Zahl der Kirchenaustritte im Kreis Kleve weiter rückläufig
Bistum Münster veröffentlicht Statistik für das Jahr 2025 – 1.552 Menschen sind aus der Kirche ausgetreten
NIEDERRHEIN. Im Kreis Kleve lebten im vergangenen Jahr 164.486 und Katholiken, das sind 3.375 weniger als im Jahr 2024. Das geht aus der Statistik des Bistums Münster für das Jahr 2025 hervor, die die Bischöfliche Pressestelle nun veröffentlicht hat.
1.552 Menschen haben 2025 ihren Austritt aus der Kirche erklärt, das sind 422 weniger als im Vorjahr. Der Höchststand wurde 2022 mit 3.317 Austritten erreicht. Die Zahl der Taufen ist mit 967 (- 17) leicht zurückgegangen, die Erstkommunion wurde 1.268-mal (+ zwölf) gefeiert. 710-mal wurde das Sakrament der Firmung gespendet, 36-mal mehr als 2024. Das „Ja-Wort“ gaben sich 137 Paare in einer katholischen Kirche. Gesunken ist auch die Zahl der Bestattungen, um 131 auf 1.727.
Weihbischof Rolf Lohmann, Regionalbischof für den Niederrhein und den Kreis Recklinghausen, sagt zu den Zahlen:
„Wir leben in einer Zeit der Krisen – Krieg, Streit und Hetze begleiten unseren Alltag. Dem haben wir Christinnen und Christen die Botschaft von Hoffnung, Vergebung und Erlösung entgegenzusetzen. Gerade in Krisenzeiten ist die Kirche ein Anker im Leben der Menschen und will ihnen eine Heimat bieten. Die Austrittszahlen sind noch immer auf hohem Niveau, aber ich sehe den positiven Trend, dass sie sich etwas stabilisiert haben. Ich bin dankbar für alle Erwachsenen und Jugendlichen, die sich mit großem Einsatz für das kirchliche Leben engagieren, so dass unsere Botschaft auch weiterhin in die ganze Gesellschaft wirken kann.“
Der Diözesanadministrator des Bistums Münster, Dr. Antonius Hamers, erklärt zu den Zahlen: „Seit einem Jahr leite ich das Bistum Münster übergangsweise und tue dies noch, bis der neue Bischof in sein Amt eingeführt wird. In diesem Jahr habe ich insbesondere die folgende Erfahrung gemacht: Der Glaube an Jesus Christus ist im Bistum Münster sehr lebendig. Sicher: Viele Zahlen gehen zurück. Aber: Das Engagement von Christinnen und Christen im Bistum Münster ist nach wie vor herausragend. Wie viel ärmer wäre unsere Gesellschaft ohne diese Menschen, die auf vielfältige Weise in der Nachfolge Jesu Christi leben.
Es geht mir nicht darum, die Veränderungen, in denen wir uns als katholische Kirche im Bistum Münster befinden, kleinzureden. Aber: Die katholische Kirche im Bistum Münster ist nach wie vor eine starke Gemeinschaft. Mein Dank gilt allen, die durch ihre Zugehörigkeit zur Kirche, durch ihre Kirchensteuer oder mit Spenden unsere Arbeit unterstützen. Insbesondere danke ich herzlich all denjenigen, die sich als Haupt- und Ehrenamtliche in unseren Gemeinden und Einrichtungen engagieren und der Botschaft Jesu Christi auch in säkularen Zeiten ein Gesicht geben.
Wir müssen nicht depressiv sein, sondern können hoffnungsvoll in die Zukunft blicken. Unser Glaube und unsere Hoffnung gründen in einem Gott, der sich jedem Menschen zuwendet. Wie unfassbar großartig ist diese Botschaft. Und wie viele Menschen erfahren diese Botschaft noch immer tagtäglich aufs Neue: Das fängt an bei Kita-Kindern und ihren Eltern, reicht über Schülerinnen und Schüler oder Menschen, die von der Caritas oder Beratungsstellen Hilfe und Unterstützung erfahren bis hin zu unseren Haupt- und Ehrenamtlichen selbst. Damit diese Menschen den Glauben an Jesus Christus als Bereicherung erfahren, müssen und möchten wir eine einladende, offene, tolerante und glaubhafte Kirche sein, die zwar nicht jedem Zeitgeist hinterherläuft, aber nah dran ist am Puls der Zeit und an den Lebenswirklichkeiten vieler Menschen. Ich bin überzeugt: Gerade in den krisenhaften Zeiten, in denen wir leben, kann uns der Glaube Hoffnung und Zuversicht geben. Der Glaube wird uns helfen, diese Herausforderungen zu meistern.“
Weihbischof Rolf Lohmann. Foto: Bischöfliche Pressestelle/ Achim Pohl