Xantener Sportvereine rüsten sich für schwierige Zeiten
Neue Förderrichtlinien stehen im Fokus
XANTEN. Die Zukunft der Xantener Sportlandschaft steht vor großen Herausforderungen. Im Rahmen einer Informationsveranstaltung des Stadtsportverbandes (SSVX) Xanten diskutierten Vereinsvertreter, Verwaltung und Politik im Rathaus intensiv über den Entwurf der neuen Förderrichtlinien für kommunale Sportanlagen.
Die Neuregelung betrifft primär jene Vereine, die ihren Betrieb auf kommunalen Sportstätten führen. Umso bedeutender war die geschlossene Präsenz der betroffenen Organisationen: Die Vereine TuS Xanten, SSV Rheintreu Lüttingen, Viktoria Birten, DJK Wardt sowie der SV Vynen-Marienbaum (Vyma) wurden durch bevollmächtigte Abgesandte ihrer Vereinsvorstände vertreten, um gemeinsam über die zukünftige Ausgestaltung der Sportförderung zu beraten.
Der Vorsitzende des SSVX, Theo Neu, zeigte sich mit dem Verlauf der Debatte sehr zufrieden und betonte den geschlossenen Auftritt der Xantener Sportgemeinschaft: „Ich freue mich besonders, dass es gelungen ist, alle betroffenen Vereinsvorstände an den Tisch zu holen, um auf Augenhöhe miteinander zu sprechen. Jeder Verein hat seine individuellen Ansprüche, die berücksichtigt werden sollten.“
Neu machte jedoch auch deutlich, dass die Rahmenbedingungen schwieriger werden: Das kommende Haushaltssicherungskonzept (HSK) der Stadt wird die Spielräume für freiwillige Leistungen voraussichtlich einschränken. „Wir müssen uns darauf einstellen, dass Förderungen künftig noch strenger geprüft und unter anderem vom Kreis Wesel genehmigt werden müssen“, so der Vorsitzende weiter.
Xantens Bürgermeister Rafael Zur unterstrich den Willen der Verwaltung, die Vereine zu unterstützen. Ein zentraler Punkt war die Gleichbehandlung bei Eigenanteilen.
Ein bedeutender Aspekt der neuen Richtlinien sind Sondervereinbarungen bei Großprojekten. Besonders im Hinblick auf die geplante Sanierung des Fürstenbergstadions, deren Kosten aktuell auf rund 6,5 Millionen Euro geschätzt werden, herrscht bei den Vereinen Klärungsbedarf.
Aufgrund der enormen Dimension solcher Investitionen forderte unter anderem der TuS Xanten eine präzisere Definition der Eigenanteile. Die Verwaltung sicherte zu, künftig die Nutzungsanteile (etwa durch Schulen, Kindergärten oder die Stadt) genauer darzustellen und zu berücksichtigen, um eine faire Lastenverteilung und Planungssicherheit zu gewährleisten. Bürgermeister Raphael Zur verwies in diesem Zusammenhang auf den Kunstrasenneubau in Lüttingen als Orientierungswert, bei dem der Verein in Vergangenheit
bereits rund 35 Prozent der Kosten durch Eigenleistung und Eigenkapital schulterte.
Die Anregungen aus der Sitzung werden nun in den Richtlinienentwurf eingearbeitet. Im nächsten Schritt wird das Papier im städtischen Schul- und Sportausschuss am 24. Februar sowie im Hauptausschuss am 5. März und im Rat der Stadt Xanten am 12. März beraten. Trotz der angespannten Haushaltslage zeigten sich alle Beteiligten entschlossen, durch frühzeitige Planung und die Nutzung von Landes- und Bundesprogrammen das Beste für den Xantener Sport herauszuholen.
Der Stadtsportverband
Der Stadtsportverband ist die Interessenvertretung der Xantener Sportvereine und fungiert als Bindeglied zwischen dem organisierten Sport, der Stadtverwaltung und der Politik.
Die Teilnehmenden der Info-Veranstaltung. Foto: SSVX