„Gemeinsam fürs Klima“ lautet das Motto, unter denen die 13 Kommunen im Klimabündnis des Kreises Wesel zusammenarbeiten. NN-Foto: SP
5. März 2024 · Xanten

Xanten übernimmt Vorsitz im Klimabündnis

Die 13 Kommunen im Kreis Wesel arbeiten für den Klimaschutz eng zusammen / Als vorerst letzte Kommune hat nun die Stadt Xanten die Leitung übernommen

KREIS WESEL. Klimaschutz ist nicht die Angelegenheit eines Einzelnen. Stattdessen ist vielmehr Zusammenarbeit gefragt. Eine Zusammenarbeit, welche die 13 Kommunen im Kreis Wesel seit über 13 Jahren vorleben. Denn seither arbeitet das Klimabündnis im Rahmen interkommunaler Strategien und Maßnahmen erfolgreich daran, gemeinsam mit der Wirtschaft, der Verwaltung und den Bürgern den Klimaschutz voranzubringen. Der Vorsitz des Klimabündnisses wechselt jährlich von Kommune zu Kommune. Im vergangenen Jahr hatte die Stadt Wesel den Vorsitz inne. Nun hat die Stadt am Rhein den Vorsitz an die Stadt Xanten übergeben.

„Das Konzept des jährlich rotierenden Vorsitzes hat sich bewährt“, sagte Kreis Wesels Landrat Ingo Brohl. Zusätzlich zu den 13 Kommunen und dem Kreis Wesel selbst seien auch die Verbraucherzentrale NRW sowie das Zentrum für Umwelt, Energie und Klima der Handwerkskammer Düsseldorf mit von der Partie. Das gemeinsame Ziel des Netzwerkes sei es neben der interkommunalen Zusammenarbeit auch die Entwicklung kreisweiter Klimaschutz- und Klimaanpassungsstrategien voranzubringen sowie die Energieeffizienz und die Energieeinsparung zu forcieren. „Die Auswirkungen des Klimawandels sind auch am Niederrhein zu spüren, zum Beispiel durch verstärkt auftretende extreme Wetterereignisse. Politik, Verwaltung und Wirtschaft müssen handeln, aber auch jeder Einzelne kann aktiv etwas ändern“, sagte Brohl.

Mit Projekten wie Klimafit Ruhr, dem Stadtradeln oder der Klimaschutzflaggenverleihung biete das Klimabündnis bereits Kampagnen an, die den Bürgern Spaß machen würde und bei denen man in Bewegung bleibe.

Diese „überaus erfolgreichen Gemeinschaftsprojekte“ würden beweisen, wie „engagiert, handlungs- und zielgruppenorientiert“ das Klimabündnis gemeinsam für den Klimaschutz und die Klimafolgeanpassung arbeiten, sagte Ulrich Kemmerling, Klimaschutzbeauftragter der Stadt Wesel. Neben den kommunalen Klimaschutz- und Klimafolgepassungskonzepten sei das Klimabündnis eine weitere, wichtige Säule bei dieser Gemeinschaftsaufgabe. Ohnehin mache „es Sinn innezuhalten und gewohnte Prozesse zu hinterfragen“, sagte Kemmerling. Im Rahmen eines eintägigen Workshops mit allen Kommunen sei im vergangenen Jahr etwa einmal genauer hingeschaut worden, wie die Arbeit der Kommunen in Sachen Klimaschutz zukünftig noch effizienter gestaltet werden könne. Dabei habe sich die Zusammenarbeit in momentan zehn Arbeitsgruppen bewährt, die sich näher mit Themen wie dem Stadtradeln, Fairtrade oder etwa die Kommunale Wärmeplanung auseinandersetzen.

Nun hat die Stadt Xanten den Vorsitz übernommen. Die Maßnahmen und Gemeinschaftsprojekte, die das Klimabündnis bereits umgesetzt hat, gelte es zu fördern und sogar noch weiter auszubauen, sagte Xantens Bürgermeister Thomas Görtz. Neben den Themen wie dem energieeffizienten Sanieren von Gebäuden komme nun mit der Kommunalen Wärmeplanung eine weitere, wichtige Aufgabe hinzu.

Noch in diesem Jahr werde diese für die meisten Kommunen im Kreis Wesel durch ein Landesgesetz voraussichtlich rechtlich verpflichtend. „Mit der Wärmeplanung soll die bisherige Wärmeversorgung mit Gas auf regenerative Wärmeplanung – zum Beispiel Erdwärme – umgestellt werden. Ziel der Bundesregierung ist es, den Gebäudestand bis spätestens 2045 ohne Ausstoß von Treibhausgasen mit Wärme zu versorgen“, erklärte Görtz. Der enge fachliche Austausch und die Bündelung von Ressourcen im Kreisklimabündnis, erleichtere die Bewältigung solcher neuen Herausforderungen für alle Kommunen.

Klimaschutz sei außerdem schon längst keine Randaufgabe mehr. „Wir als Stadt Xanten haben die Stelle unserer Klimaschutzmanagerin in einer Zeit geschaffen, in der es noch hieß: Ja, kann machen, muss man aber nicht. Heute ist es längst eine Pflichtaufgabe“, betonte Görtz. An dieser Aufgebe könne nicht mehr gerüttelt werden. Deshalb begrüße er es auch, dass dem Klimabündnis ab diesem Jahr mit einem „digitalen Klimaschutzplaner“ ein neues Werkzeug zur Verfügung stünde. Mit dem vom Regionalverband Ruhr bereitgestellten Online-Tool könnten Klimaschutz-Maßnahmen interaktiv geplant und deren Wirkungen zur Reduzierung von Treibhausgasemissionen berechnet werden. „Dieses Werkzeug macht die kommunale Klimaschutzplanung vernetzt für den Kreis Wesel möglich. Kommunen können flexibler und konzentrierter auf Veränderungen wie Energiekrisen und neue Technologien reagieren“, sagte Görtz.

Das Klimabündnis der 13 Kommunen im Kreis Wesel trifft sich in persona der Klimaschutzbeauftragten alle zwei Monate. Im nächsten Jahr übernimmt der Kreis Wesel – passend zum 50-jährigen Jubiläums des Kreises – den Vorsitz selbst. 2026 beginnt dann mit der Gemeinde Alpen die bewährte Rotation erneut.

Sabrina Peters

„Gemeinsam fürs Klima“ lautet das Motto, unter denen die 13 Kommunen im Klimabündnis des Kreises Wesel zusammenarbeiten. NN-Foto: SP