Organisatoren und Unterstützer von "Wunderland on Wheels" lächeln in die Kamera. Eventplanung, Gemeinschaft, Freude.
7. Mai 2026 · Kalkar

„Wunderland on Wheels“: Große Trucks, große Emotionen

Charity-Event mit Lkw-Ausfahrt und Trucker-Festival am 30. Mai in Kalkar – Highlight auf der Emmericher Rheinpromenade

KALKAR/EMMERICH. Stolz, Gänsehaut, Dankbarkeit – drei Schlagwörter, die für Leon Westerhof perfekt „Wunderland on Wheels“ beschreiben. Stolz, „dass wir diese Veranstaltung wieder für die schwer kranken Kinder und ihre Geschwister durchführen dürfen“, sagt der Projektmanager des Wunderlands Kalkar. Gänsehaut – der Begriff spreche für sich, angesichts der besonderen Atmosphäre von „WOW“. Und schließlich Dankbarkeit, „dass wir gesund sind“, sagt Westerhof beim Blick in die Runde der „WOW“-Pressekonferenz. Man könnte noch ein weiteres Schlagwort hinzufügen: Vorfreude. Denn die herrscht bei Organisatoren, Teilnehmern und Unterstützern vor der elften Auflage am Samstag, 30. Mai, unübersehbar.

Dabei ist das Thema dieses besonderen Charity-Events auf den ersten Blick kein Grund zur (Vor-)Freude: Im Zentrum von „Wunderland on Wheels“ steht wieder der „WOW-Run“, die große Lkw-Ausfahrt, die mehr als 100 schwer kranken Kindern im Alter zwischen drei und 16 Jahren ein unvergessliches Erlebnis beschert. Für einen Tag sollen sie den Alltag vergessen, der geprägt ist von Herz-, Krebs- und anderen unheilbaren Erkrankungen, von Downsyndrom, geistiger oder körperlicher Behinderung. Dabei arbeitet man seitens des Wunderlands mit der Kinderkrebsklinik Düsseldorf, der Stiftung „Noah4All“ und ähnlichen Institutionen aus der Umgebung zusammen.

„Eine besondere Ehre“: Schirmherrin bei „WOW“

Nicht nur für Kalkars Bürgermeisterin Alexandra Schacky wirkt „WOW“ dabei wie eine Welt der Gegensätze: „Auf der einen Seite die Lkw – groß, schwer, laut, bunt. Auf der anderen Seite die Kinder: klein, leicht, leise, blass.“ Doch treffen diese beiden Welten aufeinander, entsteht „etwas ganz Besonderes – nicht nur für die Kinder“. Für sie sei es „eine besondere Ehre“, als Schirmherrin von „WOW“ zu fungieren. Dabei hebt sie das große Engagement hervor, das hinter dieser Veranstaltung steckt, und ruft „alle Menschen dazu auf, sie zu unterstützen. Wenn man zum Beispiel durch die Lkw-Ausfahrt mal im Stau steht, sollte man sich nicht ärgern, sondern innehalten, den Kindern zujubeln und winken.“

Um 9.30 Uhr starten die Lkw zum „WOW-Run“ in Zehnergruppen ab dem Wunderland Kalkar zunächst in Richtung Grieth, wo die Kolonne zweimal durchkommt und die Freiwillige Feuerwehr an diesem Tag Grill- sowie Getränkestand organisiert – die Einnahmen werden ebenfalls gespendet. „Es ist toll, die lachenden Kinder in den Fahrzeugen zu sehen“, sagt Thomas Verfürden.

Doch gibt es auch die andere Seite: So wird bei der Fahrt durch die deutsch-niederländische Landschaft auch all jener gedacht, die nicht mehr mitfahren können. Schwarze Bänder an den Lkw-Spiegeln sollen den verstorbenen Kindern ihren Platz geben.

Mit 100 Trucks über die Emmericher Rheinpromenade

Über die Rheinbrücke geht es nach Emmerich, wo gegen 10 Uhr „eine Herausforderung, aber vor allem ein Highlight“ ansteht, wie es Leon Westerhof beschreibt: die Fahrt über die Rheinpromenade. „Vor unserer ersten Teilnahme dachten wir noch: Ob das gut geht“, erinnert sich Dr. Manon Loock-Braun von der WfG Emmerich. Ging es, es wurde ein Tag der „großen Emotionen“. Hier entstand auch die Idee zu den „WOW“-Fähnchen, die mittlerweile überall entlang der Strecke zu sehen sind. „Die Anwohner an der Rheinpromenade schmücken ihre Häuser und Balkone“, freut sich Loock-Braun über die Unterstützung aus der Bevölkerung. Auch Emmericher Schulklassen werden den großen Trucks und ihren kleinen Passagieren zujubeln.

Menschen jubeln Lkw-Kolonne beim WOW-Run zu, Fokus auf kleine Beifahrer, fröhliche Atmosphäre, Straßenfest, Gemeinschaftsveranstaltung.

Entlang der Strecke des „WOW-Run“ jubeln zahlreiche Menschen der Lkw-Kolonne und besonders den kleinen Beifahrern zu. Foto: Rüdiger Dehnen

Weiter geht es nach Netterden, wo um 10.50 Uhr eine Pause ansteht. Über ‘s-Heerenberg (12 Uhr), Wissel (13.15 Uhr), Kalkar (13.25 Uhr) und Hönnepel (13.45 Uhr) geht es zurück zum Wunderland. „ Wir werden in allen Städten immer toll begrüßt“, erzählt Westerhof. „Es ist richtig viel los am Straßenrand, oft wird auch gegrillt.“

„Wunderland on Wheels“ mit großem Trucker-Festival

Im Wunderland endet zwar der „WOW-Run“, nicht aber der Tag. Denn von 10 bis 18 Uhr findet hier das Trucker-Festival statt – bei freiem Eintritt und mit einem „bunten Mix aus Spaß und Erlebnissen“ für die ganze Familie. Rund 400 Lkw haben sich bereits dafür angemeldet, am Ende rechnen die Veranstalter mit knapp 500 Trucks. Gegen 15 Uhr werden auf der großen Bühne nicht nur die Spenden übergeben, die nicht zuletzt dank der Unterstützung von Sponsoren zusammenkommen, sondern es wird auch der schönste Truck des Festivals gekürt.

Zu besagten Sponsoren zählt unter anderem Bekker Transporte aus Emmerich. Geschäftsführer Wim Bekker hat Leon Westerhof im Vorfeld des Events begleitet, um in der Kinderkrebsklinik in Düsseldorf die Einladungskarte für „WOW“ zu übergeben. „Das war sehr berührend“, sagt Bekker, dem die Erinnerung an diesen Tag sichtbar nahegeht: „Ein neunjähriger Junge, der an Leukämie erkrankt ist, wollte mit uns seine letzten drei Schoko-Bonbons teilen. Dieser Moment hat uns noch einmal darin bestärkt, hier wieder mitzumachen.“ Nicht nur mit Trucks bei Run und Festival: Die Mitarbeiter haben gesammelt, das Unternehmen hat den Betrag verdoppelt, so dass nun 5.000 Euro zur Gesamt-Spendensumme hinzukommen, die durch die teilnehmenden Lkw-Gruppen, ihre Fahrer und die dazugehörigen Firmen zusammenkommt und am 30. Mai an diverse Stiftungen übergeben wird.

Zurück den Schlagwörtern – ein weiteres kommt von Emmerichs stellvertretendem Bürgermeister Gerd Gertsen: Hochachtung. Für den Einsatz der Organisatoren, vor allem aber der Fahrer beim „WOW-Run“. Gleichzeitig bewundert Gertsen, „wie viel Lebensfreude die Kinder vermitteln, auch wenn sie schwer krank sind“. Und schließlich noch einmal Dankbarkeit: „An alle Beteiligten“, sagt Schirmherrin Alexandra Schacky und betont: „Dieses Thema gehört in die Mitte der Gesellschaft.“

Die Organisatoren und Unterstützer freuen sich auf die elfte Ausgabe von „Wunderland on Wheels“. NN-Foto: Michael Bühs