Wohnträume werden wahr
Erschließung des „Waldparkviertels“ in Emmerich startet
EMMERICH. Nach der Aufgabe der Moritz-von-Nassau-Kaserne gab es viele Ideen für die Nutzung dieser Flächen – darunter auch ein Wohngebiet. Nach den ersten Planungen war „Wohnen mit Pferd“ vorgesehen - mit Verkauf der Grundstückfläche an die S-Grund GmbH, einer Erschließungsgesellschaft der Sparkasse Rhein-Maas, erfolgte aber eine Umplanung, die jetzt nach Änderung des Bebauungsplanes in die Umsetzung geht.
Bürgermeister Peter Hinze zeigte sich beim Baustart zufrieden: „Die Umwidmung des Geländes der ehemaligen Moritz von Nassau -Kaserne in einen neuen „Stadtteil“ von Emmerich begleitet Politik und Verwaltung seit vielen Jahren. Gab es anfangs die Sorge, dass eine Brachfläche entstehen könnte, hat die Stadt die Weichen gestellt, um hier einen interessanten Mix zu ermöglichen, der auf Interesse von Investoren gestoßen ist. Unser Dank gilt insoweit Herrn Wünsch von der Heyden, der mit seinen Projektgesellschaften die ersten Weichenstellungen vorgenommen und mit der Umsetzung des Gewerbegebietes, der Handelsflächen, des Hotels, des Medizinischen Versorgungszentrums sowie „Seniorenwohnen“ den Startschuss gegeben hat. Nachdem angrenzend erste Flächen mit Wohnbebauung bereits erschlossen sind, können wir heute den Startschuss für das Waldparkviertel geben. Wir sind der Sparkasse Rhein-Maas und ihren Tochterunternehmen dankbar, dass Sie sich dem Ziel verschrieben haben, interessante Baugrundstücke zu schaffen und dazu den ursprünglichen Bebauungsplan komplett überarbeitet haben. Die Sparkasse leistet so einen wichtigen Beitrag zur Schaffung von attraktiven Wohnbauflächen in Emmerich am Rhein“.
Wilfried Röth, Vorstandsvorsitzender der Sparkasse, stellt die Motivation der Sparkasse heraus: „Wir möchten durch einen Mix der Bebauung mit Mehrfamilienhäusern, freistehenden Einfamilienhäusern und Doppelhaushälften ein abwechslungsreiches und attraktives Baugebiet schaffen. Dazu leisten die jetzt im Zuschnitt optimierten Grundstücke einen wichtigen Beitrag, um für möglichst viele Menschen den Traum von den eigenen vier Wänden wahr werden lassen.“
Thorsten Welmans, Leiter Projektentwicklung bei der Sparkasse, und Tanja Rogall, Geschäftsführerin der S-Grund GmbH blicken auf ein aufwendiges Änderungsverfahren zurück: fast fünf Jahre waren Gutachter, Planer und die Mitarbeiter der Stadt und Sparkasse mit der Änderung des Bebauungsplanes befasst. Eine Zeit, in der Corona, der Ukraine-Krieg, Baukosten- und Zinssteigerungen nicht nur zu Verzögerungen, sondern auch zu Baukostensteigerungen geführt haben. Rogall macht die Dimensionen des Projektes deutlich: „Grundstückserwerb, Abrissarbeiten, Planungen und Erschließungsarbeiten werden am Ende rund 16 Millionen Euro kosten und auch die Zeitachse ist beachtlich – vom Erwerb der Fläche bis zur Fertigstellung des letzten Hauses wird es mehr als zehn Jahre dauern.“
Welmans, Rogall und der bei der Sparkasse zuständige Immobilienmakler Stefan Dertwinkel können dennoch in positives Zwischenfazit ziehen: Seitdem die Sparkassentochter die Planung des Baugebietes übernommen hat, ist die Liste der Kaufinteressenten stetig gewachsen und wird jetzt mit Beginn der Erschließungsarbeiten zunehmend in verbindliche Reservierungen umgewandelt, inzwischen sind auch die ersten notariellen Kaufverträge schon unterschrieben.
Wesentlich dafür sind der neue Zuschnitt der Grundstücke und auch die von einer weiteren Sparkassentochter, der ImmoReal GmbH, entwickelten effizienten und platzsparenden Wohngrundrisse. Geschäftsführer und Architekt Stefan Rietmann hatte diese schon auf der Sparkassen-Immobilienmesse Ende Mai in Kleve vorgestellt und stieß damit auf großes Interesse: Energieeffiziente platzsparende Gebäude sorgen mit dafür, dass die Bau- und später Wohnnebenkosten beherrschbar bleiben. Wie verschiedene Anfragen zeigen, sind manche Bauwillige auch bereit für den Traum von Eigenheim tiefer in die Tasche zu greifen. Rietmann: „Vom Bungalow mit 80 Quadratmeter Wohnfläche über Doppelhaushälften und freistehenden Einfamilienhäuser bis hin zu Mehrfamilienhäusern können wir nahezu jeden Immobilienwunsch erfüllen.“
Auf rund 100.000 Quadratmeter entsteht Platz für rund 100 Wohngrundstücke, zusätzlich können zehn Mehrfamilienhäuser errichtet werden. Umfangreich auch die Überlegungen zur energetischen Versorgung des Quartiers und die Planungen zur Regenwasserhaltung und Bewältigung von Starkregenereignissen. Andreas Meder, Vorstandsmitglied der Sparkasse, betrachtet den Namen des neuen Wohnquartiers „Waldparkviertel“ als Verpflichtung: „Wir haben im Rahmen des Bebauungsplanverfahrens Wert daraufgelegt, die vorhandenen Waldstrukturen zu erhalten und mit weiteren Begrünungen und Anpflanzungen zu erweitern – den Planenden ist für das gesamte Quartier ein interessanter Bebauungsmix mit kurzen Wegen ins Grüne, zum Einkaufen und zu den Haupterschließungsstraßen gelungen.“
Nachdem der Abriss der Kasernengebäude und vor allem der Bunker unter den Gebäuden weitgehend parallel zu den Planungen erfolgt ist, konnten jetzt Ingo Jansen (Ingenieurbüro Kottowski) sowie die Geschäftsführer Nicky und Paul Siebers von Gebr. Siebers Tiefbau GmbH mit den den Vertretern von Sparkasse und Stadt symbolisch den ersten Spatenstich vornehmen – Thorsten Welmans: „Wir gehen davon aus, dass im Frühjahr 2026 mit dem Bau der Mehrfamilienhäuser und der ersten Einfamilienhäuser gestartet werden kann. Je nach Fortschritt der Erschließungsarbeiten werden nach und nach die nächsten Bauabschnitte in die Umsetzung gehen.“
Beim Spatenstich (v.l.): Ingo Jansen, Nicky Siebers, Andreas Meder, Thorten Welmans, Stefan Dertwinkel, Tanja Rogall, Andreas Belting, Peter Hinze, Wilfried Röth, Paul Siebers, Jens Bartel und Jaqueline Schreiter. Foto: Sparkasse Rhein-Maas