Wo sollen Emmericher Patienten denn hin?
Emmericher Ärzteschaft verschickt offenen Brief zum Erhalt des St. Willibrordspitals
EMMERICH. Die Emmericher Ärzteschaft hat sich mit einem offenen Brief an NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann gewandt. Ihre Forderung: Das St.-Willibrord-Spital muss unbedingt erhalten bleiben!
Als Gründe zählen sie unter anderem die besondere geographische Lage zwischen den Niederlanden auf der einen und dem Rhein auf der anderen Seite auf. Eine wohnortnahe Versorgung der Bevölkerung sei dringend erforderlich. Zudem sei die Versorgung von 10.000 stationären Patienten pro Jahr in den umliegenden Krankenhäusern nicht möglich. „Dort sind keine Kapazitäten für derart viele Patienten vorhanden“, schreiben sie. Die Versorgung von rund 30.000 ambulanten Patienten sei ebenfalls in umliegenden Krankenhäusern nicht möglich und schon gar nicht in den allgemeinmedizinischen Praxen oder auch in den Facharztpraxen. Die Wartezeiten in den vorhandenen Facharztpraxen betrügen bis zu einem Jahr oder es würden teilweise gar keine neuen Patienten aufgenommen. Bei Sperrung der Rheinbrücke betrage die Fahrtzeit cirac eine Stunde nach Kleve über Rees oder 45 Minuten nach Bocholt oder Wesel.
Was man in Emmerich unbedingt benötige, sei eine stationäre Basisversorgung kardiopulmonal, gastroenterologisch und chirurgisch/unfallchirurgisch, eine orthopädische Abteilung mit Schwerpunk Endoprothetik sowie eine große Geriatrie mit Alterstraumatologie und stationärer Schmerztherapie. Das Krankenhaus in Kleve sei schon jetzt sehr häufig wegen fehlender Kapazitäten für Notfälle durch Anfahrten vom Rettungsdienst abgemeldet. Wo solle man als Notfallpatient aus Emmerich denn hin, wenn das Emmericher Krankenhaus nicht mehr existieren würde? Die Ärzteschaft: „Wir brauchen unbedingt weiter einen Notarzt in Emmerich, da Anfahrten von Kleve, Wesel oder Bocholt viel zu weit sind. Der Handlungsbedarf zur Rettung des Krankenhauses ist rasch und dringend erforderlich, denn das Personal bewirbt sich bereits weg, da die Zukunft im Emmericher Krankenhaus zu unsicher geworden ist. Es müssen dringend und sofort Unterstützungsmaßnahmen zum Erhalt des Emmericher Krankenhauses von Seiten des Landes Nordrhein-Westfalen ergriffen werden!“
Das Emmericher Krankenhaus soll erhalten bleiben. Das fordert die Emmericher Ärzteschaft. NN-Foto: MB