Wo Joseph Beuys auf die Banane trifft
Thomas Baumgärtel eröffnete Ausstellung im Museum Forum Arenacum
RINDERN. Wo Joseph Beuys auf die Banane trifft, entsteht ein ungewöhnlicher Dialog zwischen Kunst und Geschichte. Zur Eröffnung der Ausstellung des Kölner Künstlers Thomas Baumgärtel strömten am Sonntag zahlreiche Besucher ins Museum Forum Arenacum, das trotz hochsommerlicher Temperaturen bis auf den letzten Platz gefüllt war.
Der als „Bananensprayer“ international bekannte Künstler macht derzeit mit seiner Niederrhein-Tour „Freiheit für die Kunst“ Station an mehr als 40 Ausstellungsorten. Nach einer Ausstellungseröffnung am Vormittag im Haus Koekkoek führte ihn sein Weg am Nachmittag nach Rindern. Dort wurde Baumgärtel von Museumsleiter Frank Mehring und den Gästen mit Live-Songs der Rolling Stones empfangen – eine passende musikalische Referenz, denn Motive der legendären Rockband finden sich auch in zahlreichen seiner Werke wieder.
Für besondere Aufmerksamkeit sorgte bereits zu Beginn eine spontane Kunstaktion vor dem Museum. Gemeinsam mit Bürgermeister Markus Dahmen brachte Thomas Baumgärtel die weltweit erste gesprayte Banane mit Beuys-Hut auf dem Schild des Museum Forum Arenacum an. Zahlreiche Besucherinnen und Besucher verfolgten die Aktion und hielten den besonderen Moment mit ihren Kameras fest. Die besondere Bedeutung der Ausstellung hob der Vorsitzende des Vereins Arenacum, Josef Gietemann, in seiner Begrüßung hervor: „Viele Museen zeigen Thomas Baumgärtel. Aber nur in Rindern trifft seine Banane auf Joseph Beuys, römische Archäologie und fränkische Geschichte zugleich. Diese Kombination gibt es kein zweites Mal.“
Die Ausstellung vereint Werke aus Baumgärtels Reihe „Alte Meister“, niederrheinische Landschaften und seine bekannten Bananenmotive mit den historischen Sammlungen des Museums. Besonders eindrucksvoll zeigt sich dieser Dialog im ehemaligen Jugendzimmer von Joseph Beuys. Dort begegnen sich die Kunstwelten zweier Künstlergenerationen: Über dem historischen Jugendbett hängt Baumgärtels Werk „Tor vor Monte Fantasia“, während das Bild „Joseph lebt!“ mit einer Banane unter dem berühmten Filzhut an den großen Sohn Rinderns erinnert.
Ein weiterer Blickfang sind die von Baumgärtel gestalteten Schaufeln und Schüppen, die bewusst zwischen archäologischen Funden in den Vitrinen des Museums präsentiert werden. „Archäologie gräbt die Vergangenheit aus. Kunst legt neue Bedeutungen frei“, erklärte Gietemann. Die ungewöhnliche Verbindung zeige, dass Geschichte und Gegenwart keine Gegensätze seien, sondern miteinander ins Gespräch treten könnten.
Zum Gelingen der Ausstellung haben zahlreiche Spenderinnen und Spender beigetragen. Ihnen galt der ausdrückliche Dank des Vereins Arenacum. Kultur brauche kreative Ideen, aber auch Menschen, die Verantwortung übernehmen und solche Projekte ermöglichen. Mit der Begegnung von Joseph Beuys, römischer Archäologie, fränkischer Geschichte und den ikonischen Bananen Thomas Baumgärtels präsentiert das Museum Forum Arenacum eine Ausstellung, die es in dieser Form nur in Rindern gibt. Die Ausstellung „Thomas Baumgärtel – Alte Meister, Bananenschaufeln und Niederrhein-Landschaften“ ist bis Ende August im Museum Forum Arenacum in Rindern zu sehen.
Vor dem Museum Forum Arenacum in Rindern: Künstler Thomas Baumgärtel, Vorsitzender Josef Gietemann und rechts, Museumsleiter Frank Mehring mit Gästen bei der Präsentation der neu gesprühten Banane mit Beuys-Hut am Museumseingang. Foto: Arenacum