Koordinatorin Sina Gies (r.) und Café-Leitung Tatjana Lagovskaja (l.) im Familienbüro in Emmerich. Foto: privat
17. Januar 2026 · Emmerich

„Wirklich alle Familien sind hier herzlich willkommen“

Das Familienbüro in Emmerich begeht sein 5. Jubiläum mit einer großen Feier am 27. Januar

EMMERICH. Beratungsangebote, Aktionen für die ganze Familie, Raum für Begegnung und Vernetzung: Seit fünf Jahren nimmt das Familienbüro in der Stadt Emmerich einen ganz besonderen Platz ein. Zeit für eine Momentaufnahme und den Blick nach vorn.

Auch wenn ein Wasserschaden der Grund für den Umzug des in der Begegnungsstätte ebkes beheimateten Familienbüros an die Tempelstraße 10 war, zeigt sich die Koordinatorin des Familienbüros, Sina Gies, „total glücklich. Die Besucher sind uns gefolgt, außerdem haben wir nun noch mehr Räume, die hell und offen sind.“ Gute Voraussetzungen also, denn in diesen Räumlichkeiten spielt sich auch über das neue Jahr hinweg so einiges ab. Das Angebot des Familienbüros lässt sich in mehrere Säulen unterteilen.

Da wären einmal die regelmäßigen Angebote, wie zum Beispiel das Familiencafé dienstags und mittwochs von 9 bis 11 Uhr. Während Kinder hier spielen und andere Kinder kennenlernen dürfen, können ihre Elten sich mit anderen austauschen. Donnerstags verwandelt sich das Familiencafé dann in das Familienfrühstück. Hinzu kommt mittwochs nachmittags ein Schnullercafé für Eltern mit Babys bis zu einem Jahr.

Eine große Bedeutung haben auch die Beratungen durch die Koordinatorin. „Unsere Besucher haben zu allen möglichen Alltagsthemen Fragen“, erläutert Sina Gies: Welche Freizeitbeschäftigungen bieten sich für Kinder in Emmerich? Was gibt es beim BuT-Antrag (Bildung und Teilhabe) zu beachten? Welche Sprachkurse gibt es? Auch zu Bürger- und Kindergeld-Anträgen oder sogar zum Handyvertrag gebe es Anfragen.

„Was ich selbst bearbeiten kann, erledige ich direkt vor Ort“, sagt Gies. Geht das nicht, vermittelt sie die Besucher schnell und über kurze Wege an externe Träger weiter, die im Familienbüro ebenfalls offene Sprechstunden anbieten. Da sich Familien auf diese Weise nicht noch selbst an anderer Stelle um einen Termin bemühen müssten, gestalte diese Vernetzung das Beratungsangebot besonders niederschwellig,. „Man kann Erziehungsberatung in Anspruch nehmen, es gibt eine Mediensprechstunde, es wird über sexuelle Gewalt aufgeklärt und wir haben die Migrations-, Schwangerschafts-, Ehe-, Familien- und Lebensberatung, eine Ein-Eltern-Beratung und die Beratung in Trauer- und Verlustsituationen sowie die Frauenberatungsstelle hier. Auch eine Hebamme ist einmal die Woche vor Ort.“

Das Konzept werde gut angenommen, „wir wachsen aber auch stetig weiter“, erzählt Sina Gies und ergänzt: „Es kommen immer wieder neue Familien zu uns, die durch unsere Aktionen auf uns aufmerksam werden.“ Einmal im Jahr gibt es etwa ein großes Familienfest, aber das ist nur eines von vielen Beispielen. Hinzu kommen unter anderem eine Aktion zur Zahngesundheit, ein Karnevals- und Osterfrühstück, eine Pflanzaktion im Rheinpark mit dem Bauhof, Ausflüge (unter anderem für Ein-Eltern-Familien), Ferienprogramme und die jährliche Nikolaus-Taschenaktion, bei der sich zuletzt 213 Kinder über mit Spielmaterialien, kreativen Ideen und Leckereien gefüllte Taschen freuen durften.

Für Sina Gies und die Café-Leitung Tatjana Lagovskaja bedeutet all das eine Menge Arbeit, „aber wir machen das gerne. Das Lächeln der Familien ist die beste Bezahlung“, sagt Gies. Dass so viele Menschen mit ihren Fragen zu ihr kommen, empfindet sie als großen Vertrauensbeweis und Wertschätzung. Damit sei das Familienbüro auch nicht mehr aus Emmerich wegzudenken. „Die Familien verlassen sich darauf, dass sie hier direkte und niederschwellige Hilfe bekommen.“ Die Zahlen untermauern das: Während Sina Gies pro Tag etwa fünf Beratungen durchführt, kommen ihre externen Kollegen in den offenen Sprechstunden auf etwa 500 Beratungen pro Jahr. Auch die übrigen Angebote treffen offenbar einen Nerv: Allein das Familiencafé kommt auf gut 3.000 Besucher pro Jahr.

Trotz der schon jetzt großen Fülle an Angeboten kommt Stillstand für die Verantwortlichen aber nicht in Frage: „Um uns weiterzuentwickeln, veranstalten wir regelmäßige Treffen mit allen externen Beratern, um zu schauen, wo wir was verbessern können“, erläutert Gies. Auf diese Weise kam 2025 auch der „Sommerspaß“ auf dem Hof der Gesamtschule dazu, „und wir hoffen, diesen auch in 2026 wieder gemeinsam mit unseren Kooperationspartnern anbieten zu können.“

Ursprünglich habe es auch ein umfangreicheres Kursangebot geben sollen, „aber die Räumlichkeiten haben das noch nicht hergegeben. In Zukunft soll es aber vermehrt Kursangebote geben.“ Schon jetzt bietet das Familienbüro einen kostenlosen Babymassage-Kurs, ein Angebot rund um Schwangerschaft und Geburt sowie ein neues Fachkräfte-Café an, über das sich Emmericher Fachkräfte aus dem Bereich Familie, Kinder und Jugendhilfe an einen Tisch setzen und netzwerken können. Eine besondere Veränderung steht im Herbst an: Dann nämlich soll das Familienbüro mit dem ebkes in das „De wette Telder“ auf der Steinstraße ziehen.

Eines ist Sina Gies wichtig zu betonen: Die Angebote des Familienbüros beschränken sich keinesfalls nur auf spezielle Zielgruppen. „Wirklich alle Familien sind hier herzlich willkommen!“ Eine gute Gelegenheit für einen Besuch bietet die öffentliche Geburtstagsfeier am Dienstag, 27. Januar, von 14 bis 16 Uhr. Die regulären Öffnungszeiten sind dienstags und mittwochs von 8.30 bis 12.30 Uhr sowie von 13.30 bis 16 Uhr und donnerstags bis 17 Uhr. Für die Finanzierung des Familienbüros zeichnet sich die Stadt Emmerich verantwortlich.

Koordinatorin Sina Gies (r.) und Café-Leitung Tatjana Lagovskaja (l.) im Familienbüro in Emmerich. Foto: privat