Michael Klotzbier sagt: „Eine Scheidung kostet erstmal Zeit, Geld und Nerven, aber es öffnen sich auch neue Türen!“ Foto: privat
9. Dezember 2025 · Kleve

„Wir sind eine große Community“

Michael Klotzbier engagiert sich für den Interessenverband Unterhalt & Familienrecht

KLEVE. „Glücklich geschieden“ – geht das überhaupt? Fragt man Michael Klotzbier, kommt die Antwort ohne Zögern: „Ja, das geht.“ Klar, das Ende einer Ehe fühlt sich für viele erstmal wie ein persönliches Scheitern an und löst Unsicherheit aus. Aber oft ist eine Trennung der Start in ein besseres Leben. Bei Klotzbier war es genau so. Als seine eigene Scheidung vor fünf Jahren anstand, suchte er Hilfe und fand sie beim ISUV – Interessenverband Unterhalt & Familienrecht. Heute engagiert er sich dort ehrenamtlich und möchte Menschen in der Region Mut machen, nicht nur die Schattenseiten einer Trennung zu sehen.

Als seine Ehe zerbrach, fühlte sich Klotzbier wie „das schwarze Schaf“ der Familie – eine echte Niederlage. „Es war nie mein Plan, irgendwann wieder bei meinen Eltern einzuziehen“, erzählt er und erinnert sich daran, wie er gemeinsam mit seinem Sohn Berlin verließ und zurück nach Fulda ging. Heute lebt er am Niederrhein, hat eine tolle Partnerin – ebenfalls geschieden, ebenfalls mit Kind – und sagt rückblickend: „Eine Scheidung kostet erstmal Zeit, Geld und Nerven, aber es öffnen sich auch neue Türen!“

Was ihm geholfen hat? Vor allem die Erkenntnis, nicht alleine zu sein. Rund 129.300 Ehen wurden 2024 in Deutschland geschieden, wie das Statistische Bundesamt meldet – NRW liegt dabei übrigens an der Spitze. Im Durchschnitt sind Männer bei der Scheidung 47,6 Jahre alt, Frauen 44,6, und Ehen halten im Schnitt 14,7 Jahre. Etwa jede vierte Ehe wird heute geschieden, bei etwa der Hälfte sind minderjährige Kinder betroffen. „Dann wird es nicht nur emotional schwierig“, weiß Klotzbier, der inzwischen selbst Orientierungsgespräche anbietet und Kontakte knüpft, unter anderem auch mit Anwälten, um Hilfen besser zu vernetzen.

Gemeinsam mit der VHS Kleve hat er in diesem Jahr bereits sechs Vorträge und Workshops rund um das Thema Scheidung organisiert. Der letzte Termin für 2025 steht kurz bevor: Mittwoch, 17. Dezember, 19 bis 21 Uhr, unter dem Titel „Glücklich geschieden – Trennung heilen, Neubeginn leben“ – als Online-Kurs. Dabei geht es vor allem darum, die eigenen Wünsche und Bedürfnisse klarer zu sehen. Und es wird interaktiv: Zunächst stellen Jasmin Bühler und Hendrik Holler von der Coya Company ihr Konzept vor, danach können die Teilnehmer Übungen ausprobieren und Fragen stellen. „Es geht um Perspektiven, um einen Neuanfang“, sagt Klotzbier. Und auch darum, Familie neu zu denken. „Kinder sollten immer im Mittelpunkt stehen.“ Den Begriff „alleinerziehend“ mag er übrigens nicht – „man ist getrennt-erziehend“, findet er. Streitereien auf dem Rücken der Kinder? Für ihn ein absolutes No-Go.

Der ISUV bietet eine Fülle an Informationen, etwa zu Unterhalt, Gütertrennung oder Rentenansprüchen. Mitglieder bekommen unter anderem vergünstigte Coachings und ein ausführliches Orientierungsgespräch. „Wir sind eine große Community mit über 5.000 Mitgliedern“, sagt Klotzbier. Zwar sei eine Mitgliedschaft beim ISUV sinnvoll und auch wünschenswert, doch die Vorträge sind erstmal für alle offen – und kostenlos.

Kontakt zur ISUV-Kontaktstelle Kleve / Michael Klotzbier per Mail an kleve@isuv.de oder Telefon 01512/ 2132614. Die Anmeldung zum Online-Kurs am 17. Dezember erfolgt über die VHS Kleve (https://www.vhs-kleve.de/kurssuche/kurs/ISUV-Gluecklich-geschieden-Trennung-heilen-Neubeginn-leben/C161104) oder direkt bei Klotzbier. Weitere Infos zum Interessenverband findet man unter https://isuv.de.

Michael Klotzbier sagt: „Eine Scheidung kostet erstmal Zeit, Geld und Nerven, aber es öffnen sich auch neue Türen!“ Foto: privat