Wie aus Fremden Freunde werden
3. interreligiöses/internationales Friedensgebet in Geldern
GELDERN. Trotz widriger Wetterverhältnisse und einiger krankheitsbedingter Ausfälle, hat das 3. internationale Friedensgebet in der Gelderner Heilig-Geist-Kirche stattgefunden, gestaltet und vorbereitet von Vertretern der evangelischen und der katholischen Kirche und einer Muslimin. Dennoch hatten erstaunlich viele Menschen den Weg zur Kirche gefunden, viele bekannte aber auch sehr viele unbekannte Gesichter waren zu sehen. Ebenso freuten sich die Organisatoren über die große Anzahl der Muslime und auch der Menschen, deren Muttersprache offensichtlich nicht deutsch ist.
Das Thema dieses Gottesdienstes lautete: „Wie aus Fremden Freunde werden‘“. Mittelpunkt war dabei der Dialog von vier jungen Frauen, alles Schülerinnen der Gelderner Gesamtschule der Jahrgangsstufe 12. In diesem Gespräch wurde deutlich, welche Ängste, Vorbehalte sie zu Beginn hatten, als sie sich auf den Weg für diesen Dialog begeben haben und was sich bei ihnen im Laufe dieser Zeit verändert hat. Die Offenbarung ihrer persönlichen Gefühle und Gedanken, die Schilderung wie die Fremdheitsgefühle allmählich verschwanden und sich zaghaft eine Freundschaft zwischen diesen vier jungen Frauen (aus dem Iran, aus Lettland, aus Syrien und aus der Türkei) entwickelte, hat viele Besucher sehr bewegt.
Menschen aus den verschiedensten Ländern, die ihre Heimat inzwischen in Geldern gefunden haben, konnten in den Gottesdienst einbezogen werden, indem sie Abschnitte aus einem Gebet in ihrer Muttersprache vorlesen haben. Dieses Gebet wurde zunächst in deutscher Sprache vorgetragen und im Anschluss dann in sechs weiteren Sprachen: aramäisch, türkisch, persisch, arabisch, polnisch und niederländisch.
Zum Abschluss erfolgte der Segen nach muslimischem und christlichem Format. Musikalisch begleitet wurde das Friedensgebet vom orthodoxen Männerchor aus Geldern.
„Insgesamt war dieses Friedensgebet also wirklich interreligiös und international. So kann Integration vielleicht stattfinden und hoffentlich gelingen. Das positive Feedback der Besucher gibt uns jedenfalls das Gefühl und die Hoffnung, dass in Geldern diesbezüglich etwas passiert“, erklären die Organisatoren. Gerne möchten sie diese besonderen Friedensgebete fortsetzen. Für interessierte Menschen sind sie offen, gerne dürfen Menschen, egal welcher Nationalität, Religion, ihre Ideen einbringen.
Das 3. interreligiöses/internationale Friedensgebet fand in der Heilig-Geist-Kirche statt. Foto: privat