Wenn sich Skrupellosigkeit und Geldgier verbinden
Kurt Nickel aus Pfalzdorf stellt sein elftes Buch vor: „Cerebra al dente – Die Hirnfresser“
„Man hatte Ratten dressiert, damit sie einen Irrgarten und einen Parcours meistern“, erzählt Nickel. Nachdem die Tiere das erfolgreich gelernt hatten, wurden sie geschlachtet, ihre Hirnmasse dann anderen Ratten zu fressen gegeben. Nach einer gewissen Zeit wurden die undressierten Tiere in den Parcours gelassen – und sie kannten den Weg, den ihre Artgenossen erarbeitet hatten.
Nebenwirkungen
„Das war die Ausgangsidee für mein Buch“, beschreibt Kurt Nickel die Ideenfindung für seinen elften Thriller „Cerebra al dente“, der als eBook im Download bei Amazon erhältlich. Kurt Nickel lässt eine skrupellose Mafia agieren, die äußerst gebildete Menschen entführt und „ausschlachtet“, um ihre Hirne nach entsprechender Aufbereitung als „Wundermittel – Cerebrasubstanz genannt– an vermögende Kunden zu verkaufen. Ronald Lancaster will diese Substanz für seinen Sohn, aber er nimmt das Mittel selber ein. Tatsächlich steigt seine Intelligenz sprunghaft an, doch es gibt auch grausame Nebenwirkungen: Plötzlich ist Lancaster pädophil veranlagt. Zwei Medizinstudenten geraten in die Fänge dieser Mafia-Organisation und erleben unvorstellbare Dinge im „Haus des Grauens“. Einer von ihnen erschüttert das Imperium der Verbrecher schließlich in seinen Grundfesten.
Allzuweit von der Realität sei sein Thriller angesichts heutiger, krimineller Aktivitäten nicht entfernt, meint Kurt Nickel mit Blick auf Organhandel, vor allem in den Entwicklungsländern: „Wenn extreme Gewinne locken, ist dem Menschen einfach alles zuzutrauen.“ Hat ihn die Idee zu einem Buch einmal gepackt, dann ist Nickel in seiner eigenen Welt. „Ich sitze vor dem PC und lasse meine Gedanken schweifen“, beschreibt er den Schaffensprozess, „Idee und Gliederung sind ausgearbeitet, dann kommen rechts und links des Weges Ideen dazu, die man aufgreift oder auch nicht.“ So wie die von der Pädophilie als Nebenwirkung. Schreiben – das ist die Verwirklichung eines Traums, der schon vor vielen Jahren begonnen hat. Die ersten Ideen brachte er noch mit Bleistift während der Nachtwache auf der psychiatrichen Station zu Papier. Seine Frau Dagmar Nickel-Kusch ermunterte ihn 2006, seinen ersten Roman „Schizophren“ zu veröffentlichen. Sie hatte nämlich etliche Manuskripte beim Aufräumen im Keller gefunden. Seitdem hat Kurt Nickel den sprichwörtlichen Stift nicht mehr aus der Hand gelegt.
Ideen sprudeln
Die Einfälle gehen ihm nicht aus, das nächste Buch „Die manschurischen Kandidaten“ liegt bereits auf dem PC. Hier geht es um Menschen, die durch Hypnose und Isolation willenlos gemacht und zu Spionagezwecken eingesetzt werden sollen. Ein Fernsehbericht über solche Methoden, die in den 1950er-Jahren in Amerika zum Einsatz gekommen sein sollen, hat ihn auf die Idee dazu gebracht. „Da reicht ein Funke und schon fängt es an zu rattern“, so Nickel.
Wichtig ist ihm immer, dass er sein Hintergrundwissen einbringen kann; so hat er einmal die Idee zu einem Justizthriller, der in den USA spielen sollte, verworfen: „Mit dem amerikanischen Recht kenne ich mich gar nicht aus, das wäre unglaubwürdig geworden.“ Und so bleibt er seinem Genre treu: Spannende Thriller, die dem Leser den Atem stocken lassen.
Corinna Denzer-SchmidtKurt Nickel möchte seine Leser mit spannenden Geschichten fesseln. NN-Foto: CDS