Weihbischof Lohmann spricht über Gefahren völkischen Denkens
4. September 2026 · Niederrhein

Weihbischof Lohmann spricht über Gefahren völkischen Denkens

Predigt am 6. September wird an Kardinal von Galen erinnern

NIEDERRHEIN. 90 Jahre ist es her, dass der damalige Erzbischof von Münster, Clemens August von Galen, zwei große Predigten in Xanten hielt. An diese beide Predigten, gehalten zur Weihe des Altars sowie der Krypta und zur Großen Victortracht, wird Weihbischof Rolf Lohmann am Sonntag, 6. September, ab 11.30 Uhr in einem feierlichen Gottesdienst im Xantener Dom erinnern.

Von Galen, der aufgrund seines Widerstandes gegen die Nationalsozialisten als „Löwe von Münster“ bekannt wurde, stellte auch in den Xantener Predigten die Würde des Menschen und die Freiheit des Gewissens über die Ansprüche von Staat und Ideologie. Damit formulierte er eine klare Absage an völkisches Denken, Nationalismus und jede Form der Verabsolutierung politischer Macht. Weihbischof Lohmann betont: „Angesichts des gegenwärtigen gesellschaftlichen Rechtsrucks sind seine Worte von bemerkenswerter Aktualität. Daher ist es mir ein wichtiges Anliegen, nicht nur an den historischen Besuch von Galens in Xanten zu erinnern, sondern darzulegen, welche Bedeutung die Aussagen auch heute noch haben.“

Mit Sorge beobachte er den Rechtsruck in Teilen der Gesellschaft, erklärt Lohmann. „Egoismus, Nationalismus, Hetze und Ausgrenzung dürfen nicht die Oberhand gewinnen, sie dürfen keine Selbstverständlichkeit im gesellschaftlichen Miteinander werden“, sagt er. Es sei die Aufgabe aller Christen, Hass und Gewalt entgegenzutreten.

„Die zentrale Botschaft unseres Glaubens ist die unbedingte Nächstenliebe. Wir lassen uns von den Feinden dieser Botschaft, die sich vorgeblich die ,Rettung des christlichen Abendlandes‘ auf die Fahnen schreiben, nicht vor den Karren spannen“, unterstreicht der Weihbischof seine Position.

„Die Geschichte hat gezeigt, wohin eine Politik führt, vor der von Galen vor 90 Jahren gewarnt hat. Jetzt ist es an der Zeit, jetzt ist es an uns, die Menschheit vor einer weiteren Katastrophe zu bewahren, wie sie vor 90 Jahren von den Nationalsozialisten heraufbeschworen wurde. Es ist unsere Pflicht, für Menschenwürde, Solidarität und Gemeinschaft einzutreten.“