Weihbischof Lohmann besucht Karl-Leisner-Schule
Schüler haben sich mit dem Leben des Seligen beschäftigt
KLEVE. Kurz muss Weihbischof Rolf Lohmann schmunzeln, als sich ein Arm in die Luft reckt und ein Kind fragt: „Sind sie evangelisch oder katholisch?“. Lohmann ist zu Gast in der Karl-Leisner-Schule in Kleve und hat den Kindern in der Aula gerade den Bischofsring, sein Brustkreuz und seinen Ring gezeigt. „Bei den evangelischen Christen gibt es auch Bischöfe“, antwortet er schließlich, „ich bin aber katholisch.“
Die Grundschüler lauschen aufmerksam, als er zunächst vom Amt des Bischofs berichtet, dann aber auf den Namenspatron ihrer Schule, Karl Leisner, zu sprechen. Und schnell merkt der Weihbischof, dass die Kinder sich mit ihren Lehrern gut auf den Besuch vorbereitet haben. Sie wissen, dass Leisner in den 1930er-Jahren von den Nationalsozialisten verhaftet wurde, dass er im Konzentrationslager heimlich zum Priester geweiht wurde und auch, dass er vor rund 100 Jahren in Kleve wohnte. Gemeinsam haben sie sich auf Spurensuche begeben und darüber zwei kurze Filme gedreht, die sie dem Weihbischof und auch den anderen Kindern zeigen.
Das beeindruckt auch Monika Kaiser-Haas, Vizepräsidentin des Internationalen Karl-Leisner-Kreises (IKLK) und Großnichte Leisners, der vor 30 Jahren durch den damaligen Papst Johannes Paul II. seliggesprochen wurde. Sie hat, was die Kinder besonders fasziniert, einen Koffer mitgebracht, den einst Karl Leisner für seine Fahrten genutzt hat. So wird der Mann, über den sie in den vergangenen Wochen so viel gehört und gelernt haben, plötzlich viel greifbarer für die Kinder. Nach fast zwei Stunden mit einer kurzen Andacht, kindgerechten Erzählungen über das Leben von Karl Leisner und vielen Fragen der Kinder sagt sie: „Wie gut und interessiert haben die Kinder zugehört, über solch einen langen Zeitraum. Karl Leisner, der Namenspatron der Grundschule, hat erneut ein lebendiges Gesicht bekommen. Die Filme, die Fürbitten der Kinder und die Ausstellung der Karl-Leisner-Portraits mit individuellem Blickwinkel bereicherten den Bischofsbesuch. Der Tag wird uns allen in guter Erinnerung bleiben.“
Schulleiter Eckhard Breuer bedankte sich seinerseits für den Besuch von Weihbischof Lohmann und Monika Kaiser-Haas, die von Pastor Oliver Paschke begleitet wurde. „Für unsere Schülerinnen und Schüler war es eine spannende Erfahrung, sich so intensiv mit Karl Leisner zu beschäftigen. Ich freue mich, dass sie die Gelegenheit hatten, nicht nur Weihbischof Lohmann mit ihren Fragen löchern zu können, sondern auch die Großnichte unseres Namenspatrons kennengelernt zu haben“, sagte er.
Gemeinsam mit vielen Kindern sprachen Nathalie März-Lamend, Weihbischof Rolf Lohmann, Monika Kaiser-Haas, Oliver Pasche und Eckhard Breuer über das Leben von Karl Leisner. Foto: Bischöfliche Pressestelle / Christian Breuer