Wechsel in der Leitung Anästhesie und Intensivmedizin
Dr. Claudia Schmidtke wird Chefärztin am St. Willibrord-Spital Emmerich
EMMERICH. Zum 1. Juli übernimmt Dr. Claudia Schmidtke die Leitung der Abteilung für Anästhesie und Intensivmedizin am St. Willibrord-Spital Emmerich. Sie tritt die Nachfolge von Professor Dr. Joachim van Alst an, der die Abteilung viele Jahre erfolgreich geführt und entscheidend geprägt hat.
Die 56-jährige Anästhesistin bringt umfassende medizinische und organisatorische Erfahrung mit. Von 2021 bis 2024 war Dr. Schmidtke Chefärztin der Klinik für Anästhesie, operative Intensivmedizin, Notfallmedizin und Schmerztherapie an einem niedersächsischen Klinikum. Zuletzt übernahm sie mehrfach Chefarztvertretungen in verschiedenen Krankenhäusern. Im Verlauf ihrer Laufbahn engagierte sie sich in leitenden Funktionen, unter anderem im Corona-Krisenstab, als Vorsitzende von Hygiene- und Arzneimittelkommissionen sowie als aktives Mitglied mehrerer Fachgesellschaften – darunter die Deutsche Gesellschaft für Anästhesiologie und Intensivmedizin (DGAI), der Berufsverband Deutscher Anästhesisten (BDA) und die Deutsche Interdisziplinäre Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (DIVI).
Neben ihrer Facharztanerkennung verfügt Dr. Schmidtke über Zusatzbezeichnungen in Notfallmedizin und spezieller anästhesiologischer Intensivmedizin. Aktuell befindet Sie sich in der Weiterbildung für die Zusatzbezeichnung „Akut- und Notfallmedizin“. 2023 wurde ihr die Weiterbildungsermächtigung für einen Zeitraum von 18 Monaten für spezielle Intensivmedizin erteilt. Zudem wurde sie zur Transplantationsbeauftragten und stellvertretenden Ärztlichen Direktorin ihres bisherigen Klinikums berufen. Auch in der ärztlichen Aus- und Weiterbildung ist sie engagiert: Als stellvertretende Vorsitzende des Prüfungsausschusses zur M3-Prüfung und Prüferin im Fach Anästhesie an der Medizinischen Hochschule Hannover war sie in den Jahren 2022 und 2023 tätig. Darüber hinaus organisierte sie zahlreiche Fortbildungen und etablierte interdisziplinäre Qualitätszirkel. „Am Willibrord Spital sind seit vielen Jahren bestens aufgestellte Abteilungen etabliert, unter anderen Orthopädie / Unfallchirugie, Wirbelsäulenchirurgie oder Bauchchirurgie. Sie alle genießen in der Region einen hervorragenden Ruf. Diesen möchte ich durch meinen Bereich weiter auf- und ausbauen. Besonders erfreut haben mich die interdisziplinären Kooperationsmöglichkeiten und die positive Zukunftsstimmung im Hause. Ich möchte gerne dazu beitragen, im Zeitalter knapper Ressourcen und des Strukturwandels, diese Klinik zukunftsfähig mitzugestalten,“ erläutert Dr. Schmidtke. „Ich möchte mit meinem Team das für den konkreten Patienten bestmögliche Narkoseverfahren anwenden, indem zum Beispiel auf Vorerkrankungen besonders eingegangen und im Bedarfsfall auch Regional- beziehungsweise Teilnarkosen angeboten werden. Wir wollen den Patienten vom Narkosegespräch bis zur postoperativen Nachbehandlung optimal, vertrauensvoll und sicher betreuen.“
„Wir freuen uns sehr, mit Frau Dr. Schmidtke eine hochqualifizierte und engagierte Chefärztin für unsere Abteilung gewonnen zu haben“, betont Elmar H. Willebrand, Geschäftsführer des St. Willibrord-Spitals. „Mit ihrer langjährigen und vielseitigen Erfahrung wird sie unser Team bei der strategischen Weiterentwicklung fachlich wie menschlich bereichern.“
Die ehemalige Leistungssportlerin und vierfache deutsche Meisterin im Speedsurfen, einer Disziplin des Windsurfens, bringt sportlichen Ehrgeiz und Durchhaltevermögen auch in ihre berufliche Laufbahn ein. Als einst sechstplatzierte der Weltrangliste entschied sie sich bewusst gegen eine Profikarriere und für ein Medizinstudium. Familiär ist sie im deutsch-niederländischen Grenzgebiet verwurzelt. Schon früh zog es sie regelmäßig zum Wassersport an das Veluwe- und Ijsselmeer, sie spricht Niederländisch. Auch heute bleibt sie aktiv – beim Laufen, Schwimmen, Inlineskaten und Skifahren. Ihre enge Verbindung zu Familie und Freundeskreis ist ihr dabei besonders wichtig. Dr. Schmidtke ist motiviert für ihren neuen Aufgabenbereich, sie schätzt dabei die Querschnittsfunktion, die Anästhesisten als Allroundern, umfangreiche Fachkenntnisse zu jedem operativen Fach abverlangt. Das setzt nicht nur besondere physiologische Kenntnisse der Körperfunktionen und des Kreislaufs voraus, sondern auch von Handlungsoptionen in akuten Notfallsituationen. Das fasst die neue Chefärztin so zusammen: „Ich sehe meine besondere Verantwortung darin, das individuell beste und sicherste Narkoseverfahren für den konkreten Patienten anzuwenden und ihn mit dem Team sicher durch die OP zu begleiten.“
Nach vielen Jahren engagierter Tätigkeit verabschiedet sich das St. Willibrord-Spital von Professor Dr. Joachim van Alst und dankt ihm für sein jahrelanges erfolgreiches Wirken am Haus. Als langjähriger Chefarzt der Abteilung für Anästhesie, Intensivmedizin und Schmerztherapie hat er diese mit großem Engagement und offensichtlich viel Herzblut entscheidend geprägt. Er wird seine Position als Chefarzt nunmehr altersbedingt übergeben, kann aber noch nicht ganz von seiner Berufung lassen. Er wird sich daher weiterhin im Bereich der Notfallmedizin engagieren und sich am Notarztdienst im Kreis Kleve beteiligen.
Seine medizinische Laufbahn ist eng mit dem Emmericher Krankenhaus verbunden: Bereits 1985 begann Professor Dr. van Alst seine Tätigkeit in der Anästhesieabteilung des Hauses, wechselte zwei Jahre später in die chirurgische Abteilung und absolvierte von 1989 bis 1992 während seines Wehrdienstes die Facharztausbildung zum Anästhesisten in Koblenz und Bocholt. 1992 kehrte er ans Willibrord-Spital zurück und übernahm dort verschiedene ärztliche Funktionen – vom Facharzt über den Oberarzt bis hin zum leitenden Arzt für Intensivmedizin. Von 1999 bis 2003 war er als Chefarzt am St. Josef-Hospital in Xanten tätig, bevor er 2003 erneut ans Willibrord-Spital zurückkehrte und die Leitung der Abteilung für Anästhesie, Intensivmedizin und Schmerztherapie übernahm. Zusätzlich war er über viele Jahre hinweg Ärztlicher Direktor und zuletzt stellvertretender Ärztlicher Direktor des Hauses.
Ein besonderes Herzensprojekt initiierte van Alst im Jahr 2020 im Bereich der Palliativmedizin: das Projekt „Sternstunden“ der Johanniter-Unfall-Hilfe. Hierbei werden schwerkranken Menschen letzte Wünsche erfüllt – sei es eine Reise ans Meer, in die Eifel oder ein Besuch im Miniatur Wunderland in Hamburg. Die Touren werden spendenfinanziert und von ehrenamtlich Engagierten begleitet. Prof. Dr. van Alst war maßgeblich an der Entwicklung und der Ausstattung des hierfür eingesetzten Fahrzeugs beteiligt und möchte künftig aktiver an Fahrten teilnehmen. Darüber hinaus setzt er sich für die Errichtung eines stationären Hospizes in Emmerich ein, das durch palliativmedizinisch erfahrene Ärzte betreut werden soll. Mit Dankbarkeit blickt van Alst auf seine Zeit im Haus zurück. Besonders die Ausbildung junger Ärzte lag ihm stets am Herzen. Das Prinzip des „angstfreien Lernens“ war ihm dabei ebenso wichtig wie die enge, vertrauensvolle Zusammenarbeit mit dem Pflegepersonal und den ärztlichen Kollegen.
Dr. Claudia Schmidtke tritt die Nachfolge von Professor Dr. Joachim van Alst an. Foto: Willibrord-Spital