Wallfahrtsleitung kümmert sich um Pilger-Busankunft
Reinhard Kardinal Marx wird Wallfahrtssaison am 1. Mai eröffnen
„Es ist wichtig, mit diesen Menschen in Kontakt zu bleiben, die ihre Gruppen mit Herzblut organisieren. Es sind die engagierten Menschen vor Ort, die andere ermutigen, mitzukommen“, so Kevelaers Wallfahrtsrektor Stefan Dördelmann im Vorfeld der Pilgerleitertagung. Nach einer gemeinsamen Heiligen Messe in der Basilika trafen sich die Pilgerleiter im Bühnenhaus. Statt wie gewohnt einen Beitrag des Wallfahrtsrektors (Pastor Dördelmann schickte eine Videobotschaft aus Rom, wo er als „Missionar der Barmherzigkeit“ derzeit das Bistum Münster vertritt), hörten die Pilgerleiter Gedanken des Kabarettisten Jürgen Becker zum Thema „Was heute tröstet...“. Jürgen Becker widersprach einem alten Glaubenssatz. „Wir haben gelernt: Am Anfang war das Wort. Das stimmt nicht und ist wissenschaftlich bewiesen. Am Anfang war die Musik. Die ersten Lieder waren Schlaf- und Kinderlieder.“ Becker pries die „universelle Wirkmächtigkeit der Musik. „Durch Musik versteht man vieles besser als durch einen hanebüchenen Hirtenbrief.“ Die Wirkmächtigkeit von Musik bei Pilgerleitern erprobte Becker unter anderem mit dem Lied „thank you for the music“ der schwedischen Pop-Gruppe Abba. „Dieses Lied sollte in das Katholische Gesangbuch aufgenommen werden“, so seine Anregung. „Musik kann trösten“, lautete sein Fazit, das er den Pilgerleitern mit auf den Weg gab. Musikalisch begleitet wurde Becker von der Sängerin Susanne Fink sowie Basilika-Organist Elmar Lehnen am Flügel. Das Grußwort der Stadt Kevelaer überbrachte die stellvertretende Kevelaerer Bürgermeisterin Dr. Jutta Bückendorf.
Dr. Bastian Rütten, Pastoralreferent der Wallfahrtsleitung, und Dr. Rainer Killich, Generalsekretär der Wallfahrt Kevelaer, informierten die Pilgerleiter anschließend über Neuerungen und organisatorische Abläufe der Wallfahrtszeit. Mehrfach ging Dr. Rainer Killich, Generalsekretär der Wallfahrt, auf die missliche Ankunfts- und Abfahrts-Situation für Pilgerbusse in Kevelaer ein. Ausstieg und Einstieg für Pilger ist aktuell im Bereich des Bahnhofs. Der Peter-Plümpe-Platz steht dafür aufgrund von Bauarbeiten nicht zur Verfügung. „Ich rege mich über diese Situation nicht mehr auf“, so Dr. Killich. Die Wallfahrtsleitung könne daran nichts ändern und sei auch nicht dafür verantwortlich. Die Verantwortung liege bei der Kommune. Dr. Killich wies Fahrer von Pilgerbussen eindringlich darauf hin, nicht zum Peter-Plümpe-Platz zu fahren. „Das gibt in diesem Jahr ein Chaos, zu mal ab Mai die Marktstraße nicht durchgehend befahrbar sein wird“, warnte Killich. Die Pfarrgemeinde St. Marien will dieser Situation nicht weiter tatenlos zusehen und hat sich „proaktiv eingeschaltet, um eine Lösung für dieses Problem zu finden. Das ist auch eine Frage von Grundstücken“, so Dr. Killich. Mehr könne er zum jetzigen Zeitpunkt nicht sagen, doch er habe die Hoffnung, dass sich alles zum Guten wenden werde. Hoffnung ist auch Bestandteil des Wallfahrtsmottos 2025. Es lautet „Pilger der Hoffnung“, passend zum gleichlautenden Leitspruch des Heiligen Jahres.
Die Wallfahrtszeit 2025 in Kevelaer wird am Donnerstag, 1. Mai, vom Münchner Kardinal Reinhard Marx symbolisch mit drei Hammerschlägen an der Pilgerpforte eröffnet. Zu den Höhepunkten der Saison gehören die Malteser-Wallfahrt, die Tamilen-Wallfahrt und die Trecker-Wallfahrt. Ein besonderer Termin wird die Pilgerfahrt nach Luxemburg anlässlich des 400-jährigen Jubiläums des dortigen Marienbildes sein.
Neben den Gruppenpilgern werden immer mehr Einzelpilger in Kevelaer erwartet. „Viele brauchen einfach mal eine Auszeit, um zur Ruhe zu kommen, sich zu besinnen oder mit jemandem zu sprechen. Kevelaer bietet für all das einen guten Ort“, so Kevelaers Wallfahrtsrektor.
Kerstin KahrlSie gestalteten die Pilgerleitertagung 2025 in Kevelaer, von links: Basilika-Organist Elmar Lehnen, Dr. Rainer Killich, Generalsekretär der Wallfahrt, die Sängerin Susanne Fink, Dr. Bastian Rütten, Pastoralreferent der Wallfahrt und der Kabarettist Jürgen Becker.NN-Foto: Gerhard Seybert