„Walbecker Spargel“ als Verein statt Genossenschaft organisiert
Walbecker Spargel startet dank Unterstützung der Stiftung „Dä Geldersche EnergieWende“ in neue Saison
WALBECK. Mit der Gründung des Vereins „Walbecker Spargel e.V.“ hat sich die Spargelgemeinschaft in Walbeck neu aufgestellt und wichtige Weichen für die Zukunft gestellt. Seit Dezember werden alle Aktivitäten rund um den Walbecker Spargel und die Spargelprinzessin nicht mehr über die bisherige Spargelbaugenossenschaft organisiert. Ziel der Neuausrichtung ist es, den Kreis der Engagierten zu erweitern und auch ehemaligen Spargelprinzessinnen sowie weiteren Interessierten eine dauerhafte Mitwirkung zu ermöglichen.
„Im Mittelpunkt steht für uns ganz klar die Brauchtumspflege. Wir wollen die Tradition des Walbecker Spargels und der Spargelprinzessin bewahren und weiterentwickeln“, so Dirk Janßen, erster Vorsitzender des neu gegründeten Vereins. Aktuell zählt der Verein rund 20 Mitglieder – Tendenz steigend. „Jeder Walbecker, der Lust hat, sich einzubringen, ist herzlich willkommen“, betont der Vorsitzende. In der Organisationsform der Genossenschaft war die Anzahl der maximalen Mitglieder für die Spargelbaugenossenschaft begrenzt. Ebenso fallen als eingetragener Verein wesentlich weniger Kosten pro Jahr an.
Die Tradition lebendig halten
Ein wichtiger Grundstein für den Start des Vereins wurde durch die Stiftung „Dä Geldersche EnergieWende“ gelegt. Mit einer Förderung in Höhe von 5.000 Euro konnten wichtige Anschaffungen realisiert werden, darunter die neue Uniform des Spargelgrenadiers Peter Strauß sowie das Kleid der amtierenden Spargelprinzessin Monika van Bonn. „Der Walbecker Spargel ist identitätsstiftend für das Spargeldorf. Umso wichtiger ist es, diese Tradition lebendig zu halten. Wir freuen uns sehr, dass unsere Förderung dem neuen Verein dabei hilft, sich gut aufzustellen“, erklärt der stellvertretende Stiftungsvorsitzende Bernd Wienhofen. Auch der Vorsitzende der Stiftung „Dä Geldersche EnergieWende“, Reinhard Fleurkens, unterstreicht die Bedeutung des Engagements: „Der Walbecker Spargel hat der Region Geldern seit vielen Jahren weit über ihre Grenzen hinaus Bekanntheit verschafft. Als hochwertiges regionales Produkt ist Walbecker Spargel in Nordrhein-Westfalen und auch bundesweit ein Begriff und steht für Qualität und Tradition. Die Pflege von Traditionen ist ein zentraler Bestandteil unserer Stiftungsarbeit.“ Dirk Janßen bringt es pragmatisch auf den Punkt: „Ohne Startkapital ist ein solcher Neustart kaum möglich. Umso dankbarer sind wir für diese Unterstützung.“
Fest der Spargelprinzessin
Neben der Vereinsgründung gibt es in diesem Jahr eine weitere Neuheit: Der traditionelle Spargelumzug wird künftig nicht mehr in seiner bisherigen Form stattfinden. Stattdessen plant der Verein ein Fest der Spargelprinzessin. „Die Spargelprinzessin soll noch stärker im Mittelpunkt stehen und für die Besucherinnen und Besucher greifbar sein“, erklärt Daniel van Bonn, zweiter Vorsitzender des Vereins. Einen Markt wird es dennoch geben – mit Handwerkern, gastronomischen Angeboten und einem vielfältigen Programm für Kinder. Stattfinden soll die Veranstaltung erstmals am Sonntag, 3. Mai, und natürlich in Walbeck.
Zunächst aber stand für die Spargelprinzessin ein anderer wichtiger Termin auf dem Programm: die Grüne Woche in Berlin. Dort präsentierte sie gemeinsam mit regionalen Landwirten und Spargelbauern den Niederrhein und das „weiße Gold“ aus Walbeck. Als Bürgermeister der Stadt Geldern (und zugleich Vorsitzender des Vereins „Agrobusiness Niederrhein“) war zudem auch Sven Kaiser vor Ort in Berlin.
Im weiteren Jahresverlauf plant die Spargelprinzessin unter anderem Besuche des Spargelmuseums „de Locht“ sowie des Frühlingsblumenmarkts in Straelen, bevor am 21. Juni eine neue Spargelprinzessin proklamiert wird. Für Monika van Bonn ist das Amt mehr als nur eine repräsentative Aufgabe – für die Walbeckerin ist es Familientradition: „Meine Mutter und meine Cousine waren ebenfalls Spargelprinzessinnen. Meine Großmutter war 1949 sogar die erste Spargelkönigin in Walbeck.“
Neuer Spargelgrenadier
Auch Spargelgrenadier Peter Strauß blickt mit Vorfreude auf seine neue Aufgabe. Nach dem Tod des langjährigen Grenadiers Heinz-Josef Heyer tritt er nun erstmals das Amt an: „Ich lebe seit 17 Jahren in Walbeck und wollte mich nach meinem Eintritt in den Ruhestand ehrenamtlich engagieren. Die Entscheidung fiel mir daher sehr leicht – und jetzt ist es natürlich sehr aufregend.“ Anerkennende Worte findet auch Bärbel Wolters, stellvertretende Bürgermeisterin der Stadt Geldern: „Der Walbecker Spargel ist ein wichtiger Bestandteil unserer Stadt. Es ist schön zu sehen, mit wie viel Herzblut die Traditionen weitergeführt werden – denn der Walbecker Spargel ist wirklich etwas Besonderes.“
Info: Die noch relativ junge Stiftung „Dä Geldersche EnergieWende“ hat 2025 wieder zahlreiche Projekte finanziell gefördert. Wie ein Jahr zuvor wurden auch 2025 insgesamt wieder rund 100.000 Euro an zahlreiche Gelderner Vereine ausgeschüttet.
Auch in diesem Jahr sind Förderungen wieder möglich. Förderanträge können jeweils bis zum 31. Oktober eingereicht werden.
Der Verein „Walbecker Spargel“ freut sich über die Förderung durch die Stiftung „Dä Geldersche EnergieWende“.Foto: Stadt Geldern/Gossens