Vorschulkinder aus Vrasselt erleben Logistik hautnah
Familienzentrum St. Antonius erkundet Transportwege von Indien bis Emmerich im Rahmen des Wettbewerbs „LogistiKids 2026“
EMMERICH-VRASSELT. Wie kommt der Tee aus Indien an den Niederrhein? Welche Transportwege legt er zurück, und welche Rolle spielen dabei Lkw, Schiffe und Züge? Mit diesen Fragen beschäftigen sich derzeit die Vorschulkinder des Familienzentrums St. Antonius in Vrasselt. Anlass ist ihre Teilnahme am landesweiten Ideenwettbewerb „LogistiKids 2026“. Dabei wartete zuletzt ein ganz besonderes Highlight auf die Kinder: Das Emmericher Unternehmen Bekker Logistik kam mit einem E-Lkw direkt zum Familienzentrum und machte Logistik im wahrsten Sinne des Wortes erlebbar.
Die WfG Emmerich hatte im Vorfeld alle Kindertagesstätten und Grundschulen im Emmericher Stadtgebiet auf den Wettbewerb aufmerksam gemacht. „LogistiKids“ wird vom Kompetenznetz Logistik.NRW gemeinsam mit den Industrie- und Handelskammern in Nordrhein-Westfalen durchgeführt. Ziel ist es, Kinder bereits im Vorschul- und Grundschulalter spielerisch an die Welt der Logistik heranzuführen. Seit mittlerweile 13 Jahren wird der Ideenwettbewerb durchgeführt.
In diesem Jahr beschäftigen sich die teilnehmenden Kindergärten und Kitas mit der Frage: „Wie kommt der Tee in unsere Tassen?“, während die Grundschulen der Frage nachgehen: „Was passiert eigentlich im Binnenhafen?“ Wie die Kinder ihre Antworten präsentieren, bleibt ihnen selbst überlassen: ob malen, basteln, bauen oder filmen. Kreativität ist ausdrücklich erwünscht. Die Beiträge können bis 2. November eingereicht werden und werden anschließend von einer Expertenjury bewertet.
Das Familienzentrum St. Antonius Vrasselt hat sich für seinen Wettbewerbsbeitrag einiges vorgenommen. Gemeinsam verfolgen die Kinder den Weg des Tees Schritt für Schritt. Sie führten bereits Gespräche über Herkunft und Transport, sahen einen Kurzfilm über eine Teeplantage in Indien und lernten dabei den Weg vom Pflücken der Teeblätter bis zur Verarbeitung kennen. Gemeinsam „reisten“ die kleinen Forscher gedanklich nach Indien, machten einen Ausflug an den Rhein, um ein Containerschiff zu beobachten, und schauten sich an der Bahn einen Güterzug an.
Aus all diesen Erlebnissen entsteht ein selbst gedrehter Film, mit dem das Familienzentrum am Wettbewerb teilnimmt.
Für die WfG lag es nahe, die Teilnahme der Emmericher Einrichtungen mit einem ganz praktischen Einblick in die Logistik vor Ort zu verbinden. Als zusätzliche Aktion organisierte sie deshalb einen Besuch eines ortsansässigen Logistikunternehmens für die teilnehmenden Kitas. Mit Bekker Logistik war schnell ein Partner gefunden, der die Idee unterstützte.
„Emmerich am Rhein ist ein bedeutender Logistikstandort. Umso schöner ist es, wenn Kinder nicht nur in einem Film sehen, wie Waren transportiert werden, sondern Logistik direkt vor ihrer Haustür erleben können. Genau diese Verbindung wollten wir mit unserer Aktion schaffen. Der Wettbewerb vermittelt ein komplexes Thema unglaublich spielerisch und mit einem Unternehmen wie Bekker Logistik wird daraus etwas ganz Reales und Greifbares für die Kinder“, sagt WfG-Geschäftsführerin Sara Kreipe.
Und zu entdecken gab es für die Kinder einiges. Wim Bekker, Geschäftsführer von Bekker Logistik, ließ es sich nicht nehmen, den LKW zu erklären. Besonders gefragt war die Fahrerkabine: Die Kinder durften hineinklettern, auf dem Fahrersitz Platz nehmen und sich erklären lassen, wie der Lkw funktioniert. Anschließend ging es auf die Ladefläche. Dort konnten die Kinder selbst erleben, wie viel Platz ein solcher Lkw für den Transport von Waren bietet.
„Für Kinder ist ein Lkw natürlich erst einmal etwas Großes und Spannendes. Wenn sie dann selbst einsteigen, sich alles anschauen und ihre Fragen stellen dürfen, bekommen sie einen ganz anderen Zugang zum Thema Logistik. Uns hat es großen Spaß gemacht, den Kindern unseren E-Lkw zu zeigen und ihnen einen kleinen Einblick zu geben. Vielleicht erinnert sich der eine oder die andere später noch daran, dass der erste Kontakt mit der Logistik hier in Vrasselt begonnen hat“, sagt Wim Bekker.
Für die WfG zeigt die Aktion gleichzeitig, wie gut sich der landesweite Wettbewerb mit dem Wirtschaftsstandort Emmerich verbinden lässt. Logistik prägt die Stadt mit ihren Unternehmen, dem Rhein, dem Hafen, der Schiene und der Nähe zur niederländischen Grenze. Durch Aktionen wie diese wird für die Jüngsten sichtbar, was sich hinter dem Begriff „Logistik“ eigentlich verbirgt.
Die Vorschulkinder des Familienzentrums St. Antonius in Vrasselt vor dem e-Lkw von Bekker Logistik. Foto: WfG Emmerich