Die erfolgreichen Vorleser werden von ihren Klassenkameradengebührend gefeiert! NN-Foto: CDS
24. März 2024 · Uedem

Von Superhelden und Chaosfamilien

In der Geschwister-Devries-Schule in Uedem findet das Finale des Vorlesewettbewerbs statt – Luis ist der neue Lesekönig

UEDEM. Aufgeregtes Stimmengewirr im Saal der Freien evangelischen Gemeinde: Wegen der Sanierungsarbeiten in der Geschwister-Devries-Schule findet das Finale des Lesekönigwettbewerbs hier statt. Gleich acht Vorleser werden an diesem Morgen auf dem Podium Platz nehmen und die Jury, bestehend aus Christian Burokas (Sparkasse Rhein-Maas), Sigrun Hintzen von der gleichnamigen Klever Buchhandlung und NN-Redakteurin Corinna Denzer-Schmidt, vor eine schwere Aufgabe stellen. Denn es um gleich vorwegzunehmen: Es ist ein sehr enges Ergebnis, mit nur hauchdünnen Unterschieden in der Bewertung. Das Rennen macht schließlich Luis aus der 3b, doch dazu später mehr. Fleißig geübt haben alle und sie sind motiviert bis in die sprichwörtlichen Fingerspitzen. „Wir freuen uns auf viele tolle Geschichten an diesem trüben Vormittag“, eröffnet Sigrun Hintzen den finalen Vorlesereigen. So richtig glauben, dass der diesjährige Wettbewerb schon wieder zu Ende geht, mag niemand. Auf die Frage „Seid ihr bereit?“ schallt ihr ein lautes „Ja!“ entgegen. Den Anfang macht Astrid (3a); sie hat sich für das Buch „Lenni und Luis – Attacke Schimmelbacke“ von Wiebke Rhodius entschieden. Die Streiche der Zwillinge, die jede Menge Quatsch im Sinn haben, sind genau das Richtige zur Einstimmung. Bei ihnen heißt es eben nicht umsonst „willkommen in der Chaoszentrale“. Luis aus der 3b – siehe oben – hat sich die „Crazy Family“ von Markus Orths ausgesucht. Die sehr spezielle Art, mit der in der Familie Hackebart die Namen der Kinder ausgesucht werden, sorgt für große Heiterkeit. Wer heißt schon Brooklyn, Zosch oder Mönkemeier? Das hat auch Leni (3a) bei ihrer Auswahl überzeugt. Die Szenen mit der Standesbeamtin, die an der Namenswahl schier verzweifelt, machen Vorlesern und Publikum Riesenspaß. Bei Lotte aus der 3c hat „Das Klugscheißerchen“ von Marc-Uwe Kling seinen ersten großen Auftritt. Es ist bitteschön nicht blau, sondern türkis und es hat ziemlich oft das letzte Wort und sowieso immer Recht. Lotte baut auch noch einen „Cliffhanger“ ein: „Wenn ihr wissen wollt, wo das Klugscheißerchen geblieben ist, dann müsst ihr selber weiterlesen.“ Ein bisschen mehr verrät Jasper (3c). Er liest vor, wie die Kinder Tina und Theo beim – eigentlich nicht erlaubten – Spielen auf dem Dachboden das „Klugscheißerchen“ entdecken. Paul aus der 3d hat sich einen echten Klassiker ausgesucht „Der kleine Wassermann“ von Otfried Preußler. Die Abenteuer, die der kleine Wassermann mit seinem Freund, dem Karpfen Cyprinus, erlebt, sind einfach zeitlos. Das findet auch Lara (3d), die als letzte Vorleserin am längsten warten musste. Beide lassen die zauberhafte Unterwasserwelt des kleinen Wassermanns mit grünen Haaren und Schwimmhäuten zwischen den Zehen lebendig werden. Mila (3b), hat sich für „Bookmän. Alles Konfetti“ von Rüdiger Bertram entschieden. Ein Held, dem ein spannendes Buch reicht? Das passt doch perfekt zum Wettbewerb. Sie lässt Bücherwurm Matteo schildern, wie er das merkwürdige Buch entdeckt und beim Aufschlagen zum Superhelden „Bookmän“ wird. Da können sich die Schurken schon einmal warm anziehen! Die Kinder haben die Jury sehr beeindruckt: „Ihr könntet glatt beim Wettbewerb für die sechsten Klassen mitmachen“, stellt Sigrun Hintzen fest. Als das Ergebnis verkündet wird, gibt es immer wieder lauten Jubel. Lesekönig Luis kann sein Glück kaum fassen. Trotz seiner tollen Leistung hat er offensichtlich nicht mit dem 1. Platz gerechnet. Den zweiten Platz teilen sich Lotte und Lara. Platz 3 geht an Mila. Aber, und das ist keine leere Floskel - Gewinner sind sie alle, allein schon deshalb, weil sie ein Buch in die Hand nehmen. „Vielen Dank, dass ihr uns mit schönen Geschichten verzaubert habt“, gibt Sigrun Hintzen den kleinen Vorlesern noch mit auf den Weg.
Corinna Denzer-Schmidt

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