Autor Franz-Josef Ruyters schickt seinen Charakter Uwe auf neue Abenteuer.Foto: J. Kurschatke
3. Januar 2024 · Wachtendonk

Von Möwen und Müll sammeln

Franz-Josef Ruyters veröffentlicht die Fortsetzung seines Kinderbuches „Uwe und die Möwen“

WACHTENDONK. Was macht ein Friseurmeister, wenn er in Rente geht? Das ist eine Frage, die sich Franz-Josef Ruyters aus Wachtendonk stellen musste. Nach dem Ende des 145-jährigen Familienbetriebes mit eigenem Friseursalon musste eine andere Beschäftigung her. Ruyters Lösung: Kinderbücher schreiben. Sein neustes und zweites Buch „Uwe und seine Freunde räumen auf“ hat der Autor nun vorgestellt.

Hobbys hat der 70-Jährige einige: Lesen, besonders Friseurkrimis; Reisen, ans Meer oder in die Berge, und seit der Corona-Zeit mit Renteneintritt auch das Schreiben. „Als Friseurmeister ist man nicht auf den Mund gefallen. Da die Arbeit und der Austausch mit den Kunden plötzlich fehlte, spürte ich, dass noch viel Kreativität und Mitteilungsbedürfnis in mir schlummern. So kam ich auf die Idee, das Schreiben auszuprobieren“, berichtet Ruyters selbst.

Auf diese Art wurde „Uwe“ geboren, der Hauptcharakter seiner Geschichten. Im ersten Band „Uwe und die Möwen“ erlebt der Waisenjunge ein Abenteuer, in dem ihm am Strand von Sylt von einer Möwe sein Fischbrötchen geklaut wird. Er läuft dem gefiederten Dieb hinterher, doch verwandelt sich plötzlich selbst auch in eine Möwe. Im Verlauf der Geschichte muss er sich mit seiner neuen Gestaltform arrangieren und freundet sich mit einigen Vögeln an. Uwe lernt, mit ihnen zu kommunizieren, und was er tun muss, um wieder ein normaler Junge zu werden. Seine Möwenfreunde verliert er aber auch nach seiner Zurückverwandlung nicht. Die Fortsetzung handelt von einem Uwe, der sich für das Gute und eine gesunde Umwelt einsetzt. Franz-Josef Ruyters beschreibt es: „In dieser neuen Geschichte wurde Uwe mittlerweile adoptiert und fährt mit seiner neuen Familie und zwei Möwenfreunden in den Urlaub. Mit dem Wohnmobil soll es an die Nordsee gehen.“ Eines Nachmittags kommt Familie Meier an ihrem ersten Ziel an: Neuharlingersiel. Uwes Möwen lassen es sich nicht nehmen, sofort die Umgebung zu erkunden. Dort treffen sie auf ihren Freund, die Möwe Ole. Er erzählt ihnen von vermüllten Seehundbänken im Meer. Einige Fischerboote sollen dafür verantwortlich sein, die ihre Abfälle nicht ordnungsgemäß entsorgten. Als die Möwen Uwe davon erzählen, beschließt er sofort zu handeln. Gemeinsam wollen sie die Verantwortlichen mithilfe von Kameras auf dem Rücken der Vögel zur Rechenschaft ziehen und „dingfest machen“.

„Das Thema Umwelt und Klimaschutz ist aktueller denn je und mir war es wichtig, darüber zu schreiben. Ich möchte den Kindern, die die Geschichte lesen, Umweltbewusstsein vermitteln und ihnen aufzeigen, dass man nur etwas bewegen kann, wenn man sich mit anderen zusammenschließt sowie gegenseitig Rücksicht nimmt. Ohne die Möwen hätte Uwe niemals von dem Müll erfahren“, erläutert Ruyters.

Auch andere spannende Situationen begegnen dem Jungen auf seiner Reise. Nachhaltigkeit und Umwelt stehen dabei immer im Vordergrund. „Am Ende des Buches veranstalten Uwe und die Möwen auch einen ‚Cleaning Day‘. Es entsteht eine große Bewegung, bei der sich auch andere Menschen beteiligen, die gemeinsam mit den Möwen etwas gegen Umweltverschmutzung tun.“

Das Franz-Josef Ruyters mal Autor werden würde, hätte er nicht gedacht. „Ich war Friseur mit Herzblut, bin viel gereist. Ich habe oft das Gefühl, dass sich in meinem Leben viele Türen für mich geöffnet haben. Diese haben mir Möglichkeiten gegeben, leicht durchs Leben zu gehen. Dafür bin ich sehr dankbar. Das Schreiben hatte ich bis vor ein paar Jahren nicht auf dem Schirm, bin aber sehr froh, dass ich damit angefangen habe“, blickt Ryuters zurück.

Sein Schreibprozess sei vor allem von spontanen Ideen geprägt. „Ich bin noch ein Fan davon mit Bleistift in eine kleine Kladde zu schreiben. Fällt mir etwas Gutes ein, schreibe ich es einfach dort hinein und kann auch noch Elemente wegradieren, falls sie mir doch nicht gefallen.“

Die Idee mit den Kameras kam Ruyters zum Beispiel im wahren Leben. „Ich bin in der Greifvgelstation in Hellenthal darauf gestoßen. Dort wurden Adlern Kameras aufgeschnallt, um zu beobachten, wie diese fliegen. Das wollte ich direkt für mein Buch übernehmen.“ Auch auf andere detailgetreue Fakten achtet der Autor. So werden Gehwege und Weiten vorher gründlich recherchiert, auch in Sachen Vogelkunde las der Rentner sich ein, um die Tiere gut charakterisieren zu können.

15 Euro kostet diese neue Geschichte über Uwe. Zu kaufen gibt es das Buch im Straelener Buchhaus oder vor Ort bei Franz-Josef Ruyters in seinem kleinen Friseurmuseum an der Feldstraße 15 in Wachtendonk. Das Museum ist an jedem ersten Sonntag im Monat für Besucher geöffnet, die nächste Möglichkeit zu einem Besuch ist der 7. Januar. Zudem kann das Buch per E-Mail bestellt werden unter friseur.ruyters@gmx.de.

Jacqueline Kurschatke

Autor Franz-Josef Ruyters schickt seinen Charakter Uwe auf neue Abenteuer.Foto: J. Kurschatke