Von Leerständen, BHs und der Liebe zu Kleve
Großes Interesse am 4. Klever Dialog zur Zukunft der Innenstadt
KLEVE. Wer am Dienstag dieser Woche am Abend noch durch die Klever Fußgängerzone lief, konnte zu später Stunde noch reges Treiben in der Galeria Filiale verfolgen: Die SPD Kleve hatte zu ihrem 4. Klever Dialog eingeladen und passend zum Thema Zukunft Klever Innenstadt das Erdgeschoss des Kaufhauses als Veranstaltungsort gewählt. Zwischen Schmuck, Uhren und Adventskalendern kamen rund 100 Besucher, um über die Frage „Shopping-Lust oder Shopping-Frust?“ zu diskutieren. Viele Klever Händler waren unter den Gästen zu finden.
Den Einstieg in das Thema machte Moderatorin Andrea Franken im Rahmen eines Impulsinterviews mit Maren Rombold und Max Knippert, die nicht nur über die „Klever Schätze“ berichteten, sondern auch über ihre Erfahrungen und Ideen für die Einbindung von Kultur und Kunst im Bereich der Innenstadt. Im Anschluss holte Franken die Gäste der Talkrunde auf die Bühne: Mathijs Driessen (Geschäftsführer der Galeria Filiale Kleve), Gaby Kreusch (Inhaberin von Yarndesign), Ingo Marks (Klever Unternehmer) und die Vorsitzende der NRW SPD und Landtagsabgeordnete Sarah Philipp. Die Geschäftsführerin der Wirtschaft, Tourismus und Marketing musste ihre Teilnahme kurzfristig absagen. Doch ehe die eigentliche Talkrunde begann, überraschte die SPD Kleve mit einer kreativen Aktion: Verschiedene Mitglieder der SPD Kleve präsentierten im Rahmen eines kleinen „Catwalks“ Produkte, die es in Kleve zu kaufen oder auch eben nicht zu kaufen gibt. „Wenn Interessierte zu unseren Veranstaltungen kommen, sollen diese nicht nur informiert und mit einbezogen werden, sondern auch einen kurzweiligen Abend erleben. Dafür verlassen wir auch gerne mal unsere Komfortzone“, erklärt Mitorganisatorin Christin Becker von der SPD Kleve zwinkernd dazu, dass zum Beispiel der SPD-Fraktionsvorsitzende im Rat der Stadt Kleve im Bademantel mit Kochtopf und BH in der Hand an der Bühne vorbeilief.
Mit den gezeigten Produkten verknüpfte die Moderatorin dann den Einstieg in die Talkrunde. „Kleve ist eine großartige Stadt und wir dürfen nicht alles schlecht reden“ war der Tenor der Händler auf dem Podium. Gaby Kreusch betonte, dass sie sich mehr gemeinsames Zusammenwirken wünscht und sieht viele Chancen für Kleve.
Auch der Geschäftsführer der Galeria Filiale Mathjis Driessen hält Vieles für möglich in der Klever Innenstadt, vor allem dann, wenn man es schaffe, Handel, Verwaltung und Politik an einen runden Tisch zu bekommen. Ingo Marks, der eine Vielzahl von Läden in Kleve betreibt, wies zudem auf das Thema Mieten und Risiken für StartUps hin. In anderen Städten gebe es Unterstützung aus der Verwaltung für die erste Zeit der Anmietung von Ladenlokalen. Die Vorsitzende der NRW SPD Sarah Philipp, die neben der aktuellen Arbeit als Landtagsabgeordnete in der Vergangenheit als Quartiersmanagerin tätig war, berichtet von ihren Erfahrungen aus anderen Städten. Aus ihrer Sicht geht es nicht nur darum, gemeinsam an einen Tisch zu kommen, sondern neben den mittel- und langfristigen Zielen auch kurzfristige Ziele zu setzen. „Veränderung braucht Zeit, aber kleine Erfolge und Ergebnisse motivieren und zeigen, dass sich Etwas bewegt“, sagte Sara Philipp. Auch die Chancen und Potenziale der Landesgartenschau 2029 für die Klever Innenstadt sahen alle Talkgäste. Nichtsdestotrotz räumte auch Philips aus ihrer Erfahrung als Abgeordnete ein, dass in der Bauphase einer Landesgartenschau auch mit Einschränkungen zu rechnen sein würde, aber die Perspektive und das Ergebnis wie um Beispiel in Höxter ein Erfolg und große Chance sein kann. Hier betonten Gaby Kreusch und Ingo Marks noch einmal, wie wichtig die Einbindung der Händler sei.
Im zweiten Teil des Abends suchte die Moderatorin die konkrete Interkation mit dem Publikum. Zahlreiche Wortmeldungen und Anregungen sammelte das Team der SPD Kleve auf Papiereinkaufstüten. Neben dem „Runden Tisch“ und „Gemeinsam entwickeln“ fanden sich unter Anderem Wünsche wie „Mehr Licht und Begrünung“, „Familienfreundliche Spiel- und Erlebnisplätze“, „niedrigere Parkgebühren“, aber auch der generelle Wunsch nach mehr „Positivität“.
In seinem Schlussfazit betonte der SPD-Fraktionsvorsitzende Christian Nitsch, dass er davon überzeugt sei, dass man hier Dinge entwickeln kann, wenn alle an einem Strang ziehen würden: „Es darf nicht davon abhängen, von wem eine Idee stammt, damit sie umgesetzt wird. Wir müssen alle gemeinsam das Beste für Kleve wollen“. Den erfolgreichen Feierabendmarkt im August dieses Jahres nannte er als Beispiel. „Wir müssen wollen, die Händler müssen wollen, die Verwaltung und Politik müssen wollen und die Wirtschaftsförderung braucht Budget, Kompetenzen und Ressourcen.“
Ob der 4. Klever Dialog neue konkrete Impulse für Kleve bringt, werden die nächsten Monate zeigen. Talkgast Gaby Kreusch machte deutlich: „Ich habe schon etwas im Kopf, Alle gemeinsam schaffen wir das.“ Mit ihrem leidenschaftlichen Plädoyer für Kleve an diesem Abend hat Kreusch wohl viele Gäste erreicht: „Es kann sich etwas bewegen, wenn man sich gemeinsam engagiert. „Denn Kleve ist wunderschön.“
Zwischen Schmuck, Uhren und Adventskalendern kamen rund 100 Besucher, um über die Frage „Shopping-Lust oder Shopping-Frust?“ zu diskutieren. Foto: SPD Kleve