Von Källesse Intelligenz, Ramontik und Dahmen-Wahl
Die Kellener Brejpott Quaker feierten eine rundum gelungene Premierensitzung - und heute geht‘s in die nächste Runde
KELLEN. Unter dem Motto „Wej sinn Källe“ feierten die Kellener Brejpott Quaker am Samstag eine rundum gelungene Premierensitzung im bis auf den letzten Platz gefüllten Vereinshaus. In bester Feierlaune präsentierten die „Frösche“ ein buntes Potpourri aus Musik, Tanz, Sketchen und Büttenreden – und rissen ihr treues Publikum von Anfang an mit.
Samstagabend in Kellen: Zu den bekannten Klängen des vor 76 Jahren von Alois „Bär“ Weyers komponierten Quaker-Liedes zieht der Elferrat in den Saal ein. Sitzungspräsident Helmut Vehreschild begrüßt das Publikum ein letztes Mal. Nach 22 Jahren und 60 Sitzungen übergibt er das Amt an seinen Nachfolger Mario Coumans. Der ist schon viele Jahre Mitglied des Elferrats und bringt mit legendären Auftritten als „Chantal“ reichlich Erfahrung mit. In der zweiten Sitzungshälfte beweist er direkt, dass er den Saal im Griff hat – auch wenn die „neue Rakete“ noch ein wenig zündet, bevor sie abhebt. Bei der offiziellen Amtsübergabe bedankt sich der Elferrat herzlich bei Vehreschild für seinen jahrzehntelangen Einsatz und überrascht ihn mit einem maßgeschneiderten Geschenk: einer gemeinsamen Tour nach Ameland. Die Getränke allerdings gehen extra – schließlich „kennt er da ja jeden“, und allzu viele Runden will man vermeiden. Sichtlich gerührt bedankt sich Vehreschild mit Tränen in den Augen bei seiner Quaker-Familie und dem Publikum für eine Zeit, die er nie vergessen werde. Stolz stellt er klar: „Etwas Schöneres, als bei den Brejpott Quakern Präsident zu sein, gibt’s doch nicht.“
Zu einem solchen Abend gehören natürlich auch hochkarätige Gäste: In der zweiten Sitzungshälfte sorgt Prinz Tobi der Träumende für ausgelassene Partystimmung – nur am schnodderigen „Brä“ müsse er noch feilen. Im Gepäck hat das Oberhaupt der Klever Narren beste Laune, Prinzen- und Gardelied sowie Prinzenorden für den neuen Präsidenten Mario Coumans und für Geschäftsführer Wolfgang Vervoorts, der seit 30 Jahren Vorstandsarbeit leistet. Nachwuchstalent Jan Coumans, der zuvor in der Bütt glänzt und später mit den Froschkönigen das Parkett zum Beben bringt, darf sich über ein Prinzen-Trikot freuen. Spontan erhält auch Senatspräsident Theo Kehren einen Prinzenorden – und freut sich sichtlich über diese besondere Ehrung.
Die erste Bütt des Abends gehört Michael Meuwsen als „Taxifahrer“. Mit spitzer Zunge nimmt er die zahlreichen Baustellen der Stadt aufs Korn. Sein geschultes Auge erkennt selbst aus der Ferne den Baufortschritt: „Sind das da hinten Arbeiter oder Tauben? Wenn es sich bewegt, sind es Tauben.“ Aus dem RE 10 wird kurzerhand eine „Restlose Enttäuschung mit zehn ausgefallenen Triebwagen“, Parallelen zur Pandemie inklusive – beide sorgen schließlich für Lockdown. Und der Unterschied zwischen der Deutschen Bahn und der Mafia? Klar: Die Mafia ist organisiert. Während ein anderer Tobi aktuell träumt, lebt er den Moment – und setzt auf KI: Källesse Intelligenz. Er fabuliert über den Vorschlag, aus der Oberstadt ein olympisches Dorf zu machen („95 Nationalitäten – Jogginganzug haben sie alle schon an“), über den Blumen-Inder, die niederländische Wochenend-Invasion und das inflationäre „… & more“. Natürlich darf auch Oma Gertrud nicht fehlen – eine echte „Källesse Omi“, die beim Weihnachtsbaumschmücken gern mal zum Mümmelmann Jagdbitter greift.
Später gibt es ein Wiedersehen mit Georg Jansen als „Enne Janze“, der das Publikum schon begeistert, bevor er überhaupt loslegt. Diesmal berichtet er von einem missglückten Ausflug zur Herrentoilette, vergleicht Liskes Anlauf zur legendären Dirty-Dancing-Hebefigur mit dem Stierlauf in Pamplona („Sie springt ab – und mein ganzes Leben zieht an mir vorbei“) und philosophiert über Männer mit Schluckmuskelüberfunktion, „Ramontik“ mit schlechtem Timing und Laubsauger, die auch genau das Gegenteil können.
Viel Applaus erntet auch das Zwiegespräch „In de Schlopkamer“. Michael „Wusel“ Jansen und René Coumans nehmen vor dem Zubettgehen das lokale Geschehen genüsslich aufs Korn – von gelben Kennzeichen am Kaufland über Kneipenflaute, Drogencontainer, LaGa bis zur „Dahmen-Wahl“. Unterstützt werden sie von großartigen Videoclips (Patrick Weyers und KI sei Dank). Ein weiteres Bühnenstück steuern Dirk Linden, Timo Bleisteiner, Anke Bossmann, Birgit Krake, Lea Vehreschild, Ludger Giebels und Kirsten Wamers bei. Im Friseursalon „Silent Cut“ geht es nämlich gar nicht still zu: Haare verkokeln, Haartollen werden gebändigt und sogar Köpfe rollen. Während Azubine Mandy ihre Kollegen in den Wahnsinn treibt, wird fröhlich getratscht – bis sogar ein Pony aus dem Tiergarten vorbeischaut. „Der Chef meint, wir können uns das auch weiterhin leisten.“ Gelacht wird an diesem Abend jedenfalls ausgiebig.
Was wäre eine Quaker-Sitzung ohne Musik? Genau – undenkbar. Mit Al Dente steht auch diesmal echte Live-Musik auf der Bühne. Unter der Leitung von Band-Leader Rainer Vettorel, der zugleich den großen Quaker-Chor betreut, liefert die Band den passenden Soundtrack für einen rundum gelungenen Abend. Für ebenso viel Begeisterung sorgen die erstklassigen Tänze. Die Källesse Quecksprengers (Leitung: Daria Schweers und Mira Moerkerk, Betreuerinnen Petra Verhoeven und Laura Kuppen), die Tröpfchen (Trainer- und Betreuerstab: Sandra Maaßen, Jule Brückner, Simone Büskens, Milena Voldenberg, Magdalena Kaufmann, Julia Peters, Katrin Börgers) sowie die Froschkönige (Leitung: Kim Geurds, Farina Claaßen und Linda Kawalleck) bringen mit ihren Show- und Gardetänzen ordentlich Schwung in den Saal.
Hinter diesen Auftritten steckt jede Menge Arbeit, Disziplin und Herzblut – von den vielen Trainingsstunden bis zu den liebevoll genähten Kostümen. Denn es sind nicht nur die Akteure im Rampenlicht, die eine Quaker-Sitzung möglich machen. Auch hinter den Kulissen wird Großes geleistet: aufwändige Bühnenbilder, Technik, Kostüme und Maske entstehen mit enormem Einsatz und Leidenschaft. Das Ergebnis kann sich sehen lassen – und das macht Lust auf die nächsten 76 Jahre. Quak, Quak, Helau!
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Amtsübergabe (v.l.): Vorsitzender Volker Risch mit dem neuen Präsidenten Mario Coumans und dem scheidenden Präsidenten Helmut Vehreschild. NN-Foto: Rüdiger Dehnen