Han Groot Obbink möchte Bürgermeister werden. Foto: privat
27. August 2025 · Kalkar

Vom Wunderland ins Rathaus: Han Groot Obbink möchte Bürgermeister in Kalkar werden

Han Groot Obbink kandidiert als Bürgermeister in Kalkar

KALKAR. Mit seinem Namen auf der Bürgermeisterkandidaten-Liste hatten in Kalkar sicherlich nicht viele gerechnet. Han Groot Obbink (65), der das Wunderland Kalkar 27 Jahre lang als Geschäftsführer zum heutigen Freizeitpark-, Hotel- und Messekomplex aufbaute, hat mit seiner Kandidatur viele überrascht.

Auch er selbst gibt zu: „Ich komme nicht aus der Politik.“ Doch das sei alles andere als ein Nachteil. „Ich bringe reichlich Erfahrung aus der Gastronomie und als Unternehmer mit. Beim Wunderland habe ich viele Jahre 350 Mitarbeiter aus 13 verschiedenen Nationen und in 13 Abteilungen geführt. Zudem war ich jeweils im Vorstand der Dehoga und im Werbering Kalkar aKtiv sowie in den Ausschüssen von Niederrhein Tourismus und der IHK Kreis Kleve tätig. Ich kann Menschen zusammenbringen, denn alleine geht es nicht, und ich möchte die Stadt Kalkar unterstützen“, betont Groot Obbink.

Bereits im Januar 2024 sei er von den Freien Bürgern Kalkar (FBK), die den „unabhängigen Bürgermeisterkandidaten“ nun neben dem Forum Kalkar und der SPD bei der Kommunalwahl unterstützen, angerufen worden. „Was wollen die?“, habe er im ersten Moment gedacht. Man habe sich in einer Kalkarer Bäckerei zum Austausch getroffen. „Nach 15 oder 30 Minuten kam dann die Frage: Kannst Du Dir vorstellen, Bürgermeister von Kalkar zu werden? Ich habe nur gedacht: Was sagen die jetzt? Meine Pläne im Leben waren ja total andere“, erinnert sich Groot Obbink und ergänzt: „Aber ich habe das schon als Herausforderung gesehen.“

Eine endgültige Entscheidung sei aber erst ein paar Wochen später gefallen. Denn im Januar 2024 habe auch noch nicht festgestanden, ob Kalkars Bürgermeisterin Britta Schulz (Forum Kalkar) noch eine dritte Amtszeit anstrebt. „Hätte sie Ja gesagt, hätte ich mich nicht als Gegenkandidat aufgestellt“, macht Groot Obbink deutlich. Doch nach zehn Jahren im Amt wollte Schulz nicht noch einmal kandidieren, und das Forum Kalkar entschied sich schlussendlich – ebenso wie das FBK und die SPD – dafür, den gebürtigen Niederländer als gemeinsamen Bürgermeisterkandidaten in Kalkar aufzustellen.

Britta Schulz habe in ihrer zehnjährigen Amtszeit viel Gutes erreicht: Die Marktplatzumgestaltung im Rahmen des Integrierten Handlungskonzeptes, die Sanierung und Digitalisierung des Kalkarer Schulzentrums (der sogenannte „Ringtausch“), der Bau des neuen städtischen Bauhofs sowie mehrere Feuerwehr-Neubauten seien wohl die größten und bedeutendsten Projekte, die umgesetzt worden seien und die Stadt verbessert hätten. Auch dass die Arbeiten für den Kunstrasenplatz bei der DJK GW Appeldorn im Juli endlich begonnen hätten, sei super. „Es gibt vieles, was in den vergangenen Jahren viel besser geworden ist, und einiges wurde vorbereitet, was in den nächsten Jahren geerntet werden kann“, sagt Groot Obbink anerkennend.

Es gebe aber auch noch Einiges zu tun – zum Beispiel beim Freizeitpark Wisseler See. „Ich habe schon viele Campingplätze gesehen, aber dort sieht es nicht vernünftig aus. Die Gastronomie oder der Biergarten etwa sehen nicht einladend aus“, sagt Groot Obbink. Dort müsse „ganz viel reingesteckt werden“, aber das könne sich lohnen. „Denn die Rahmenbedingungen mit dem See sind gut“, meint Groot Obbink, der seit seinem Ausscheiden aus dem Wunderland Kalkar wieder für den ehemaligen Wunderland-Eigentümer Hennie van der Most arbeitet und Freizeitparks in den Niederlanden aufbaut – so wie er es bereits 40 Jahre für van der Most getan hat und einst fürs Wunderland Kalkar an den Niederrhein kam. Bis heute lebt er mit seiner Lebensgefährtin Petra im Eigenheim in Grieth lebt.

Als Bürgermeister wäre es für Groot Obbink ein ganz besonderes Anliegen, die Kalkarer Innenstadt und auch die heimische Gastronomie – einst das Kalkarer Aushängeschild schlechthin – wieder zu stärken. „Die Innenstadt muss ein touristisches und kulturelles Zentrum sein – ein Ort der Begegnung“, sagt Groot Obbink. Kalkar sei – trotz des wohl baldigen Weggangs zweier Gastronomen am Markt – immer noch die „gastronomische Hauptstadt des Niederrheins“ und das müsse auch überregional beworben werden. „Auch die Gastronomie hier braucht wieder mehr Gäste. Neben den Veranstaltungen für Kalkarer Bürgerinnen und Bürger müssen wir deshalb auch wieder mehr Veranstaltungen anbieten, die gezielt auch Touristen anlocken. Dafür muss Geld freigemacht werden“, meint Groot Obbink. Die kürzlich eingeführte Kulturförderabgabe könne dafür etwa genutzt werden.

Han Groot Obbink möchte Kalkar auf diesem Weg in Zukunft gerne begleiten. Und der 65-Jährige denkt dabei nicht nur an die nächsten fünf Jahre. „Sollte ich gewählt werden, kann ich mir auch eine zweite Amtszeit vorstellen. Ich fühle mich fit, und wenn ich gesund bleibe, würde ich gerne weitermachen. Mir macht das immer noch Spaß, und in diesem Amt kann ich Menschen erreichen und zusammenbringen“, sagt Groot Obbink, Das seien wichtige Eigenschaften, die ein guter und bürgernaher Bürgermeister haben sollte, findet der 65-Jährige. der im Rat auch ausdrücklich „mit allen Parteien zusammenarbeiten möchte“. „Das wird natürlich eine Herausforderung, aber eine konstruktive Zusammenarbeit ist wichtig“, betont Groot Obbink. Eins sei aber fast noch wichtiger: „Die Politik muss auch wieder zu den Menschen kommen.“ Dazu seien etwa Ratssitzungen in den einzelnen Ortschaften denkbar.

Sabrina Peters

Han Groot Obbink möchte Bürgermeister werden. Foto: privat