Volksbank an der Niers: Erfolgreiches Geschäftsjahr trotz globaler Unsicherheiten
Vorstand berichtet über Bilanzsteigerung und strategische Personalentscheidungen
NIEDERRHEIN. Die Vertreterversammlung der Volksbank an der Niers schaute nun im Gocher Kastell auf den Jahresabschluss sowie aktuelle Entwicklungen. Der Bericht des Vorstands von Johannes Janhsen stand unter dem Motto des aktuellen Jahresberichts „Mehr als eine Bank“. Janhsen verdeutlichte: „Wir sind Teil der Lebensgeschichte unserer Mitglieder. Wir begleiten den Hausbau, die Firmengründung, die Vorsorge für die Enkel.“ Zunächst ging er auf die aktuelle weltweite Lage ein, die weiterhin von Unsicherheit geprägt sei. Die Entwicklungen an den Finanz- und Kapitalmärkten im vergangenen Jahr hätten gezeigt, wie stark wirtschaftliche Veränderungen Unternehmen, Familien und private Anleger beeinflussen. Auch die jüngste Leitzinserhöhung der Europäischen Zentralbank verdeutliche das Spannungsfeld der europäischen Wirtschaft zwischen Inflationsrisiken durch geopolitische Entwicklungen sowie einer zurückhaltenden Investitionsbereitschaft infolge gestiegener Finanzierungskosten.
Insgesamt schauen die Bank und ihre Mitglieder in diesem Umfeld auf ein erfolgreiches Geschäftsjahr. Die Bilanzsumme betrug zum Jahresende 3,4 Milliarden Euro, eine Steigerung um 3,5 Prozent. Die Anzahl der Genossenschaftsmitglieder und somit Bankeigentümer stieg auf 55.377. Das Kreditgeschäft wuchs um 6,3 Prozent auf 2,38 Milliarden Euro. „Die Kreditnehmer unseres Hauses sind von negativen wirtschaftlichen Entwicklungen in der Summe noch nicht so stark betroffen, hierbei sage ich ausdrücklich noch nicht betroffen“, so Janhsen. „Wir hoffen natürlich, dass sich dies für uns und unsere Kunden so positiv fortsetzt.“ Die Kundeneinlagen verzeichneten im letzten Jahr einen Anstieg um 3,7 Prozent auf 2,72 Milliarden Euro. Der Jahresüberschuss liegt mit 7,2 Millionen Euro auf dem Niveau des Vorjahres.
Zum aktuellen Stand der weiterhin unverbindlichen, ergebnisoffenen Gespräche mit der Volksbank Kleverland über die Möglichkeit einer Fusion erklärte Janhsen, dass derzeit noch umfangreiche Prüfungen, unter anderem durch den Genossenschaftsverband, bei der Volksbank Kleverland stattfinden: „Abschließende Ergebnisse liegen hier noch nicht vor.“ Janhsen kündigte an, die Volksbank an der Niers werde ihre Vertreter rechtzeitig und transparent über alle Entwicklungen informieren.
Weiter berichtete er, wie sich der Anspruch „mehr als eine Bank“ zu sein im Tagesgeschäft bei der Heimatbank ausgestalte: KI sinnvoll nutzen, digitale Bankkanäle weiter ausbauen und den Mittelstand bei der nachhaltigen Transformation unterstützen. Ein wichtiges Thema sei auch die private Altersvorsorge, die vor dem Hintergrund verabschiedeter Reformen und politischen Maßnahmen an Bedeutung gewinne. Mit dem neuen Altersvorsorgedepot können „Anlegerinnen und Anleger künftig stärker kapitalmarktorientiert vorsorgen und dabei von mehr Flexibilität, transparenten Strukturen und langfristigen Renditechancen profitieren“, so Janhsen. Zum Abschluss seines Berichts bedankte Janhsen sich im Namen des Vorstands bei den Mitarbeitern der Bank für ihren Einsatz: „die Zahlen, die Technik, die Strategien – all das wäre nur ein theoretisches Konzept, wenn da nicht Menschen wären, die es jeden Tag mit Herzblut füllen.“
Im Anschluss an den Vorstandsbericht informierte der Aufsichtsratsvorsitzende und Versammlungsleiter Dieter Wies über Entwicklungen im Vorstandsgremium. Die aktuellen Mitglieder Wilfried Bosch und Johannes Janhsen werden ihre Aufgabe noch einige Zeit weiter ausführen, aber „um Kontinuität in der erfolgreichen Geschäftsentwicklung sicherzustellen, hat der Aufsichtsrat bereits vorausschauende Personalentscheidungen getroffen“, so Wies. Robert Gorthmanns (50), seit 16 Jahren Bereichsleiter Firmenkunden bei der Volksbank an der Niers, wurde bereits zum Generalbevollmächtigten bestellt. Weiterhin wird Jörg Puslat (51), zuletzt Leiter des Kreditgeschäfts bei der Sparkasse Wuppertal, ab Anfang Oktober als Generalbevollmächtigter bei der Volksbank an der Niers beginnen. Beide sollen Mitte 2027 zum Vorstand berufen werden. Anschließend stellte die von Dieter Wies geleitete Vertreterversammlung den Jahresabschluss fest, entlastete die Gremien und beschloss die vorgeschlagene Dividende von fünf Prozent. Wiedergewählt in den Aufsichtsrat wurden Michael Klemm aus Geldern und Andrea Scheddin aus Goch.
Zum Abschluss der Versammlung gab es einen besonderen, lokal geprägten Gastvortrag von Sportschützin Anna Janssen aus Wetten. NN-Foto: Gerhard Seybert Foto: Gerhard Seybert - 47608 Geldern
Zum Abschluss der Versammlung gab es einen besonderen, lokal geprägten Gastvortrag von Sportschützin Anna Janssen aus Wetten. Die Olympiateilnehmerin zählt zu den erfolgreichsten deutschen Schützinnen der Gegenwart. In ihrem Vortrag gewährte sie den Gästen spannende Einblicke in ihren Alltag zwischen Leistungssport, Studium und Beruf sowie in die Besonderheiten des Schießsports. So erklärte sie unter anderem, wie die spezielle Schießbekleidung die anspruchsvollen Körperhaltungen unterstützt. Janssen sprach über den Umgang mit Druck und Stress sowie über die Bedeutung mentaler Stärke. Offen sprach sie über Erfolge und Rückschläge ihrer Sportkarriere in den letzten Jahren sowie über die Erkenntnisse, die sie daraus gewonnen hat. Dabei hob sie insbesondere die Bedeutung von Gelassenheit hervor. Außerdem unterstrich die Spitzensportlerin die Bedeutung von Teamgeist und Gemeinschaft – nicht nur im Sport, sondern ebenso im Alltag. Ihre abschließende Empfehlung: „Den Weg zum Ziel und der Person, die man werden will, feiern und wertschätzen und nicht zu hart mit sich selbst sein.“
Der Bericht des Vorstands von Johannes Janhsen stand unter dem Motto des aktuellen Jahresberichts „Mehr als eine Bank“. NN-Foto: Gerhard Seybert