"Teilnehmende der VHS Sommerakademie auf dem Oermter Berg bei sonnigem Wetter"
23. Juli 2026 · Issum

VHS Sommerakademie: Künstlerisch gestalten auf dem Oermter Berg

Teilnehmende präsentieren bei einer Abschlussrunde ihre Ergebnisse

OERMTEN. Das Schönstattzentrum auf dem Oermter Berg, zwischen Feldern, Wiesen und Wald, bietet Idylle, Erholung und Ruhe. Perfekt also, um kreativ zu werden und sich frei zu machen, vom Perfektionismus. Die Sommerakademie der Volkshochschule Gelderland sollte ihren diesjährigen Teilnehmenden genau das vermitteln: Mit Stift, Pinsel, Hammer und Meißel gestalteten sie an fünf Kurstagen einzigartige Werke.

Wählen konnten die rund 30 Teilnehmenden aus den Handwerken Malerei, Bildhauerei, Schreiben und Korbflechten. Auch eine Wildkräuterwanderung wurde angeboten. Die Workshops fanden dann in der ersten Ferienwoche statt, mit Hinblick auf die große Abschlussveranstaltung am Mittwoch bei der alle Künstler ihre Werke ausstellten und von ihren Arbeitsprozessen berichteten. Während die Kursteilnehmer in ihrer Gestaltung grundsätzlich freie Hand haben, gibt es von den Dozentinnen immer Hilfestellungen mit Anregung, Inspiration oder einem zentralen Thema, dass jeder für sich individuell auslegen kann. In diesem Sommer lag das Augenmerk auf einem „Perspektivwechsel“. Vor allem: einen positiven Blick auf die Dinge finden.

Für die Schreibwerkstatt probierte sich Dozentin Martina Spanier mit ihrem Kurs durch verschiedene Textsorten. Angefangen mit den so genannten „Elfchen“. Sie beginnen mit einem Wort, auf das sich das Gedicht in fünf Verszeilen schließlich weiter aufbaut. Hier entstanden ganz unterschiedliche Werke. Von Eis – einer Erfrischung, die dick mache, aber das ja auch eigentlich egal sei – zum Thema Freude, Wohlwollen und Gemeinschaft. Inspiration kam anschließend auch von „Teebeutelweißheiten“ oder einem Blick auf Comics und Karikaturen die Spanier für ihren Kurs mitgebracht hatte. Auch draußen sollten die Teilnehmenden Inspiration finden. Vor allem in den Wolken, ihren Formen und wie sie weiterziehen. Ernstere Themen nahmen die Teilnehmenden ebenfalls in ihre Texte auf. Etwa diese Art Perfektionismus die ironischerweise doch nur zu Prokrastination führt. Oder wie es sein könnte einfach „wild“ und ungebendigt zu leben.

Die Bildhauer im Kurs von Monika Bänsch kreierten in vier Tagen ihre eigenen Skulpturen. Die meisten nutzten dafür Tuffstein. Dieser lässt sich mit Hammer und Meißel gut bearbeiten und erlaubt das in Form hauen sowie auch filigranere Arbeiten. Entstanden sind unter anderem Vogeltränken, eine Katzenskulptur oder auch verschiedenste Reliefs. Kursteilnehmerin Petra Kemper zog mit ihrer Darstellung der Gesichter eines Liebespaares die Aufmerksamkeit auf sich. Die Inspiration, so sagt sie, komme vor allem aus ihr selbst heraus: „Ich glaube, jeder hat ein bestimmtes Thema in sich, von dem er immer wieder angezogen wird. Für mich sind das Menschen, Beziehungen oder bestimmte Farben.“ Die gebürtige Rheurdterin ist regelmäßig Teil der Sommerakademie und hat auch das Malen zu ihrem Hobby gemacht. Die Sommerakademie sei für sie immer wie ein „kleiner Urlaub“ und sie nutze das Angebot gern um Neues auszuprobieren. Für ihre Skulptur wählte sie zunächst einen vermeintlich einfacheren Plan, spürte jedoch schnell den Ansporn, doch etwas Besonderes, Anspruchsvolleres zu machen. Vielleicht liegt es auch an der Umgebung des Schönstattzentrums: „Dieser Ort ist sehr inspirierend“, erklärt Kemper abschließend.

"Petra Kemper gestaltet Menschen und Beziehungen, Kunstmotiv"

Petra Kemper gestaltet besonders gern Motive die mit Menschen und Beziehungen zutun haben. Foto: NN/ J. Kurschatke

Die Maler von Dozentin Heike Wirtz nutzten ihre Acryl- und Aquarellfarben unter dem Kursmotto „Sich Zeit lassen, sich Zeit nehmen, sich einlassen“. Als Motivinspiration brachte Wirtz einen Leuchtturm an der See ein. Dann wurde „geskribbelt“. Diese Technik meint schnell zu zeichnen, ohne auf Perfektion oder Richtigkeit zu achten. Das Motiv nahmen viele Kursteilnehmende als Inspiration und kreierten darüber hinaus viele weitere maritime Bilder. Schiffe die im Hafen liegen, Dünen, Wind, die See mal friedlich, mal rau. Gespielt wurde mit verschiedenen Farben und Techniken. Barbara Haack aus Moers ist zum dritten Mal Teilnehmerin bei der Sommerakademie. Schon im Vorfeld überlegt sie sich, was sie im Kurs gern malen würde. Dabei heraus kamen neben den Leuchtturm-Bildern auch das Abbild einer Frau, bunte Eisbecher, ein grüner Fisch. Als sie 2024 an Depressionen erkrankte, gab ihr das Hobby halt. Und brachte die Freude zurück: „Malen macht den Kopf frei. Man denkt nicht mehr nur schwarz-weiß, sondern an bunte Farben. Das hat mir sehr geholfen.“

"Barbara Haack malt mit bunten Farben, seit über 10 Jahren, Künstleratelier, farbenfrohe Malerei"

Barbara Haack malt seit mehr als 10 Jahren und liebt bunte Farben. Foto: NN / J. Kurschatke

Einige Teilnehmende der diesjährigen VHS Sommerakademie auf dem Oermter Berg. Foto: vhs Gelderland/ Katharina Raß