Bastian Rütten und Elmar Lehnen bei der Premiere ihrer Kantate "Was ankommt", lächelnd vor Publikum.
27. Oktober 2026 · Kevelaer

Uraufführung der Kantate „Was ankommt“ in der Marienbasilika

Einstimmung auf den Advent mit Musik von Elmar Lehnen und Bastian Rütten

KEVELAER. Was am 1. Adventssonntag, 29. November, um 15 Uhr in der Basilika in Kevelaer zur Aufführung kommt, hat eine lange Entstehungsgeschichte. Seit dem Frühjahr arbeiten der Kirchenmusiker Elmar Lehnen und der Theologe Dr. Bastian Rütten an ihrem Werk. Das Ergebnis ist die Kantate „Was ankommt“.

Der Musiker und der Theologe arbeiten kreativ zusammen, für sie ist es nicht das erste Projekt. Alles begann mit einem großen Mysterienspiel „Mensch! Maria!“ zum 375. Wallfahrtsjubiläum in Kevelaer. Es folgten unter anderem eine Vertonung der Weihnachtsgeschichte mit dem Titel „Zur Welt gebracht“ und vor zwei Jahren ein Magnificat, aufgeführt und als CD produziert vom WDR-Rundfunkchor.

„Eine Kantate war als musikalische Form war für uns reizvoll“, sagt Lehnen. Rütten ergänzt: „Anders als bei einer Oper wird hier allein über den Gesang ein Inhalt vermittelt. Ganz ohne szenische Darstellung, aber von verschiedensten Seiten beleuchtet.“ Bei dem neuen Werk steht das alte Adventslied „Es kommt ein Schiff geladen“ im Mittelpunkt. „Kaum ein Lied ist mehr von Hoffnungsbildern voll als dieses Lied“, sagen Lehnen und Rütten. Die Konzeption sei dann aber doch besonders. Neben Solo-Arien und Chören agiert ein Sprecher und spannt den Bogen vom traditionellen Lied in unsere Tage.

Die Botschaft des Advents übertragen

„Der Advent und seine Botschaft müssen in unserer Zeit ankommen“, ist sich Rütten sicher. Und so verstehen beide, Musiker und Theologe, sich als Experimentalisten. „Ob das gelingt, müssen am Ende die Zuhörer entscheiden“, betont Lehnen. Die Klangsprache des Stückes sei eine emotionale. Sie male die einzelnen Szenen in die Sinne des Publikums. „Wo von ankommenden Schiffen die Rede ist, die am Horizont auftauchen, da sollte man das auch hören“, erklärt der Musiker.

Ihn und Rütten verbinden viele Gemeinsamkeiten. Sie stammen beide aus Nettetal, arbeiten aber seit fast zehn Jahren im Wallfahrtsort Kevelaer zusammen. Lehnen als Basilika-Organist und Rütten als Pastoralreferent in der Wallfahrtsleitung. „Hier in Kevelaer kann viel entstehen“, sind beide überzeugt. Die Chorpassagen werden vom Chor Kalobrhi aus Nettetal übernommen, dessen Leiter ebenfalls Lehnen ist. Drei Solisten wirken mit. „Das ist auch immer ein spannender Prozess. Ein neues Werk ist auch für Gesangssolisten eine spannende Sache“, sagt Lehnen. Mit dem Rheinischen Oratorienorchester wisse man einen guten Partner an der Seite. Lehnen: „Der Klang dieses wunderbaren Orchesters und die Arbeit der Konzertmeisterin Gabi Ziebell sind einfach das Sahnehäubchen.“

Bei dem Konzert wird die neu erstandene Kantate einer der bekanntesten Adventskantaten gegenübergestellt. Mit „Wachet auf“ aus der Feder des großen Johann Sebastian Bach klingt ein großes zweites Thema an. „Wach sein und erwartungsfreudig bleiben, das sind die Themen des Advents überhaupt“, erklärt Rütten. Ihn und Lehnen habe es besonders gereizt, diese beiden Kantaten miteinander zu kombinieren. „Das Alte und das Neue müssen sich ergänzen“, sagt Rütten. Kaum ein Komponist habe so viele Kantaten komponiert, wie es Bach tat. Auch sein Anliegen sei es gewesen, alte Geschichten in seine Zeit zu erzählen und davon zu singen.

Diese Erfahrungen machen auch Lehnen und Rütten. „Bevor etwas entsteht, denken wir viel. Jeder für sich. Dann gemeinsam. Am Ende wird auch sehr viel wieder verworfen. Die besten Ideen kommen beim Tun“, erzählt Lehnen. „Wir freuen uns auf die Aufführung“, sagt er. „Es ist ein wenig, wie eine Geburt, wenn etwas erklingt, woran man Monate gearbeitet hat.“

Eintrittskarten gibt es im Onlineshop der Wallfahrtsgemeinde unter www.wallfahrt-kevelaer.de, und im Ladenlokal Jacobs auf dem Kapellenplatz. Aufgrund des Orchesters ist das Platzangebot begrenzt.

Bastian Rütten (l.) und Elmar Lehnen freuen sich auf die Uraufführung ihrer Kantate „Was ankommt“. Foto: Bischöfliche Pressestelle / Christian Breuer