"Dr. Stefan Dietzfelbinger, IHK-Hauptgeschäftsführer, Porträtfoto von der Niederrheinischen IHK"
26. August 2026 · Niederrhein

Unternehmergeist in unsicheren Zeiten

IHK blickt auf Lage der Unternehmen

NIEDERRHEIN. Die Weltwirtschaft erlebt unsichere Zeiten. Energie bleibt teuer, die Infrastruktur an Rhein und Ruhr ist marode. Das belastet die Wirtschaft. Die Unternehmen am Niederrhein begegnen den Umständen mit unternehmerischem Mut. In ihrem Geschäftsbericht blickt die Niederrheinische IHK auf die Innovationskraft der Region. Der Bericht zeigt auch, wo Politik und Verwaltung Unternehmen ausbremsen.

„Wer heute nicht innovativ ist und investiert, verliert morgen im internationalen Wettbewerb. Der Mut zum Unternehmertum ist da. 2025 wurden mehr Unternehmen gegründet als im Jahr davor. Das zeigt das Potenzial unseres Standorts. Unseren Unternehmen fehlt aber politische Verlässlichkeit“, sagt Dr. Stefan Dietzfelbinger, Hauptgeschäftsführer der Niederrheinischen IHK. „Sie brauchen weniger Bürokratie, schnellere Verfahren, bezahlbare Energie. Und eine funktionierende Infrastruktur: Straßen, Schienen, Brücken und Wasserwege.“ Viele Entscheidungen, die Unternehmen täglich spüren, fallen in den Städten und Kommunen. Die IHK sammelt die Anliegen der Wirtschaft. Und sie bringt die Unternehmer mit den politischen Entscheidern vor Ort zusammen.

IHK veröffentlicht Krisenvorsorgeplan

Unternehmen müssen sich rechtzeitig auf Notlagen vorbereiten: Cyber-Angriffe, Sabotagen oder den Verteidigungsfall. Die IHK unterstützt sie dabei. Der Krisenvorsorgeplan gibt Hinweise, wie Betriebe Risiken erkennen und handlungsfähig bleiben. Wertvoll dabei ist der Austausch: Mit dem Netzwerk Defense bringt die IHK Akteure aus Wirtschaft, Sicherheits- und Verteidigungsindustrie sowie politische Entscheidungsträger zusammen. So entstehen Impulse für mehr Sicherheit und Widerstandskraft der Wirtschaft am Niederrhein. Der Krisenvorsorgeplan ist abrufbar unter www.ihk.de/niederrhein/verteidigung.

Lieferketten unter Druck

Das aktuelle Niedrigwasser zeigt die Schwachstellen der Infrastruktur auf. „Die Wasserstraße fällt als verlässlicher Verkehrsträger aus. Unternehmen müssen auf die Straße ausweichen. Das ist nicht nur teuer, es belastet die marode Infrastruktur zusätzlich. Unser Brückenmonitor hat gezeigt, dass in keinem anderen Bundesland mehr Brücken kaputt sind als in NRW. 2.500 sind sanierungsbedürftig. Jede dritte Autobahnbrücke muss in den nächsten Jahren ersetzt werden. Die Wasserstraße ist ein wichtiger Verkehrsträger besonders für die Industrie. Deswegen muss die Fahrrinne schnell optimiert werden. Wir brauchen entschlossenes politisches Handeln“, sagt Dietzfelbinger.

Ausbildungsmarkt unter Druck

Die Rückkehr zur neunjährigen Gymnasialzeit (G9) in NRW macht sich auf dem Ausbildungsmarkt bemerkbar. Sie führt zu einem Abiturjahrgang mit weniger Schulabgängern. Viele Betriebe suchen händeringend Nachwuchs. Durch G9 fehlen zusätzlich geeignete Bewerber. Das verschärft die bereits sinkende Zahl neu abgeschlossener Ausbildungsverträge. Die Niederrheinische IHK setzt auf Berufsorientierung. Sie schult Azubis, die in Schulen über ihre Ausbildung berichten. Und sie erweitert ihre Angebote rund um den Ausbildungsmarkt. Der Geschäftsbericht ist digital abrufbar unter www.ihk.de/niederrhein/geschaeftsbericht.

IHK-Hauptgeschäftsführer Dr. Stefan Dietzfelbinger. Foto: Niederrheinische IHK/Michael Neuhaus