Unternehmen schätzen Kreis Kleve
Bestnoten in vielen Bereichen bei IHK-Analyse
KREIS KLEVE. Der Kreis Kleve ist ein attraktiver Wirtschaftsstandort. Die Gewerbesteuern sind vergleichsweise niedrig. Außerdem sind freie Flächen verfügbar. Bei der Verkehrsanbindung gibt es noch Baustellen. Die Unternehmen klagen zudem über zu viel Bürokratie. Das zeigt die IHK-Standortanalyse. Dr. Stefan Dietzfelbinger, Hauptgeschäftsführer der Niederrheinischen IHK, hat sich mit Landrat Christoph Gerwers und Wirtschaftsförderin Brigitte Jansen getroffen. Gemeinsam tauschten sie sich darüber aus, wie Unternehmen von Kreis und Kommunen weiter unterstützt werden können.
Bestnoten gibt es bei Freizeitangeboten und bei der Qualität der Umwelt. Die Menschen leben und arbeiten gerne im Kreis Kleve. Ein wichtiger Faktor, den auch die Unternehmen der Region schätzen. Positiv bewerten die Betriebe auch den kurzen Draht zu Politik und Verwaltung. Das macht vieles einfacher. Dennoch sehen die Unternehmen bei Planungs- und Genehmigungsverfahren Luft nach oben. „Die Verfahren dauern auch hier zu lange. Unternehmer sind Macher und meistens keine Juristen. Gerade Mittelständler verstehen oft nicht, was die Behörden alles von ihnen wollen“, so Dr. Dietzfelbinger zu den in diesem Bereich besonders schlechten Noten. Auch bei Bus und Bahn wünschen sich die Unternehmen mehr politisches Engagement. Der Kreis Kleve punktet mit guten Noten für die Wirtschaftsförderungen, Unternehmensnetzwerke sowie Hochschule und Technologiezentren. „Ansiedlungen wie Tricor und besonders auch Rheinmetall zeigen, dass eine wirtschaftsfreundliche Politik wirkt. Der durchschnittliche Hebesatz für die Gewerbesteuer ist rund zehn Prozent niedriger als der NRW-Wert. Aber: Zehn von 16 Städten haben Anfang des Jahres ihre Steuern erhöht – teilweise um mehr als 20 Punkte. Das könnte die gute Entwicklung bremsen. Es braucht mehr Disziplin bei den Ausgaben. Wichtig sind digitale Verwaltungen, um Verfahren zu vereinfachen“, warnt Dr. Dietzfelbinger.
„Wir greifen die Hinweise gerne auf. Wir prüfen fortdauernd, wie wir Planungsprozesse beschleunigen, die Kostenstruktur verbessern und gemeinsam mit den Kommunen im Kreis Kleve mehr Flächen bereitstellen können“, erklärt Landrat Christoph Gerwers. „Der Kreis Kleve ist wirtschaftlich vielfältig. Dass sich Unternehmen und Fachkräfte für uns entscheiden, freut uns. Gleichzeitig ist es wichtig, dass wir ihnen weiterhin gute Perspektiven bieten. Der Austausch mit der IHK lieferte hierfür gute Impulse“, so Brigitte Jansen, Wirtschaftsförderin des Kreises Kleve. Die Standortanalyse basiert auf 140 Rückmeldungen von Unternehmen aus dem Kreis Kleve aus dem Sommer 2025.
IHK-Hauptgeschäftsführer Dr. Stefan Dietzfelbinger und IHK-Standortleiterin Eva Folkerts suchten das Gespräch mit Brigitte Jansen, Geschäftsführerin der Wirtschaftsförderung Kreis Kleve GmbH, und Landrat Christoph Gerwers (v.l.). Foto: Kreis Kleve