Peter Hilbig, Vorsitzender der Ukrainehilfe Niederrhein e.V. , Stefan Roeloffs, Fachbereichsleiter Wirtschaftsförderung und Grundstücksmanagement der Stadt Xanten, Anika Hartwich, Mitarbeiterin Liegenschaften der Stadt Xanten, und Xantens Bürgermeister Rafael Zur (v.l.) am neuen Schulbus für die Ukraine. Foto: privat
15. Oktober 2026 · Xanten

Ukrainehilfe Niederrhein bringt neuen Schulbus und dringend benötigte Hilfsgüter in die Ukraine

Ein Stück Normalität auf vier Rädern

XANTEN. Ein Schulweg, ein Klassenzimmer, gemeinsames Lernen mit Freunden – was für Kinder bei uns selbstverständlich ist, ist in der Ukraine längst keine Selbstverständlichkeit mehr. Der Krieg hat den Alltag vieler Familien grundlegend verändert. Besonders Kinder in abgelegenen Regionen haben es schwer, regelmäßig eine Schule zu besuchen und eine gute Ausbildung zu erhalten. Ein neuer Kleinbus soll nun helfen, diesen Kindern ein Stück Normalität und damit auch ein Stück Zukunft zurückzugeben. Möglich wurde die Anschaffung durch die Zusammenarbeit zwischen der Stadt Xanten und der Ukrainehilfe Niederrhein e. V.

Die Fördermöglichkeit im Rahmen eines EU-Projekts wurde von Bürgermeister Rafael Zur identifiziert und anschließend gemeinsam mit Peter Hilbig, dem Vorsitzenden der Ukrainehilfe Niederrhein, sowie der Stadtverwaltung auf den Weg gebracht. Um den städtischen Haushalt nicht zusätzlich zu belasten, übernimmt die Ukrainehilfe Niederrhein den vollständigen kommunalen Eigenanteil. Für die Stadt Xanten entstehen somit keine eigenen Anschaffungskosten. Der städtische Beitrag liegt insbesondere in den personellen Kapazitäten, die für die Vorbereitung und Umsetzung des Projekts erforderlich sind.

„Als Peter Hilbig mit der Idee auf mich zukam, gemeinsam ein Projekt für die Ukraine umzusetzen, und ich auf die passende Fördermöglichkeit aufmerksam wurde, war für mich schnell klar, dass wir dieses Vorhaben unterstützen sollten. So können wir Kindern in der Ukraine ein Stück Normalität und Zugang zu Bildung ermöglichen, ohne den städtischen Haushalt finanziell zu belasten. Mein besonderer Dank gilt unserem Verwaltungsteam, das die Umsetzung mit seinem personellen Einsatz unterstützt. Dieses Engagement ist nicht selbstverständlich und zeigt, was wir gemeinsam erreichen können“, erklärt der Bürgermeister der Stadt Xanten. Auch Peter Hilbig, Vorsitzender der Ukrainehilfe Niederrhein, betont die Bedeutung der Zusammenarbeit: „Es ist uns ein Herzensanliegen, gerade den Kindern in der Ukraine zu helfen. Sie leiden besonders unter den Folgen des Krieges und haben doch ein Recht auf Bildung, Gemeinschaft und eine Perspektive für ihre Zukunft. Wenn wir mit diesem Bus dazu beitragen können, ein wenig Normalität in ihr Leben zurückzubringen, ist das für uns ein ganz besonderer Erfolg.“

Sein ausdrücklicher Dank gilt der Stadt Xanten und allen Beteiligten in der Verwaltung: „Ohne die Unterstützung der Stadt wäre dieses Projekt in dieser Form nicht möglich gewesen. Die Zusammenarbeit hat es ermöglicht, die Fördermöglichkeit zu nutzen und die organisatorischen und bürokratischen Voraussetzungen für die Umsetzung zu schaffen. Dafür sind wir sehr dankbar. Gemeinsam haben wir einen Weg gefunden, konkrete Hilfe zu leisten, ohne den städtischen Haushalt zusätzlich zu belasten.“

Ein ebenso großer Dank gilt den zahlreichen Spenderinnen und Spendern aus der Region. Ob große oder kleine Beträge, Sachspenden oder persönliche Unterstützung – erst dieses vielfältige Engagement schafft die Grundlage dafür, dringend benötigte Hilfsgüter bereitzustellen und Hilfsmaßnahmen wie diese umzusetzen. Nicht nur ein Bus – ein ganzer Hilfstransport Noch an diesem Wochenende macht sich der neue Kleinbus auf den Weg in die Ukraine. Begleitet wird er von mehreren weiteren Fahrzeugen, die mit dringend benötigten Hilfsgütern beladen sind. Mit an Bord sind unter anderem Schulmöbel für einen Kindergarten, medizinische Hilfsmittel, Pflegebetten, Lebensmittel, Werkzeuge und Feuerlöscher.

Letztere wurden erneut von der Xantener Firma Xantex Brandschutz zur Verfügung gestellt. „Es ist immer wieder beeindruckend, wie selbstverständlich uns Unternehmen und Privatpersonen aus unserer Region unterstützen. Auch Xantex Brandschutz gehört zu den verlässlichen Partnern, die unsere Arbeit ganz praktisch möglich machen. Für diese Unterstützung möchten wir uns herzlich bedanken“, so Hilbig. Die aktuelle Sonderfahrt erfüllt zugleich einen weiteren wichtigen Zweck: Die Lagerkapazitäten der Ukrainehilfe Niederrhein sind nahezu ausgeschöpft. Durch den Transport wird dringend benötigter Platz für die nächsten Hilfslieferungen geschaffen.

Der nächste Winter steht vor der Tür

Während der aktuelle Transport vor allem Bildung, medizinische Versorgung und weitere dringend benötigte Hilfsgüter in den Mittelpunkt stellt, laufen bereits die Vorbereitungen für die nächste große Hilfsaktion.

Licht, Strom und Wärme für den Winter

Beim bevorstehenden Weihnachtstransport werden Licht, Strom und Wärme erneut im Mittelpunkt stehen. Angesichts der anhaltenden Angriffe auf die ukrainische Energieversorgung sind Stromgeneratoren, mobile Stromspeicher und Heizgeräte für viele Menschen von existenzieller Bedeutung.

Die Ukrainehilfe Niederrhein setzt deshalb ihre Sammelaktionen fort und bittet weiterhin um Sach- und Geldspenden. „Wir können den Krieg nicht beenden. Aber wir können gemeinsam dafür sorgen, dass Menschen nicht im Dunkeln und in der Kälte allein gelassen werden. Und wir können Kindern helfen, trotz allem eine Zukunft zu haben. Genau dafür engagieren wir uns“, fasst Peter Hilbig zusammen.

Peter Hilbig, Vorsitzender der Ukrainehilfe Niederrhein e.V. , Stefan Roeloffs, Fachbereichsleiter Wirtschaftsförderung und Grundstücksmanagement der Stadt Xanten, Anika Hartwich, Mitarbeiterin Liegenschaften der Stadt Xanten, und Xantens Bürgermeister Rafael Zur (v.l.) am neuen Schulbus für die Ukraine. Foto: privat