Nach einer Stunde war die Arbeit erledigt: Der Bio-LK der Gesamtschule Hamminkeln und Holemans-Mitarbeiter sind froh über das gemeinsame Projekt am Reeser Bruch. Foto: privat
6. März 2026 · Rees

Uferschwalben-Nisthilfe im Reeser Bruch sind bereit

Hamminkelner Biologie-Leistungskurs bereitet Start der Brutsaison vor

REES. Pünktlich vor Beginn der Brutsaison wurde die künstliche Nisthilfe für Uferschwalben am Holemans-Kieswerk Reeser Bruch wieder bezugsfertig gemacht. Erstmals übernahm ein Biologie-Leistungskurs der Gesamtschule Hamminkeln die Reinigung und Vorbereitung der insgesamt 80 Nisthöhlen und führt damit das erfolgreiche Artenschutzprojekt in regionaler Verantwortung fort.

In den vergangenen Jahren hatte der NABU Monheim die jährliche Aufbereitung der Nistwand begleitet. Das mittlerweile mit einem Preis für Biodiversität ausgezeichnete Projekt gilt als beispielhaft für erfolgreichen Artenschutz in der Rohstoffgewinnung. Der NABU unterstützt das Vorhaben weiterhin ideell, möchte die praktische Umsetzung nun jedoch bewusst in regionale Hände übergeben. „Die künstliche Nistwand im Reeser Bruch ist ein echtes Vorzeigeprojekt. Sie zeigt, wie dauerhafte Nisthilfen einen stabilen Beitrag zum Erhalt der Uferschwalbe leisten können“, betont Jörg Baade vom NABU Monheim. „Es freut uns sehr, dass junge Menschen aus der Region diese Aufgabe nun übernehmen. Ansonsten hätten wir das Projekt auch weiter bearbeitet.“

Holemans-Sprecher Jürgen Fröhlich konnte den Biologie-Leistungskurs für das Engagement gewinnen. „Dass die Schülerinnen und Schüler heute ganz konkret beim Artenschutz mitwirken, ist ein starkes Zeichen“, so Fröhlich. „Hier verbinden sich Umweltbildung, praktisches Lernen und nachhaltiges Handeln auf ideale Weise.“ Und auch Bio-LK-Lehrerin Anja Brost war begeistert: „Das passt hervorragend in unseren Lehrplan, der im Augenblick Ökologie umfasst. Das war richtig lehrreich und sinnvoll und hat auch noch Spaß gemacht! Also besser geht es gar nicht. Ich freue mich sehr, dass wir dieses Projekt begleiten können.“

Passend dazu wurde weltweit der Internationale Tag des Artenschutzes begangen. Er erinnert an die Unterzeichnung des Washingtoner Artenschutzübereinkommens (CITES) am 3. März 1973. Das Engagement im Reeser Bruch steht damit exemplarisch für die Umsetzung des globalen Artenschutzgedankens auf lokaler Ebene.

Seltene Lebensräume

Die Uferschwalbe, mit rund zwölf Zentimetern die kleinste europäische Schwalbenart, ist natürlicherweise auf vegetationslose Steilwände an Gewässern angewiesen – Lebensräume, die in Mitteleuropa selten geworden sind. Kieswerke bieten zwar zeitweise Ersatzlebensräume, jedoch nur, solange der Abbau aktiv ist. Dauerhafte, künstliche Nisthilfen können hier einen wichtigen Beitrag zum Erhalt dieser Vogelart leisten.

Seit 2020 befindet sich an der Norderweiterung des Kieswerks Reeser Bruch eine aus Beton gefertigte Nistwand. Im Gegensatz zu Anlagen aus natürlichem Material hat sich diese Bauweise als besonders nachhaltig erwiesen: Die Nisthöhlen sind seit mehreren Jahren nahezu vollständig belegt. Erfahrungen zeigen, dass Nistwände aus Erdreich häufig nur einmal angenommen werden, während die Betonlösung langfristig stabile Brutbedingungen bietet.

Das Projekt wurde inzwischen mit einem Preis für Biodiversität ausgezeichnet und steht exemplarisch für die ökologische Verantwortung in der Rohstoffgewinnung. Die durch Sand- und Kiesabbau neu entstehenden Gewässer- und Uferstrukturen entwickeln sich zu wertvollen Lebensräumen für zahlreiche geschützte Arten. Allein im Bereich des Gewinnungsgewässers „Reeser Meer“ wurden im Rahmen des Monitorings zahlreiche gefährdete oder vom Aussterben bedrohte Vogelarten dokumentiert. Die künstliche Nistwand ist dabei ein wichtiger Baustein innerhalb eines umfassenden Rekultivierungs- und Biodiversitätskonzepts.

Mit der Aktion des Biologie-Leistungskurses erhält das Projekt eine zusätzliche pädagogische Dimension – und bleibt zugleich ein starkes Signal dafür, wie Kooperation zwischen Wirtschaft, Naturschutz und Bildung erfolgreich gelingen kann.

Nach einer Stunde war die Arbeit erledigt: Der Bio-LK der Gesamtschule Hamminkeln und Holemans-Mitarbeiter sind froh über das gemeinsame Projekt am Reeser Bruch. Foto: privat